Börse: Donald Trump lässt die Kurse tanzen

Donald Trump vs Iran

Die Verhandlungen mit dem Iran scheinen nicht so gelaufen zu sein, wie es sich US-Präsident Donald Trump vorgestellt hat. Die Kurse fahren Achterbahn. Besonders betroffen sind Value-Titel.

Donald Trump löst neue Ängste aus

US-Präsident Donald Trump sorgte mit neuen Angriffen auf den Iran für eine Art Schock an den Börsen. Die Aktienkurse gaben nach, der Ölpreis schoss in die Höhe. Die Panik betraf jedoch nicht den gesamten Markt. Vielmehr korrigierten die Händler ihre Umschichtungen aus der vergangenen Woche und setzen nun wieder auf Technologiewerte. Wie ich in der vergangenen Woche erwähnte, war die Umschichtung ohnehin nicht als Paradigmenwechsel zu verstehen. 

Die geringere Gewichtung der Tec-Werte scheint jedoch bereits wieder Geschichte zu sein. Die Hoffnung der Marktteilnehmer bleibt, dass die KI die insgesamt bescheidene Weltkonjunktur anschiebt. Für die Old Economy besteht das Risiko unkalkulierbarer fossiler Rohstoffe. Deutlich zu spüren bekamen dies die großen Aktienindizes, wie der Dow Jones

Das Kursbarometer stürzte um 1.200 Punkte ab und versuchte sich seither mühsam zu erholen. Charttechnisch ist die Erholung nicht sehr dynamisch, sodass eine weitere Korrektur im Raum stehen bleibt. Unterstützungen sieht der Ichimoku bei 52.000/1.600/300 Punkten. Widerstand ist über der 52.705 bei 53.370 Punkten, also dem vormaligen Verlaufshoch, zu erwarten.

Dow Jones – Stundenchart

Ebenso drastisch korrigierte der DAX, der um mehr als 1.000 Punkte korrigierte und bisher keinen Weg zu einer Erholung fand. Nachdem die Bären den Widerstand bei 25.200 Punkten nicht überwinden konnten, droht sogar eine Auflösung der Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 24.840 Punkten. Darunter käme ein Test der 24.000er-Marke infrage. 

DAX – Stundenchart

Technologieaktien wieder gefragt

Die Technologiewerte erholten sich schnell wieder, wie der Nasdaq 100 zeigt. Ein Eröffnungskurs von über 29.900 Punkten eröffnet zunächst Potenzial bei 30.360. Auf der Unterseite stehen bei 29.260/28.725 Unterstützungen bereit. 

Nasdaq 100 – Stundenchart

Zu den Stars an der Technologiebörse gehörte das südkoreanische Unternehmen SK Hynix, das am Freitag erstmals an der Nasdaq gehandelt wurde. Der Kurs legte gleich um 13 Prozent zu, was zeigt, dass die Anleger keineswegs nur auf einige Stars aus der KI-Branche setzen.

Der S&P 500 brach noch dynamischer aus und markierte ein neues Monatshoch. 

S&P 500 – Stundenchart

Der Dailychart zeigt, dass es bis zum Allzeithoch nicht mehr weit ist.

S&P 500 – Dailychart

Erholung infolge neuerer Hoffnung

Für eine Kurserholung sorgte, dass die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA im Hintergrund weitergingen. Verstärkt hat diese Hoffnung, die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Gespräche nun doch fortsetzen zu wollen. Die neuen Angriffe in der vergangenen Woche begründete er damit, dass seine Geduld mit dem Iran am Ende sei. Diese Sprunghaftigkeit von Donald Trump dürfte auch über den sonst recht ruhigen Sommer Volatilität an den Märkten garantieren. 

Kein Rückenwind durch die Fed

Die Fed veröffentlichte das letzte FOMC-Protokoll. Bemerkenswert war, dass sie einen Passus strich („easing bias“). Damit die Notenbank die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung. Nach dem aktuellen Stand der Daten ist dies verständlich. Ich bleibe jedoch dabei, dass sich die Zahlen im Herbst ändern könnten. Aus dieser Sicht bleibe ich dabei, dass es noch in diesem Jahr zu einer Zinssenkung kommen könnte. Neue Impulse könnte die Anhörung von Fed-Chairman Kevin Warsh vor dem US-Kongress bringen. Sie findet am Dienstag und Mittwoch statt. 

In Verbindung mit neuen US-Angriffen auf den Iran stiegen die Zinsen auf die 10-Jahres-Anleihe folgerichtig. 

EUR/USD bewegt sich knapp über 1,14 weiterhin seitwärts. Solange er die Range zwischen 1,1370 und 14,75 nicht verlässt, ist eine Prognose schwierig. Da für mich eine Zinssenkung in den USA wahrscheinlicher als eine -erhöhung ist, favorisiere ich die Oberseite. Hellseher bin ich allerdings auch nicht. Wie immer bei solchen Prognosen kann ich auch falsch liegen. Das ist das Schicksal jedes Analysten. Deshalb sind meine Börsenberichte nie als Handelsempfehlung zu verstehen. Am Ende hängt die richtige Strategie von den eigenen Zielen ab. Die Entscheidung für oder gegen einen Trade kann einem niemand abnehmen.

EUR/USD – Stundenchart

PepsiCo leidet unter Verbraucherzurückhaltung

Der Konzern verfehlte im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen knapp. Die Geschäftsleitung verwies auf eine Konsumzurückhaltung der Verbraucher. In diesem Zusammenhang werden auch die Zahlen der Großbanken interessant, die ab Dienstag die Berichtssaison eröffnen. 

Commerzbank hat wohl den Abwehrkampf verloren

Die italienische Unicredit meldete in der vergangenen Woche, dass sie fast 50 Prozent der Stimmanteile besitzt. Da bei Aktionärsversammlungen selten alle Anteilseigner anwesend sind, verbucht die Großbank einen wichtigen Teilerfolg. Sie kann die Bank zwar noch nicht vollständig übernehmen, aber bei entscheidenden Fragen geht es ohne die Zustimmung der Unicredit nicht mehr. 

Für die deutsche Wirtschaft ist das ein Dilemma, weil sie die Commerzbank für internationale Geschäfte schätzt. Das Geldinstitut aus Frankfurt hat ein einzigartiges Netz an internationalen Niederlassungen geschaffen, die Mittelständler im Ausland tatkräftig unterstützen. Diese Dienstleistungen sind teuer, weshalb Beobachter davon ausgehen, dass die Unicredit der Commerzbank ihr eigenes Modell verordnen könnte. Die Unicredit verweist ihre Kunden an Partnerbanken in den betreffenden Märkten. Dies ist fraglos günstiger, aber zeugt nicht von der gleichen Kundennähe.

Industrieaufträge Deutschland: Der Schein trügt

Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie steigen im Mai um 1,9 Prozent. Obwohl der Wert über den Analystenschätzungen lag, blieb der Jubel, außer in der Bundesregierung, verhalten. Das Wachstum beschränkt sich auf wenige Branchen, etwa auf die Rüstungsindustrie. Die Industrieproduktion überzeugte mit einem Plus von 0,9 Prozent. Überraschend war die Automobilindustrie der Wachstumstreiber. Da die Rüstungsindustrie nicht separat aufgeführt wurde, dürfte das Wachstum nicht auf zivile Fahrzeuge zurückzuführen sein. Unter Druck stehen weiterhin energieintensive Branchen.

Überraschend gestiegen sind die deutschen Exporte. Der Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe erfreute wohl niemanden. Er stieg im Juni von 42,4 auf 44,8 Punkte, blieb somit jedoch weiterhin deutlich unter der Wachstumsmarke 50. Der Niedergang hat sich also nur etwas verlangsamt.

USA: Dienstleistungssektor schwächelt

Nach dem langen Wochenende lieferten die USA am Montag den ISM-Dienstleistungsindex nach. Dieser fiel überraschend von 54,5 auf 54 Punkte. Dies wäre sicherlich kein Drama, wenn nicht die zurückgehende Dynamik der Auftragseingänge die Ursache dafür wäre. Eine Krise ist zwar nicht abzusehen, aber Optimismus versprühen die Zahlen ebenfalls nicht. Immerhin hat sich die Beschäftigung von 47,9 auf 51,2 Punkte verbessert. Interessant wird die Entwicklung, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft zu Ende ist. Erfreulich ist, dass die Inflationserwartungen etwas niedriger sind. 

Ausblick

Neben der schon erwähnten Anhörung von Fed-Chairman Kevin Warsh und dem Start in die Berichtssaison steht am Dienstag der Verbraucherpreisindex aus den USA im Wirtschaftskalender. Erwartet wird aufgrund der gesunkenen Ölpreise eine spürbar geringere Inflation. 

Am Mittwoch steht das BIP aus China im Fokus, bevor am Freitagdie Inflation im Euroraum im Fokus steht. 

Vermutlich wird uns Donald Trump auch in der kommenden Woche einige überraschende Kurssprünge bescheren.

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Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.

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