Neuer Fernwanderweg GR 226 auf Mallorca

GR 226 Mallorca

Mallorca besitzt nicht nur hervorragende Stranddestinationen. Die vielfältigen Landschaften ziehen alljährlich zahlreiche Wanderer an. Im Februar kam mit dem GR 226 ein neuer Fernwanderweg hinzu.

Wilde Küsten und abwechslungsreiche Landschaften

Der GR 226 führt Wanderer in den Osten der Insel Mallorca. Hier liegt die Region Llevant, die ihre Besucher mit einer abwechslungsreichen Landschaft verzaubert. Aus ihr erhebt sich der Gebirgszug Sierres de Llevant, an dessen sich fruchtbare Täler mit einer üppigen Vegetation anschmiegen. An den Küsten ragen steile Klippen empor. Wunderschöne Badebuchten unterbrechen die Felskulisse.

Sehenswerte Ortschaften

Der Hauptort ist Manacor, der für seine Perlenindustrie bekannt ist. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Pfarrkirche Nostra Senyora dels Dolores, und die Windmühle  Moli d’en Polit aus dem 19. Jahrhundert. Sehenswert ist zudem das Kloster, in dessen barocker Kirche eine wertvolle Orgel aus dem 18. Jahrhundert steht. An der Straße nach Cales de Mallorca befinden sich die Reste der prähistorischen Siedlung S’Hospitalet Vell. Die Talayottsiedlung stammt aus der Zeit um 1800 bis 1500 v. Chr. 

Auf dem Weg an die Küste bei Porto Cristo kommen Reisende an den sehenswerten Drachenhöhlen vorbei. An der Straße Richtung Arta liegen die Reste der frühchristlichen Kirche Son Peretó. Weitere sehenswerte Orte sind Artà mit der Wallfahrtskirche San Salvador und Capdepara, über dem eine mittelalterliche Burg thront.

Ein authentisches Stück Mallorca

Verglichen mit dem Südwesten der Baleareninsel ist der Llevant ruhig. Trotz einer guten touristischen Infrastruktur bewahrte die Region ihr Flair und ist weniger vom Massentourismus geprägt. An den Stränden finden Sonnenanbeter schöne Sandstrände, während Schnorchler die Artenvielfalt des Meeresschutzgebietes Llevant entdecken. Zu den malerischsten Strandabschnitten gehört die Cala Mesquida mit ihren beeindruckenden Dünen. 

Neben herrlichen Wanderungen entlang der Steilküste lohnen sich Ausflüge in die Hügelwelt im Hinterland. Das Fahrrad ist ebenfalls ein idealer Begleiter für Erkundungen in der reizvollen Region. Zu den beliebtesten Ferienorten gehören Cala Ratjada und Cala Millor. 

Fernwanderweg GR 226 für alle Genusswanderer auf Mallorca

Im Februar eröffneten die Offiziellen auf Mallorca den Fernwanderweg GR 226. Er stellt eine schöne Alternative zum GR 221 dar, der durch die Serra Tramuntana führt. Der GR 226 erfordert keine extremen konditionellen Voraussetzungen. Er misst insgesamt 104 Kilometer und lässt sich in vier Etappen einteilen. Pro Etappe bewältigen die Wanderer nicht mehr als 300 bis 400 Höhenmeter. Unterwegs laden historische Mühlen, mittelalterliche Burgen, Weingüter und archäologische Stätten zum Verweilen und Staunen ein.

Etappe 1: Cales de Mallorca – Manacor

Der erste Abschnitt misst knapp 25 Kilometer und startet an der Promenade von Cales de Mallorca. Nach wundervollen Blicken auf das Meer kommen bald abwechslungsreiche Landschaften mit Pinienhainen zum Vorschein. Der GR 226 führt an einer ehemaligen Landschule, schönen Fincas und Weingütern vorbei. Links erhebt sich der gut 500 Meter hohe Puig de Sant Salvador, auf dem sich ein sehenswertes Kloster befindet.

Etappe 2: Manacor – Son Carrió

Der ebenfalls knapp 23 Kilometer lange Weg führt zunächst nach Norden in das Zentrum der mallorquinischen Landwirtschaft. Auf dem welligen Hügelland wachsen Mandel- und Johannisbrotbäume. Alte Windmühlen zeugen davon, dass sich hier die Kornkammer der Baleareninsel befindet. Bei klarem Wetter reicht der Blick nach Westen bis zum Tramuntana-Gebirge. Der Höhepunkt der Wanderung ist der Besuch von Sant Llorenç des Cardassar mit seiner authentischen Architektur. Die Besichtigung ist ein Genuss, denn der Ort blieb bisher vom Massentourismus verschont. Das Ziel befindet sich in Son Carrió, einem typischen Bauerndorf mit guten Bäckereien und einer Herberge, in der sich die Wanderer vom Tag erholen können. 

Etappe 3: Son Carrió – Artá

Über den GR 226 erreichen die Wanderer zunächst den Küstenort Sa Coma. Entlang der Promenade geht es vorbei an der Landzunge Punta de n’Amer bis nach Cala Millor. Es folgt eine Wanderung durch das hügelige Hinterland nach Son Servera mit wunderschönen Kirchen. Sehenswert sind die historischen Häuser in Ca s’Hereu, die von der traditionellen Bauweise in der Region zeugen. Die Wanderung führt durch uralte Olivenhaine und eröffnet Ausblicke auf die Ausläufer der Serres de Levant. Nach 23 Kilometern erreichen die Wanderer Artá, das sich von weitem durch die mächtige Burg Sant Salvador ankündigt. Künstler und sein mittelalterlicher Charme prägen diesen Ort.

Etappe 4: Artá – Cala Mesquida 

Mit gut 22 Kilometern ist die letzte Etappe die kürzeste. Sie für über ein wildes Bergland bis zum Traumstrand Cala Mesquida. Unterwegs kommen die Wanderer durch Capdepera und bewundern den herrlichen Blick auf das Castell de Capdepera. Ein Abstecher zur mächtigen Steinburg lohnt sich, denn sie bietet einen atemberaubenden Ausblick. Nach einem kleinen Umweg über zwei Hügel führt der GR 226 ins bei Urlaubern beliebte Cala Ratjada. Danach beginnt der Weg durch den Naturpark Llevant, der von üppigem Grün geprägt ist. Am Ende des Weges erscheinen die wunderbaren Dünen von Cala Mesquida.

Der GR 226 eignet sich für alle, die reizvolle Landschaften und Geschichte mögen. Der Weg erfordert keine großen konditionellen Voraussetzungen und lässt sich auch von ungeübten Wanderern bewältigen. Bei einem normalen Tempo dauert jede Etappe etwa fünf bis sechs Stunden. Es bleibt also ausreichend Zeit für Rasten und Besichtigungen. 

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Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.

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