Überblick Algerien

Algerien Politik, Landeskunde, Reisen

Algerien ist das größte Land Afrikas. Von den 2.381.741 Quadratkilometern bedeckt die Wüste Sahara etwa 85 Prozent der Fläche. Die Menschen leben vornehmlich an der Mittelmeerküste im Norden, wo das Land Touristen mit schönen Stränden und historischen Stätten empfängt.

Unterschiedliche Verteilung der Bevölkerung 

Mit gut 47 Millionen Einwohnern weist das Land eine niedrige Bevölkerungsdichte auf (19 Einwohner pro Quadratkilometer). In der Realität täuscht diese Statistik jedoch, denn die meisten Menschen (96 %) haben sich auf einem fruchtbaren, schmalen Küstenstreifen niedergelassen. Fast alle Algerier bekennen sich zum sunnitischen Islam, der Staatsreligion ist. Die Hauptstadt Algier ist mit etwa 4,33 Millionen Einwohnern die größte Metropole des Landes. 

Das Pro-Kopf-BIP ist mit 6.628 US-Dollar erstaunlich niedrig, denn das Land verfügt über beträchtliche Öl- und Gasvorkommen. Die wirtschaftlich schwierige Lage rührt noch vom ehemaligen sozialistischen Wirtschaftsmodell her. Inzwischen gehört das Land zu den am stärksten wachsenden Regionen in Afrika. Neben den Rohstoffen spielen die Forschung, alternative Energien und der Tourismus eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Landes. 

Der gewachsene Wohlstand wird durch die hohe Abhängigkeit von Erdöl und -gas gefährdet. Zudem ist die Wirtschaft sehr einseitig auf Europa ausgerichtet, wodurch das Land in der aktuellen europäischen Wirtschaftskrise ebenfalls in Schwierigkeiten gerät. Die Regierung versucht, neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen. Die extreme Zentralisierung des Landes und das Erbe des Staatssozialismus hemmen die wirtschaftliche Entwicklung Algeriens ebenfalls. Wo der Amtsschimmel herrscht, ist leider auch Korruption nicht weit.

Die Macht des Landes liegt in einer Hand

Algerien nennt sich zwar eine „Demokratische Volksrepublik“, aber die Bürger haben in der Praxis nicht viel zu sagen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern. Laut Verfassung müssen im Senat mindestens zwei Drittel der Abgeordneten einem Gesetz zustimmen, damit es in Kraft tritt. Da ein Drittel der Kammer vom Staatspräsidenten ernannt wird, kann das Staatsoberhaupt praktisch jedes Gesetz verhindern.

Der Staatspräsident besitzt eine bemerkenswerte Machtfülle. Er ernennt den Ministerpräsidenten und die wichtigsten Kabinettsmitglieder. Politikwissenschaftler sprechen von einer „Fassadendemokratie“. Der Präsident wird zwar vom Volk gewählt. Sein Machtapparat kann jedoch unliebsame Oppositionskandidaten im Vorfeld von Wahlen ausschließen. Der Präsident darf mit Dekreten regieren und so das Parlament aushebeln. Zudem müssen Journalisten und Blogger mit Repressalien rechnen, wenn sie die Regierung kritisieren. Algerien ist eine ausgewachsene Autokratie.

Als Reiseland steckt Algerien noch in den Kinderschuhen

Algerien besitzt eigentlich ein unglaubliches Potenzial für den Tourismus. Trotzdem schaffte es das Land bisher nicht über den Status eines Geheimtipps hinaus. Ein spannendes Reiseziel ist die Wüste Sahara, die Interessierte aus Sicherheitsgründen nur mit erfahrenen Führern besuchen sollten. Zu den beeindruckendsten Zielen gehören das Ahaggar-Gebirge (Tamanrasset) und die Sandstein-Labyrinthe im Tassili n’Ajjer (Djanet). 

Sicherer ist es im Norden, wo zahlreiche antike Stätten die Bedeutung der Region in der Zeit der Phönizier und Römer dokumentieren. Djemila, Timgad und Tipasa haben bereits den Weg auf die Welterbeliste der UNESCO geschafft. Spannend ist der kulturelle Mix in Metropolen wie Algier. Hier trifft die schneeweiße osmanische Kasbah auf die Kolonialbauten der Franzosen. Besuchenswert ist zudem das M’zab-Tal, das fünf mittelalterliche Städte beherbergt. Sie bewahren die Kultur des traditionellen Lebens in einer Oase.  

Durch Algerien reisen ist kein leichtes Unterfangen

Die Sicherheitsrisiken in der Sahara sind nicht die einzigen Probleme, vor denen Urlauber stehen. Das Auswärtige Amt warnt zudem vor Aufenthalten in den Grenzgebieten zu allen Nachbarstaaten. Für die Einreise sind ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass und ein vorab beantragtes Visum erforderlich. Außerhalb von Algier und Oran finden Touristen kaum Hotels mit internationalen Standards. Außerhalb der Hotels sprechen nur wenige Einheimische Englisch. Neben der Amtssprache Arabisch und Berbersprachen ist nur Französisch verbreitet.  

Titelbild: KI

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Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.

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