Fliegen mit Gipsverband: Was Du bedenken solltest
Nach einem Beinbruch unterstützt ein Gipsverband die Heilung. Ob Du damit einen geplanten Flug antreten kannst, hängt von verschiedenen Umständen ab. Häufig ist es sinnvoller, die Reise zu verschieben.
Insbesondere bei frischen Brüchen können Gipsverbände zu Komplikationen führen
Generell gibt es kein Flugverbot, wenn Du einen Gipsverband trägst. Eine Ausnahme liegt in den ersten 24 bis 48 Stunden nach einer Eingipsung vor. Hier untersagen die Fluggesellschaften häufig die Beförderung. In dieser Zeit besteht die Gefahr einer verstärkten Gewebeschwellung, die zu Komplikationen führen kann, die sich im Flugzeug nicht therapieren lassen. Deshalb untersagen die Airlines das Boarding in den ersten zwei Tagen nach Anlegen des Gipsverbands.
Bei Kurzstreckenflügen verbieten die Fluggesellschaften den Flug nicht, wenn der Gips bereits mindestens 24 Stunden anliegt. Zudem empfehlen die Airlines in den ersten sieben Tagen, den Gips zu spalten. Manche Unternehmen verlangen es sogar. In den Flugzeugen herrscht ein niedriger Druck, der zu Schwellungen führen kann.
Vor dem Flug bei der Fluggesellschaft informieren
Eine gesetzliche Regelung für das Fliegen mit einem Gipsverband existiert nicht. Jede Fluggesellschaft regelt dies in ihren AGB eigenständig. Empfehlenswert ist es, vor dem Flug das Unternehmen zu kontaktieren. Generell benötigen Passagiere mit Gipsverbänden ein Attest vom Arzt, das die Flugfähigkeit bestätigt.
In der Bescheinigung muss zudem das Datum der Verletzung bestätigt werden. Ohne dieses Papier darf der Zugang zum Flugzeug verwehrt werden. Manche Fluggesellschaften bestehen zudem auf einer Erklärung des Gastes, in der er die Kenntnis der Risiken bestätigt. Neben der Anschwellung der Gliedmaßen (gilt auch für Arme) können, Gewebebeschädigungen, Durchblutungsstörungen, eine erhöhte Thrombosegefahr und weitere Komplikationen auftreten.
Problematische Gipsverbände
In der Economy Class bietet der Sitzabstand insbesondere auf Kurz- und Mittelstrecken nur wenig Raum, die Beine auszustrecken. Ein spezifisches Handicap entsteht, wenn der Gipsverband das Anwinkeln des Beines nicht zulässt. Ebenfalls kompliziert wird es, wenn das Bein dauerhaft hochgelagert werden muss.
Die Buchung eines Gangplatzes hilft häufig leider nicht. Einige Unternehmen bestehen auf der Buchung von zusätzlichen Sitzplätzen. Ryanair und TUIfly verlangen zum Beispiel die Buchung von drei Sitzen. Die Buchung von XL-Seats ist übrigens nicht möglich. Passagiere an den Notausgängen müssen körperlich uneingeschränkt sein. Sie sollen im Notfall der Crew bei der Evakuierung helfen können, was mit Gipsbein und Krücken nicht der Fall ist.
Bei Airlines wie Lufthansa bietet sich ein Upgrade auf die Premium Economy an, die einen größeren Sitzabstand aufweist. Kannst Du das Bein gar nicht ausstrecken, neben der Buchung von Zusatzsitzen die Business-Class. Die bietet zwar den nötigen Komfort, ist jedoch um ein Vielfaches teurer.
Fluggesellschaft informieren
Ein Anruf bei der Fluggesellschaft ist nicht nur empfehlenswert, um sich über die spezifischen Regelungen zu informieren. Er dient auch der Abstimmung der eventuell benötigten Hilfe für den Flug. So kann am Flughafen ein Rollstuhlservice angeboten werden. Zudem solltest Du die Mitnahme von Gehhilfen deklarieren.
Reiserücktrittsversicherung tritt unter bestimmten Bedingungen ein
Generell ist es aufgrund der zahlreichen Risiken sinnvoll, über die Verschiebung des Fluges nachzudenken. Hier lohnt es sich, einen Blick in die Bedingungen der Reiserücktrittsversicherung zu werfen. Brichst Du Dir im Urlaub ein Bein, benötigst Du eine Reiseabbruchversicherung. Viele Anbieter übernehmen die Stornierungs- oder Umbuchungskosten, die durch eine unerwartete Fraktur entstehen. In diesem Fall ist es erforderlich, dass der Arzt ein Attest über die Flugunfähigkeit ausstellt.
Fazit
Der Flug mit einem Gipsverband ist nicht unmöglich. Vor einer Reise solltest Du Dein Vorhaben jedoch mit Deinem Arzt besprechen und die Airline kontaktieren. Sie helfen Dir bei der Einordnung des Risikos. In vielen Fällen ist es besser, den Flug bis nach der Genesung zu verschieben.
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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