Schweres Fährunglück in Indonesien – was Reisende wissen sollten
Indonesien wurde in der vergangenen Nacht von einem schweren Fährunglück getroffen. Wie sicher ist eine Reise zwischen den rund 17.000 Inseln im Inselstaat?
Die „Putri Yasmin“ geriet in Brand
Das Fährunglück ereignete sich auf der Strecke zwischen den auch bei Touristen beliebten Strecken zwischen Bali und Lombok. Das Schiff geriet während der nächtlichen Überfahrt in Brand. Über die Ursache herrscht noch Unklarheit. Laut dem offiziellen Bordmanifest waren 131 Passagiere (117 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder) an Bord. Rettungskräfte sprechen jedoch von 172 Geretteten. Dies legt nahe, dass eine erhebliche Anzahl an Passagieren nicht ordnungsgemäß registriert war.
Die Behörden vermuten, dass ein Lkw im Autodeck das Feuer ausgelöst hat. Nach Behördenangaben starb eine 19-jährige Indonesierin. Die restlichen Passagiere wurden offenbar durch zur Hilfe eilende Schiffe gerettet. An Bord waren auch zwei Australier. Das Schiff lief Berichten zufolge auf Grund.
Glück im Unglück
Zum Zeitpunkt des Fährunglücks war die „Putri Yasmin“ bereits vor der Hafeneinfahrt in Lembar auf Lombok. Infolge des Brands fiel die Stromversorgung an Bord komplett aus, weshalb das Schiff manövrierunfähig der Strömung ausgesetzt wurde. Glücklicherweise strandete die Fähre im flachen Küstengewässer, was eine Evakuierung der Passagiere ermöglichte.
Ein Sinken des Schiffes in der Lombokstraße hätte nach Einschätzung von Experten vermutlich deutlich mehr Opfer gefordert. Die Route führt durch eine der weltweit tiefsten Meerengen. Sie weist eine extreme Unterströmung auf, die eine Rettung sehr schwierig gestaltet hätte. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Fährunglücken ein. Erst vor zehn Tagen kam es auf einer anderen Fähre in der Javasee zu einem Brand mit offiziell fünf Toten und vielen Vermissten.
Immer wieder Fährunglücke in Indonesien
Fährunglücke kommen in Indonesien relativ häufig vor. Dies liegt teilweise an der Geografie. Für die Bevölkerung des aus rund 17.000 Inseln bestehenden Archipels sind Schiffe die erschwinglichsten und wichtigsten Verkehrsmittel. Aufgrund der Vielzahl an Verbindungen ist die statistische Wahrscheinlichkeit eines Unfalls höher als in Regionen mit weniger Seeverkehr. Eine absolute Sicherheit existiert prinzipiell nicht.
Teilweise sind die Probleme in Indonesien jedoch hausgemacht. Die Regierung hat in Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) zwar Programme zur Modernisierung der Flotten und zur besseren Überwachung des Fährverkehrs entwickelt. Diese Anstrengungen bleiben jedoch bisher lückenhaft und werden durch eine zu laxe Überwachung durch die Hafenbehörden konterkariert.
Langfristige Aufgabe
Die Erhöhung der maritimen Sicherheit im indonesischen Archipel bleibt eine langfristige Aufgabe. Die verunglückte KMP Putri Yasmin wurde 1992 gebaut und ist somit bereits 34 Jahre alt. Dieses Problem ist der indonesischen Schifffahrt allgegenwärtig. Ein Großteil der Flotte ist veraltet und entspricht technisch nicht den modernsten internationalen Sicherheitsstandards. Eine Modernisierung erfordert erhebliche finanzielle Mittel und Zeit.
Da die Fährüberfahrten für die Bevölkerung erschwinglich bleiben müssen, sind die Margen für die Betreiber gering. Viele Kapitäne überladen ihre Schiffe, um die Rentabilität zu erhöhen. Dieses Vorgehen beeinträchtigt die Stabilität der Fähren massiv und begünstigt schwere Fährunglücke. Aus Kostengründen werden zudem notwendige Wartungsarbeiten häufig aufgeschoben. Fahrzeuge werden zudem auf den Decks unzureichend gesichert, was besonders bei rauer See zu Havarien führt. Zudem mangelt es häufig an einer ausreichenden Ausstattung mit funktionstüchtigen Rettungsmitteln (Westen, Booten, Feuerlöschern).
Panikmache ist nicht angebracht
Es ist wichtig, die Schwächen der indonesischen Schifffahrt zu kennen. Ein Grund, geplante Reisen zwischen den Inseln pauschal abzusagen, ist dies jedoch nicht. Klare, sichtbare Zeichen zeigen, wann Du ein Schiff besser nicht betrittst. Stark verrostete Fähren weisen auf eine mangelhafte Wartung hin. Wirkt ein Schiff schon beim Boarding überfüllt, deutet dies auf eine mögliche Überladung hin. Im Zweifel ist es ratsam, die Überfahrt auf eine spätere Verbindung zu schieben.
Bei Sturmwarnungen ist es besser, die Reise über eine Meeresstraße zu vermeiden. Nach dem Betreten des Schiffes empfiehlt es sich, die Position der Rettungsmittel und der Notausgänge zu lokalisieren. So verlierst Du im Ernstfall keine Zeit. Für längere Strecken zwischen den großen Inseln bieten sich Inlandsflüge als Alternative an. Sie sind zwar teurer, aber dafür hat Indonesien in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte in der Flugsicherheit erzielt.
Es gibt sichere Fährgesellschaften in Indonesien
Eine brennende Frage bleibt für Reisende, wie sie ein Unfallrisiko im Vorfeld minimieren können. Ganz gelingt dies nicht, allerdings investieren einige Fährgesellschaften für die Sicherheit ihrer Fahrgäste mehr, als die indonesischen Gesetze vorschreiben. Zwischen Bali und Lombok gehören die BlueWater Express, GiliGateway und die Scoot Fast Cruises zu den seriösen Anbietern.
Ein einheitliches, verlässliches Gütesiegel existiert in Indonesien leider nicht. Die Fähren verfügen über die gesetzlich vorgeschriebenen Schiffspapiere. Diese sagen aufgrund mangelhafter Kontrollen wenig über den aktuellen Zustand des Schiffes aus. Für Langstrecken zwischen den großen Inseln gehört die staatliche PT ASDP Indonesia Ferry (Pelni) zu den vergleichsweise zuverlässigen Verkehrsmitteln. Meiden solltest Du Fast Boats. Dabei handelt es sich um privat betriebene kleine Holz- und Fiberglasboote. Sie sind häufig überladen und können in schwerer See kentern. Wenn Du schnell reisen möchtest, solltest Du auf größere Gesellschaften wie Eka Jaya zurückgreifen. Das älteste Schiff der Flotte stammt von 2016, was für eine Fähre sehr jung ist.
Alle gewerblichen Schiffe in Indonesien müssen eine nationale BKI-Zertifizierung besitzen. Kleinere, illegale Unternehmen entziehen sich den regelmäßigen Kontrollen und sind häufig ohne dieses Zertifikat unterwegs. Solche Schiffe solltest Du unbedingt meiden. Sei Dir jedoch auch bewusst, dass ein BKI-Zertifikat nur die staatlichen Mindestanforderungen bescheinigt und nicht in jedem Fall höheren internationalen Standards genügt.
Inselhopping in Indonesien?
Auch wenn es in Indonesien verhältnismäßig viele Fährunglücke gibt, bleibt Inselhopping ein wunderbares Erlebnis. Wenn Du die Tipps aus diesem Artikel beachtest, sinkt die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden, deutlich. Zusätzlich helfen Erfahrungsberichte von Reisenden auf Plattformen wie Tripadvisor, um schwarze Schafe schon vorab zu identifizieren.
Titelbild: Symbolbild (Igor Ovsyannykov from Pixabay)
Für die Erstellung des Texts wurde KI für das Korrekturlesen eingesetzt. Alle Recherchen und auch die nach der KI-Korrektur erforderlichen Änderungen habe ich eigenhändig durchgeführt.
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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