Inselhopping: Griechenlands traumhafte Inselwelt entdecken
Offiziell verwaltet Griechenland 3.054 Inseln, Felsen und Riffe. Das sind 82 % der Landmasse, die aus dem Mittelmeer herausragt. Mit einem Inselhopping lassen sich einige dieser Paradiese während eines Urlaubs entdecken.
Die Suche nach der persönlichen Trauminsel
Die riesige Zahl macht deutlich, dass für die Bestimmung des schönsten Eilands Griechenlands ein Menschenleben nicht ausreicht. Schon die bewohnten gut 100 Inseln wird kaum jemand persönlich komplett besuchen können. Das Leben ist zu kurz, um jedem Eiland einen Besuch abzustatten. Einen kleinen Überblick verschaffen sich Urlauber mit einem Inselhopping. Dafür stehen verschiedene Optionen zur Verfügung.
Inselhopping mit dem Flugzeug
Diese Option bietet zwar kurze Reisezeiten, ist jedoch relativ teuer. Am Ziel kommt dann eventuell noch die Buchung eines Mietwagens hinzu. Insbesondere im Sommer bieten die regionalen Airlines ein relativ dichtes Netz aus Direktverbindungen zwischen verschiedenen Inseln. Olympic Air und Sky Express bieten solche Flüge an. Die Zahl der als Ziel infrage kommenden Inseln ist erstaunlich groß. Häufig kommen kleine Turboprop-Maschinen zum Einsatz, weil die kurzen Landebahnen den Einsatz großer Verkehrsflugzeuge nicht erlauben.
Zudem agieren die Fluggesellschaften von verschiedenen Drehkreuzen. Dies erschwert die Planung einer Rundreise. Häufig musst Du erst zum Ausgangspunkt zurück, ehe Du vom Drehkreuz aus eine andere Insel bereisen kannst. Dabei gilt es ebenfalls zu berücksichtigen, dass viele Verbindungen nicht täglich angeboten werden. Eine sorgsame Planung ist daher unerlässlich. Sie sollte inklusive der Buchung bereits vor der Reise zu Hause erfolgen.
Kein Schnäppchen und nicht sehr umweltfreundlich
Preise pro Strecke und Person starteten bei gut 50 Euro. Einige Verbindungen kosten deutlich über 100 Euro. Wenn Du für das Inselhopping fünf Inseln verbindest, zahlst Du schnell 300 oder mehr Euro. Das Gepäck kostet pro Flug noch einmal etwa 20 bis 30 Euro. Übrigens: Kleinere Flugzeuge verfügen über weniger Stauraum. Teilweise erlauben die Airlines nur ein Handgepäck. Hinzu kommen die An- und Abreise nach Deutschland, die Übernachtungen, Mietwagen, Verpflegung und was Du sonst im Urlaub ausgeben möchtest.
Die Belastung des Kontos bleibt leider nicht der einzige Nachteil des Inselhoppings mit dem Flugzeug. Das meiste Kerosin verbraucht die Luftfahrt beim Start. Deshalb sind Kurzstrecken aus der Sicht von Umweltschützern äußerst problematisch. Viele Reisende werden zudem negativ wahrnehmen, dass durch die Flüge das maritime Erlebnis des Inselhoppings beeinträchtigt wird. Die Romantik, sich zwischen verschiedenen Eilanden zu bewegen, kommt nicht auf.
Inselhopping mit der Fähre
Der größte Vorteil ist, dass fast jede bewohnte Insel einen Fährhafen besitzt. Die Schiffe sind das wichtigste Verkehrsmittel in der griechischen Inselwelt. Sie verkehren regelmäßig auf festgelegten Routen von einem Eiland zum nächsten. Ein Beispiel ist die Kykladen-Route, die von Piräus über Syros, Tinos und Mykonos nach Paros schippert. Dies eröffnet die Möglichkeit, jeden Tag eine Etappe zu fahren und die einzelnen Inseln auf sich wirken zu lassen.
Wer mit dem eigenen Auto oder einem Mietwagen unterwegs ist, stellt sein Auto aufs Parkdeck und das Gepäck in die dafür vorgesehenen Regale. An Bord gehen die Passagiere mit dem Handgepäck. Wenn Dir eine Insel besonders gefällt, bleibst Du einfach eine Nacht länger. Die Buchungen können spontan erfolgen, wobei die Hotels in der Hochsaison (August) ausgebucht sein können. Für ein flexibles Inselhopping eignen sich die Vor- und Nachsaison besser.
Der Wind, der Wind
Urlauber können zwischen zwei Fährtypen wählen. Die klassische Autofähre ist langsamer unterwegs, aber dafür unschlagbar günstig. Sie verhalten sich auch bei stärkerem Wind stabil, sodass auch empfindliche Menschen selten seekrank werden. Zudem sind sie mit 15 bis 30 Euro pro Person und Strecke unschlagbar günstig. Die teureren Schnellboote und Katamarane „schlucken“ die Wellen weniger effektiv, was im Magen unangenehme Gefühle hervorrufen kann. Dafür verkürzt sich die Reisezeit, wenn die Fähren ablegen. Bei schwerer See bleiben insbesondere die Katamarane im Heimathafen.
Das Problem ist der Meltemi, der in der Ägäis bis weit hinausbläst. Der Sommerwind zeigt in der Hochsaison eine bemerkenswerte Kraft und Ausdauer. Wenn Du eine komfortable Reise bevorzugst, solltest Du lieber eine größere Reisezeit einplanen und auf eine klassische Fähre setzen.
Sichere Reise
Die Zeiten, in denen man mit Skepsis auf griechische Fähren schauen musste, sind längst vorbei. Das Fährunglück der „Express Samina“ war ein Weckruf für die Branche. Große Anbieter wie Blue Star Ferries oder Seajets verfügen über hochmoderne und akurat gewartete Schiffe, die alle Anforderungen der EU erfüllen. Zu den regelmäßigen Kontrollen gehören der Brandschutz, der Zustand der Rettungsboote und die Stabilität. Bei gefährlichen Seebedingungen (meistens ab Windstärke 7 oder 8) unterbinden die Hafenbehörden das Auslaufen von Passagierschiffen.
Chaos in Piräus entgehen
Piräus ist ein riesiger, unübersichtlicher Hafen, dessen Betrieb auf viele Urlauber als sehr chaotisch wirkt. Der zu Athen gehörende Hafen fertigt im Jahr bis zu 20 Millionen Menschen ab, was eine ungeheure logistische Leistung erfordert. Teilweise müssen Passagiere kilometerweit mit dem Shuttlebus zum richtigen Gate fahren. Dieser Stress kann vermieden werden, indem Du auf die beschaulicheren Häfen auf Kreta oder Rhodos ausweichst. Diese Inseln sind von Deutschland aus mit verschiedenen Ferienfliegern gut erreichbar.
Von Kreta (Heraklion) aus lohnt sich eine Runde mit Santorin, Naxos, Paros und Milos. Rhodos eignet sich als Ausgangspunkt für ein Inselhopping in den Dodekanes mit Symi, Tilos, Nsyros, Kos und Patmos.
Inselhopping mit dem Segelboot
Diese Form ist zweifellos die umweltfreundlichste und bietet zudem viel Flexibilität. Mit dem Segelboot kannst Du Buchten ansteuern, die einem Autofahrer verborgen bleiben. Wenn Du einen Segeltörn unternehmen möchtest, musst Du entweder über einen Bootsführerschein verfügen oder einen Skipper anmieten. Diese Option bieten die meisten Yachtanbieter mit an.
Segeln im Ionischen Meer
Griechenland verfügt über zwei grundlegend verschiedene Segelreviere. Das Ionische Meer gilt als das einfachere Gebiet und ist deshalb auch bei Familien beliebt. Der Maestro ist ein recht gutmütiger Wind, der vom Land aufs Meer weht. Er schläft am Morgen fast ein und verstärkt sich über den Tag bis Windstärke 3 bis 5 Beaufort. Am Abend legt er sich wieder, sodass einem gemeinsamen Abendessen an Bord nichts im Weg steht.
Die Inseln bilden eine schützende Barriere vor dem Festland. Dazwischen entwickeln sich kaum hohe Wellen. Das Revier weist zahlreiche geschützte Buchten und Naturhäfen auf.
Inselhopping in der Ägäis
Besonders die Kykladen gelten unter Skippern als ein sehr anspruchsvolles Revier. Das Segeln erfordert hier eine große Erfahrung, denn der Sommerwind Meltemi sorgt für hohe, steil ansteigende Wellen. Die eng nebeneinander liegenden Inseln verstärken den Effekt noch durch eine unangenehme Sogwirkung. Das Segeln in diesem Revier erfordert eine gut eingespielte Crew.
Familien sollten die Ägäis besser meiden. Segler, die das Revier nicht kennen, mieten sich bei der ersten Tour besser einen erfahrenen Skipper. Wenn Du es dennoch allein versuchen möchtest, sind der Mai und der Oktober als Reisezeit empfehlenswert. Dann hat der Meltemi in der Ägäis weniger Kraft. Generell ist das Segelrevier wegen seiner wundervollen Inseln sehr reizvoll. Die Sicherheit solltest Du jedoch nicht außer Acht lassen.
Einen Nachteil hat ein Törn im Oktober jedoch. Obwohl das warme Meer noch zum Baden einlädt, ist das Wetter spürbar wechselhafter als im Hochsommer. Dafür sind die Preise vor Ort deutlich niedriger.
Anmerkung: Die Links dienen der Information. Ich erhalte von den Airlines keine finanziellen Zuwendungen.
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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