Dominica: Vorreiter des modernen Ökotourismus
Die Karibik gehört zu den Sehnsuchtszielen vieler Menschen. Dabei träumen die meisten nicht vom Massentourismus, sondern von einer Idylle aus üppiger Natur, weißen Stränden und türkisblauem Meer. Dominica hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf eines Vorreiters des modernen Ökotourismus erarbeitet.
Naturerbe bewahren, Modernität nicht verhindern
Während andere Inseln auf große Kapazitäten für Pauschaltouristen setzten, setzt das Eiland zwischen Guadeloupe und Martinique auf Klasse. Rund 60 Prozent der Fläche sind vom Regenwald bedeckt. Damit dies so bleibt, setzt das Land auf einen nachhaltigen Tourismus. Dabei beweisen die Einheimischen, dass die Bewahrung der Moderne eine Modernisierung der Infrastruktur nicht ausschließt.
So entstand eine hochmoderne Seilbahn. Das 6,6 Kilometer lange Verkehrsmittel erleichtert den Zugang zum Boiling Lake und zum Trafalgar-Wasserfall. Das Projekt sorgt nicht nur für eine bequeme Anreise vom Roseautal, sondern schützt auch den empfindlichen Waldboden vor zu vielen Wanderern. Es entstand die weltweit längste abnehmbare Seilbahn. Während der Fahrt können auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Schluchten, Wasserfälle und den Primärregenwald genießen. Sie ist ein beeindruckendes Zeugnis des modernen Ökotourismus.
Der kochende See
Das Ziel der Seilbahnfahrt ist der Boiling Lake, den Wanderer bisher durch eine etwa sechs Stunden lange Regenwaldwanderung erreichten. Die zweitgrößte Thermalquelle der Welt kocht praktisch. Während am Ufer bis zu 91,5 °C gemessen wurden, siedet das Wasser in der Mitte des Sees. Wer die ausreichende Kondition hat, kann weiterhin von der Hauptstadt Rosenau zum See wandern.
Dabei durchqueren die Besucher das Valley of Desolation, aus dessen Erdspalten Dampf aufsteigt. Abseits des Weges ist der Boden teilweise so heiß, dass man Eier kochen kann. Für die Wanderung ist die Buchung eines Guides obligatorisch. Die Gegend ist Teil des Nationalparks Morne Trois Pitons, der auf der UNESCO-Welterbeliste steht. In der Nähe der Ortschaft Trafalgar befindet sich der gleichnamige Doppelwasserfall. Seine Höhe ist mit 38 und 23 Metern nicht spektakulär, aber die reizvolle Umgebung lohnt einen Besuch.
Geothermie im modernen Ökotourismus
Die Insel wird von der Erde mit viel Reichtum gesegnet. Die Thermalquellen und dampfenden Erdspalten stehen für einen sehr energetischen Untergrund. Geothermie ist der Schlüssel zu einem die Umwelt schonenden Ökotourismus. Dominica baut neue Geothermie-Kraftwerke und Solaranlagen, durch die die neuen Hotelprojekte mit sauberer Energie versorgt werden.
Ein weiteres ehrgeiziges Projekt für einen modernen Ökotourismus ist der Bau eines neuen Flughafens in Wesley. Er geht voraussichtlich 2027 in Betrieb. Seine Eignung für Großraumflugzeuge soll Wesley zu einem wichtigen Drehkreuz des internationalen Flugverkehrs machen. Das Projekt wird von einem chinesischen Unternehmen umgesetzt.
Artenschutz und Ökoabenteuer
Dominica schützt nicht nur die Natur an Land (der Regenwald steht unter besonderem Schutz). Die Regierung kümmert sich auch um das Leben im Meer. So wurde vor der Westküste das weltweit erste Schutzgebiet für Pottwale geschaffen. Aktuell sollen hier über 20 Walfamilien leben. Auch ist das Land dem modernen Ökotourismus verbunden und sorgt für eine strenge Regulierung von Beobachtungstouren. Die Einnahmen daraus fließen in die Unterstützung der lokalen Küstengemeinden und die Meeresforschung.
Wer in das Herz der geschützten Ökosysteme vordringen möchte, nutzt den 115 Kilometer langen Waitukubuli National Trail. Er ist der längste Fernwanderweg der Karibik. Im Osten der Insel liegt Klinago, wo Touristen die traditionelle Lebensweise der indigenen Bevölkerung kennenlernen können. Die vulkanischen Schluchten und maritimen Schutzgebiete ziehen zudem zahlreiche Taucher und Schnorchler an.
Visafreies Naturerlebnis
Das Erlebnis eines modernen Ökotourismus ist für deutsche Staatsbürger recht einfach. Ein Visum ist für Reisen mit einer Dauer von höchstens 90 Tagen nicht erforderlich. Der Reisepass muss bei der Einreise mindestens sechs Monate gültig sein und Reisende müssen über ein Rück- oder Weiterreiseticket verfügen. Zudem müssen auf Nachfrage ausreichend Mittel für die Reise nachgewiesen werden. Dies wird in der Praxis jedoch bei normalen Reisen kaum kontrolliert. Wichtiger ist eine feste Unterkunftsadresse. Die erste Hotelbuchung solltest Du also noch vor Beginn der Reise vornehmen.
72 Stunden vor der Einreise müssen sich die Touristen registrieren. Dazu wird ein Online-Formular ausgefüllt. Nach dem Absenden erscheint ein QR-Code, der auf dem Mobilgerät gespeichert oder ausgedruckt werden muss. Er muss bei der Einreise vorgezeigt werden. Die Anreise ist etwas kompliziert, weil keine direkten Verbindungen ab Europa existieren. Air France/KLM fliegt von Paris nach Sint Maarten, Guadeloupe und Martinique. Von dort geht es mit Regionalfluggesellschaften wie Air Antilles oder Winair nach Dominica. British Airways hat von London aus Antigua oder Barbados im Angebot. Von dort bringen Dich InterCaribbean oder Caribbean Airlines nach Dominica, während US-Airlines von Frankfurt über Miami nach Dominica fliegen.
Wichtig ist ein wirksamer Insektenschutz, denn die Moskitos auf der Insel übertragen Denguefieber und Zika. Wer einen Leihwagen mieten möchte, muss eine einheimische Fahrerlaubnis erwerben. Diese bieten die Autovermieter gegen eine kleine Gebühr an.
Titelbild: KI
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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