Herbst in Oybin genießen
Das Zittauer Gebirge ist ein spannendes Reiseziel für den Herbst. Eines der bekanntesten Ferienparadiese ist Oybin. Die kleine Gemeinde im äußersten Südosten Sachsens ist ein wunderbares Reiseziel im Herbst.
Im Schatten der mächtigen Burg
Oybin liegt mitten im Zittauer Gebirge. Die Gemeinde eignet sich perfekt für wunderbare Wanderungen durch die umliegenden Wälder. Zudem kann die Region auf eine bemerkenswerte Historie verweisen. Über ihr thront die imposante Ruine der Burg. Sie ist das Ziel vieler Urlauber. Sie steht auf dem 514 Meter hohen Berg Oybin, der sich als Sandsteinmassiv aus einer von Vulkanen umgebenen Ebene erhebt.
Die Burg entstand ab dem 11. Jahrhundert, um den Schutz der hiesigen Handelswege zu gewährleisten. Mit dem Bau eines Königshauses und eines Klosters verlieh der deutsche Kaiser Karl IV. dem Berg eine größere strategische Bedeutung. Der Monarch war gleichzeitig König von Böhmen. Die Reformation setzte dem religiösen Leben ein Ende, ehe 1577 ein Blitzschlag und 1681 ein Felsabbruch das Ende der Anlage besiegelten.
Die Burg Oybin erleben
Der Aufstieg zur Burg führt über einen schönen Waldweg. Erhalten blieb der Wohnturm, in dem heute verschiedene Ausstellungen über das Leben auf der Feste informieren. Der restaurierte Museumsraum im Bahrhaus vermittelt Kunstwerken aus dem Mittelalter Einblicke in das damalige Leben der Menschen im Zittauer Gebirge. Auf Anfrage gibt es verschiedene thematische Führungen für Gruppen, die sich eingehender mit der Geschichte des Oybins beschäftigen möchten. Öffentliche Führungen sind in diesem Jahr noch zu folgenden Terminen vorgesehen:
- 21. Oktober
- 11. November
- 16. Dezember
- 30. Dezember
Am 25. Dezember findet auf der Burg Oybin die Kaiserweihnacht statt. Zu diesem Spektakel werden Kaiser Karl IV. und seine Gemahlin erwartet. Sie ziehen mit einem großen Gefolge vom Haus des Gastes hinauf auf die Burg, um der weihnachtlichen Andacht beizuwohnen.
Auf den Pfaden der Ritter
Neben dem ausgeschilderten Touristenweg zur Burg beginnt an der hübschen Kirche der Ritterweg. Hier wandeln die Wanderer auf historischen Pfaden. Sie führt über die etwa 20 Meter tiefe Ritterschlucht, die eine Steinbrücke aus dem zu Ende gehenden 19. Jahrhundert überspannt. Sie ersetzt ein älteres Bauwerk, von dem nur noch die Pfeiler übrig blieben. Bevor die Ritter die Burg Oybin erreichten, mussten sie drei Tore durchschreiten. Am zweiten Tor steht das Gesindehaus, in dem heute die Kasse untergebracht ist. Der Eintritt in die Burg kostet für erwachsene Personen 9 Euro.
Dass Wasser schon in der Zeit der Ritter eine wichtige Rolle spielte, erkennen Besucher zwischen dem Gesindetor und dem dritten Tor. Neben der Reitertreppe erkennen die Wanderer in den Fels gehauene Kanäle. Über sie leiteten die Bewohner das Regenwasser und fingen es in einer kleinen Zisterne auf. Auf dem Oybin befindet sich zudem ein Berggasthof.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Oybin
Die bereits erwähnte evangelische Kirche steht am Anfang des Weges auf die Burganlage. Sie ist im Oktober von 10 bis 17 und im November von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Im Dezember können Besucher den liebevoll gestalteten Innenraum nur an den Adventswochenenden besichtigen.
Wenige Schritte entfernt steht der Märchengarten, den einst Paul Riedel gegründet hat. Der Volkskünstler schuf eine bewegliche Landschafts- und Märchenkrippe und später „das Waldfest der Tiere“. Sein Neffe erweiterte die Attraktionen um das Haus „Bei den Holzfällern“ und ein Wasserrad. Der Märchengarten ist leider zwischen November und März geschlossen.
1954 erhielt der Märchengarten vom Schnitzer Fritz Buttig Konkurrenz. Seine Märchenspiele stehen zwischen dem Bahnhof Oybin und dem Kurcafé Balzer. Mehr als 200 Märchenfiguren entstanden hier, darunter Rotkäppchen, Hänsel und Gretel sowie Dornröschen. Dank einer aufwendigen Mechanik bewegen sie sich.
Viele Attraktionen rund um Oybin
Auch die Umgebung des Ortes ist einen Urlaub wert. Auf dem höchsten Berg, dem Hochwald, steht ein Aussichtsturm. Von ihm haben Besucher einen wunderbaren Blick über das Zittauer Gebirge. Die urige Turmbaude bietet zur Stärkung lokale Gerichte.
Ein beliebtes Wanderziel ist der 17 Meter hohe Kelchstein, dem Wind und Erosion ein markantes Aussehen verliehen haben. Der rund 200 Meter entfernte Himmelsblick zählt zu den schönsten Schluchten Sachsens. Ein weiteres Ziel ist das Kammloch an der Grenze zur Tschechischen Republik.
Östlich von Oybin lohnt sich eine Wanderung zur Louisenhöhe, auf der sich ein wunderbares Panorama eröffnet. Weiter nördlich kommen fantasievolle Feldformationen zum Vorschein. Die „Brütende Henne“ oder das Felsentor stehen für die landschaftliche Schönheit.
Romantische Anreise
Wer die Romantik bereits bei der Anreise erleben möchte, nimmt ab dem Bahnhof Zittau die Schmalspurbahn. Die dampfbetriebenen Züge fahren seit 1890 über Bertsdorf nach Oybin oder Jonsdorf. Die Fahrt dauert etwa 48 Minuten. Der letzte Zug ab Oybin fährt um 18 Uhr. Hin- und Rückfahrt kosten für Erwachsene 20 Euro, für Kinder zwischen 15 und 17 Jahren, Auszubildende und Studenten 15 Euro. Kinder bis 14 Jahre befördern die Zittauer Schmalspurbahnen in Begleitung eines Erwachsenen kostenlos. Da es sich um ein privates Bahnunternehmen handelt, gelten Tickets der öffentlichen Verkehrsverbünde auf den Zügen nach Oybin nicht.
Titelbild: Peter Morth from Pixabay
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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