Taifune: Ein ganzjähriges Phänomen
Generell unterscheiden sich Taifune nicht von Hurrikanen. Die asiatische Version entsteht westlich der Datumsgrenze im Pazifischen Ozean. Die Tropen sind besonders betroffen.
Warmes Wasser sorgt für enorme Energie
Wirbelstürme entstehen durch warmes Wasser. Ab einer Wassertemperatur von 26,5 °C entsteht eine rasant aufsteigende feucht-warme Luft. Darunter bildet sich ein großes Tiefdrucksystem. Entscheidend ist, dass nicht nur das Oberflächenwasser sehr warm ist, sondern die Wärme bis in Tiefen von 50 Metern reicht. Durch die Corioliskraft entsteht eine Rotation, durch die die Wirbelform, mit einem ruhigen Auge in der Mitte entsteht.
Taifune entstehen über das gesamte Jahr, wobei die meisten zwischen Juli und November zu registrieren sind. Sie betreffen die gesamte Ostküste Asiens und die vorgelagerten Inseln. Da der Pazifische Ozean eine deutlich größere Fläche aufweist als der Atlantik, taucht das Phänomen hier öfter als in der Karibik auf.
Unterschiedliche Wucht
Besonders stark sind die Philippinen betroffen. Dies liegt an ihrer Lage in den Tropen. Japans Hauptinsel Honshu ist hingegen normalerweise nur im August und September betroffen. Im Land der aufgehenden Sonne sind westliche Küsten deutlich weniger betroffen als die Ostküste. Während des Überquerens der gebirgigen Hauptinsel schwächt sich der Wirbelsturm deutlich ab.
Auf Taiwan ist die Vermutung, an der Westküste sicher zu sein, häufig trügerisch. Zwar bietet das Zentralgebirge mit Bergen bis zu 4.000 Metern eine natürliche Barriere, aber viele Taifune ziehen südlich ins Chinesische Meer und von dort nach Norden. Dort treffen sie dann auch die Ostküste von Taiwan. Insbesondere der Südwesten der Insel ist dann von schweren Überschwemmungen und Schlammlawinen betroffen.
Die Philippinen sind überwiegend relativ flach, sodass der Wirbelsturm bei seinem Weg über die Inselwelt kaum an Kraft verliert. Eine Ausnahme bildet die Insel Luzon im Norden. Sie verfügt über eine hohe Gebirgskette (Sierra Madre). Die Reibung an den Bergen kostet den Wirbelsturm viel Kraft, er schwächt sich ab. Im Rest des Landes kann sich der Taifun aufgrund der tropischen Temperaturen lange halten und schwere Verwüstungen anrichten.
Schwere Auswirkungen durch Taifune für Reisende
Taifune entstehen auf dem offenen Meer und kündigen sich mehrere Tage vor dem Auftreffen auf Land an. Die Menschen in den betroffenen Regionen haben also eine Vorbereitungszeit, um sich auf die Folgen vorzubereiten. Normalerweise werden Flug-, Fähr- und Bahnverbindungen bereits viele Stunden vor dem Ereignis eingestellt. Auch der Nahverkehr ist in den betroffenen Städten eingeschränkt. Schutz in der U-Bahn kann zur Falle werden, wenn Sturzfluten in die Tunnel eindringen. Oberirdische Gebäude wie Hotels oder Shopping-Malls sind hier die besseren Schutzräume.
Viele Sehenswürdigkeiten schließen für die Zeit des Taifuns. Wenn der Sturm vorübergezogen ist, müssen Reisende mit zahlreichen Beeinträchtigungen rechnen. Die Schäden müssen beseitigt werden, die Überschwemmungen abfließen. In den Bergen können Schlammlawinen die Straßen blockieren. Idealerweise informierst Du Dich an der Rezeption über die aktuelle Lage, bevor Du zu einem Ausflug startest.
Rechtzeitig für Informationen sorgen
Um auf mögliche Unwetter vorbereitet zu sein, solltest Du die Reisehinweise des Auswärtigen Amts studieren. Dort findest Du Hinweise, ob Dein Reiseziel im Einzugsbereich von Taifunen liegt. Idealerweise installierst Du bereits vor der Reise wichtige Apps des Gastgeberlandes. Dazu gehören Wetter- oder Sicherheits-Apps. Sie versorgen Dich mit wichtigen Informationen über einen heranziehenden Taifun. Das internationale Warnzentrum für Taifune sitzt in Tokio. Es warnt frühzeitig vor einem herannahenden Wirbelsturm.
Hinzu kommen die Informationen der nationalen Wetterdienste. Auf den Philippinen ist dies PAGASA. Ungewöhnlich ist hier, dass die Taifune teilweise andere, philippinische Namen statt der international üblichen tragen. In Taiwan ist die Central Weather Administration (CWA) für die Warnungen verantwortlich. Empfehlenswert ist es, sich an der Hotelrezeption über weitere wichtige Warnsysteme zu informieren. Anweisungen der Behörden solltest Du unbedingt Folge leisten. Die Menschen vor Ort haben im Umgang mit Taifunen viel Erfahrung. Gefährlich ist es normalerweise nur, wenn man die Ratschläge der Behörden nicht einhält.
Auch Ferienregionen von Taifunen betroffen
Mit Vietnam ist eine in den vergangenen Jahren immer beliebter gewordene Ferienregion betroffen. Die 1.600 Kilometer lange Küste wird jedoch nicht einheitlich getroffen. In der Ha-Long-Bucht treffen die Stürme meistens früh in der Saison an Land (Juni bis August). Hội An, Da Nang und Hue in Zentralvietnam gelten als Hochrisikozone. Die Hochsaison liegt zwischen September und November. Im Süden herrscht zwischen Mai und November Monsun, aber Wirbelstürme kommen hier normalerweise nicht vor.
Thailand ist nicht direkt von Wirbelstürmen betroffen. Allerdings ziehen die Tiefdruckgebiete nach der Abschwächung nach Westen weiter. Dies kann im Ferienparadies zu heftigen Regenfällen mit Überflutungen und Schlammlawinen führen.
Fazit
Eine Reise nach Ostasien kann durch einen Taifun beeinträchtigt werden. Mit der richtigen Vorbereitung und dem Befolgen der Sicherheitsanweisungen der Behörden ist er normalerweise beherrschbar. Empfehlenswert sind eine gute Reisevorbereitung und die frühzeitige Informationseinholung vor Ort (etwa im Hotel, durch englischsprachige Apps).
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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