Donald Trump sorgt für Hoffnung an den Börsen
Der Start in die neue Handelswoche war an den Börsen alles andere als freundlich. Dann jedoch meldete sich US-Präsident Donald Trump.
Besorgniserregende Entwicklung am Persischen Golf
Der Krieg im und um den Iran ging auch in der vergangenen Woche unvermindert weiter. Unvermindert ist nicht erkennbar, welches Ziel die USA mit ihren Militäraktionen bewirken wollen. Israels Ziele sind nachvollziehbar. Bisher ist jedoch nicht zu erkennen, dass Luftschläge die Gefahr für Angriffe des Irans auf Israel reduzieren.
Der Krieg sorgt für immer härtere Schläge des Irans auf die mit den USA Verbündeten. Sie treffen vornehmlich die Infrastruktur des Energiesektors, was sich auf die Erdöl- und -gaslieferketten längerfristig negativ auswirken könnte. US-Präsident Donald Trump heizte die Sorge der Investoren an den Börsen durch neue Androhungen an. Er fasste unter anderem die Zerstörung iranischer Gasfelder im Persischen Golf ins Auge.
Israel bombardierte bereits eine Lagerstätte. Kolateralschäden nimmt die Allianz aus Jerusalem und Washington offenbar bewusst in Kauf. Steigende Energiekosten und befürchtete Versorgungsengpässe ließen auch in der vergangenen Woche die Öl- und Gaspreise deutlich steigen.
Donald Trump kündigt Atempause an
Die Energiekrise betrifft jedoch nicht nur China, Australien und Europa. Auch in den USA bekommen die Verbraucher und Unternehmer die stark steigenden Kosten zu spüren. Angesichts der schlechten Umfragewerte musste sich Donald Trump etwas einfallen lassen, um die Stimmung etwas zu heben. Im Herbst sind die Midterm-Wahlen und es sieht nicht gut für die Republikaner aus.
Der US-Präsident dachte offenbar, der Militärschlag gegen den Iran würde nach einigen Tagen beendet sein. Nun stellen die Strategen fest, dass das Mullah-Regime über ein beachtliches Arsenal an Raketen und Drohnen verfügt. Überrascht zeigen sich Militärstrategen auch über die Reichweite der iranischen Waffen. Experten glauben, dass auch Berlin erreichbar ist. Da die USA mit dem Stützpunkt in Ramstein eine wichtige Militärbasis hierzuland betreiben, dürfte der Iran Deutschland als legitimes Ziel ansehen.
Umso erfreulicher ist, dass US-Präsident Donald Trump erstmals in diesem Krieg auf eine leichte Deeskalation setzt. „Produktive Gespräche“ mit Teheran hätten ihn bewogen, die Zerstörung der Energieinfrastruktur um fünf Tage zu verschieben. Ob diese Zusage eingehalten wird, hänge von dem Verhandlungswillen des Iran ab, meinte der Chef im Weißen Haus.
Erleichterung an der Börse
Die Investoren an der Börse nahmen die Signale aus Washington positiv auf, die Risikofreude stieg. Der Dax legte um mehr als 1.200 Punkte zu, scheiterte jedoch am Widerstand bei 23.050 Punkten. Die von Analysten beschriebene Trendumkehr halte ich erst bei einem Sprung über die 23.325 für nachhaltig. Das Tief bei 21.860 Punkten fungiert als wichtiger Support. Der Ichimoku im Stundenchart dreht aktuell auf „neutral“.

Wirtschaftliche Risiken bleiben bestehen
Ein Ende des Krieges im Nahen Osten würde wohl die Zuversicht an den Märkten deutlich steigern. Nicht ganz aus den Augen sollten Anleger jedoch die konjunkturellen Risiken verlieren. Die hohen Energiepreise sorgen für eine steigende Inflation. Experten befürchten, dass sich dies auch auf die Lebensmittelpreise auswirkt. Das Verbrauchervertrauen könnte sich merklich abkühlen. Wie ernst die Lage ist, zeigte heute das Verbrauchervertrauen in der Eurozone, das im März von +4 im Vormonat auf –16,3 Punkte fiel. Dem sich zuletzt wieder erholenden Wirtschaftswachstum droht ein Rückschlag.
Trotzdem dürfte ein Ende der Militäroperationen gegen den Iran den Markt entfesseln. Der S&P 500 stieg vorbörslich deutlich an, scheiterte jedoch am Widerstand bei 6.690 Punkten. Eine echte Trendumkehr könnte ein Sprung über die 6.772-Punkte-Marke signalisieren.

Entspannung am Ölmarkt
Rohöl verbilligte sich heute deutlich. Für mich ist der Bruch der 90-Dollar-Marke in der Sorte WTI ein positives Signal, dass die Trendwende geschafft werden könnte. Sollte sich Donald Trump doch noch für die Zerstörung der iranischen Energieinfrastruktur entscheiden, könnten die Bullen schnell wieder übernehmen. Insgesamt bleibt die Lage volatil.

Gold bleibt gefragt
Die aufkeimende Hoffnung der Anleger würde durch einen sinkenden Goldpreis bestätigt werden. Das gelbe Metall unterliegt aktuell jedoch technischen Schwankungen. Nach der Rallye der vergangenen Monate nahmen viele Anleger Gewinne mit. Bei 4.200 US-Dollar steigen die ersten Käufer wieder ein. Die Aussagen von Donald Trump änderten an der Erholungsbewegung nichts. An diesem Beispiel zeigt sich, dass Anleger schlecht beraten sind, sich ausschließlich auf Nachrichten oder Charttechnik zu verlassen. Letztlich sind beide Komponenten für den Tradingerfolg wichtig.

Der lange Docht im Dailychart könnte eine bullishe Trendumkehr signalisieren.

Allerdings sinkt auch die Rendite der 10-Jahres-Anleihe aus den USA, was auf eine größere Nachfrage hindeutet.

Die Lage am Markt bleibt also angespannt.
EUR/USD dreht
Anders steht es bei EUR/USD. Das Paar reagierte in der vergangenen Woche unterschiedlich auf die Notenbanksitzungen der Fed und der EZB, die den Leitzins jeweils beibehielten. Die Notenbank in Frankfurt am Main zeigte sich jedoch wegen neuer Inflationsrisiken besorgt. Eine weitere Zinssenkung scheint aktuell nicht wahrscheinlich zu sein. Nach den heutigen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump verlor der sichere Hafen US-Dollar an Attraktivität. Der nächste wichtige Widerstand im EUR/USD dürfte bei 1,660 liegen.

Der steigende Euro dürfte aktuell auch von der Wirtschaft in der Eurozone positiv gesehen werden. Zuletzt sorgte ein schwacher Euro für zusätzlichen Druck, weil zu den steigenden Ölpreisen höhere Umtauschkosten in Dollar hinzukamen. Insofern hat alles immer zwei Seiten.
Wie ist die Stimmung in der Wirtschaft?
Die aktuellen Wirtschaftsdaten dürften kaum ein Bild über den aktuellen Zustand der Wirtschaft geben. Die meisten Zahlen stammen aus der Zeit vor dem Beginn des Krieges im Iran. Einen Hinweis auf die Stimmung der Unternehmenslenker dürften morgen die Einkaufsmanagerindizes geben. Die könnten für neue Volatilität sorgen. Vorher wird der Markt weiter auf Äußerungen von Donald Trump warten.
Titelbild: KI-generiert
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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