Donald Trump sorgt für Abkühlung an der Börse
Nachdem US-Präsident Donald Trump Zollerhöhungen für einige europäische Staaten angekündigt hat, macht die Rallye an der Börse eine Pause.
Neue Unsicherheit für Anleger
Grönland könnte in den kommenden Jahren zu einem strategisch wichtigen Ort werden. Die Insel liegt zwar geografisch nicht direkt vor den USA, sondern vor Kanada, aber sie rückt wegen ihres Reichtums an Bodenschätzen zunehmend ins Interesse verschiedener Mächte. Dass die Russen und Chinesen an der Insel ein Interesse haben, ist unbekannt. Die USA bemühen sich bereits seit fast 80 Jahren um den Kauf der Insel. Die bisher angebotenen Preise dürften zu niedrig sein, wie Studien nahelegen.
Dass es um die Sicherheit Grönlands geht, ist unwahrscheinlich, denn dieses Problem ließe sich in der NATO klären. Trump möchte einen preiswerten Zugang zu den Bodenschätzen der Insel. Wie weit der US-Präsident gehen wird, wissen wir nicht. Wir sollten ihn aber beim Wort nehmen und auch die militärische Eroberung nicht ausschließen. Dies spielt jedoch für die Börse zunächst eine untergeordnete Rolle.
Trump führt einen neuen Handelskrieg
Einige europäische Staaten entsandten zuletzt einige Soldaten zu einer Erkundungsmission, die für die Bundeswehr überraschend schon nach zwei Tagen wieder beendet war. Trump kündigte gegen die beteiligten Staaten Zölle an. Ab Februar sollen auf Importe aus Frankreich, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden und den skandinavischen Ländern Zusatzzölle in Höhe von zehn Prozent erhoben werden.
Mitte des Jahres sollen sie dann auf 25 Prozent steigen. Ob diese Drohung zum Ende der Mission geführt hat, kann man nur erahnen. Eine offizielle Meldung spricht von einem „planmäßigen Ende“, das ich eher bezweifle. Die Zollandrohung Trumps zeigt jedoch, dass er Grönland unbedingt möchte und dabei skrupellos vorgehen wird. Der Kongress (auch ein Teil der Republikaner) ist zwar gegen diese Politik, scheint jedoch aktuell wenig Macht zu haben. Dies ist besorgniserregend, denn Handelsfragen erfordern eigentlich die Billigung durch den Kongress.
Nicht nur Exportnationen in der EU betroffen
Für Exportnationen wie Deutschland ist dies eine schlechte Nachricht. Es könnte den erhofften Aufschwung der Wirtschaft weiter verzögern. Betroffen sind jedoch nicht nur die deutschen Unternehmen, sondern auch die vielen Zulieferer aus der gesamten EU. Dass die Börse wenigstens für einen Moment innehält, ist daher nachvollziehbar.
Insgesamt ist die Situation ein Dilemma. Grönland ist kein Grundstück, sondern eine Insel, die rund 57.000 Einheimischen gehört. Nur sie können entscheiden, ob sie ein Angebot aus den USA annehmen. Aktuell wollen sie dies nicht. Da Grönland eine weitgehend autonome Insel ist, wäre ein Kauf völkerrechtswidrig. Zudem bezweifeln US-Politiker beider Lager, dass sich die USA den Kauf Grönlands leisten können.
Gewinnmitnahmen nach Zollankündigungen von Donald Trump
Ob sich Donald Trump an das Völkerrecht hält, ist nicht sicher. Präsidenten eines anderen Staates darf man schließlich auch nicht verschleppen. Trotzdem scheinen die Anleger an der Börse relativ gelassen zu bleiben. Der DAX verlor am Vormittag gut 1,5 Prozent und notiert unter der 25.000-Punkte-Marke. Die Korrektur kam nach dem Rekordhoch am vergangenen Dienstag nicht überraschend.
Charttechnisch sahen wir in der vergangenen Woche eine Topbildung, in deren Folge der Kurs unter die Ichimokuwolke fiel. Zum Handelsauftakt fiel der DAX dann unter die Unterstützung bei 25.210 Punkten. Aktuell scheint auch der Support bei 24.980 nicht zu halten. Weitere Unterstützungsmarken liegen bei 24.670/450.

Der Dailychart zeigt, dass der Kurs deutlich über der Wolke steht. Dies deutet auf einen überkauften Status hin, weshalb auch technisch eine Gegenbewegung sinnvoll erscheint. Erst unter 24.670 Punkten würde der DAX in den neutralen Bereich sinken.

Sorge um Unabhängigkeit der Fed scheint keine Rolle zu spielen
In der vergangenen Woche hatte ich die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft gegen den Fed-Chairman Jerome Powell kritisch gesehen. Es gibt aktuell keine handfesten Beweise, dass der Notenbankchef bei der Finanzierung der Sanierung und Erweiterung der Immobilien der Behörden Kompetenzen überschritten hat. Es liegt die Vermutung nahe, dass Donald Trump den Druck auf die Fed erhöhen möchte, die Zinsen weiter zu senken.
Dies sorgte in der vergangenen Woche nur kurzfristig für Kursverluste des US-Dollars. Übergeordnet bleibt der Greenback bullish. EUR/USD konnte zwar die 1,16 verteidigen, bleibt aber im Abwärtstrend. Eine Umkehr würde wohl erst über 1,1650 nachhaltig.

Der Ichimoku zeigt auf der Unterseite ein mögliches Ziel bei 1,1450 an.

US-Börsen geschlossen
In den USA findet heute feiertagsbedingt, kein Handel statt. Wie die US-Anleger auf die Zollankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump reagieren, erfahren wir erst morgen. Der S&P 500 orientiert sich zunächst an den globalen Märkten und gibt um über ein Prozent nach. Aktuell der Index mit dem nach Ichimoku wichtigen Support bei 6.865 Punkten. Ein Bruch könnte den Kurs auf 6.820 führen. Auch im marktbreiten Index sieht der Kursverlauf der vergangenen Woche nach einer Topbildung aus. Nach der Rekordjagd der letzten Woche kommt dies nicht überraschend.

Eine übergeordnete Trendumkehr ist aktuell nicht zu sehen. Ein Blick auf den Dailychart zeigt, dass der marktbreite US-Index erst unter 6.530 Punkten in ein bärisches Szenario wechseln würde.

Inflation in der Eurozone schwächt sich ab
Die Inflation in der Eurozone fiel im Dezember überraschend auf 1,9 Prozent. Die Kernrate blieb mit 2,3 Prozent etwas zu hoch, sinkt jedoch auch um 0,1 Prozentpunkte. Dass es auch in anderen Regionen aktuell nicht rundläuft, zeigen China und Japan.
In China wuchs das BIP in den vergangenen zwölf Monaten um 4,5 Prozent, was unter den ehrgeizigen Plänen der Regierung in Peking liegt. Andererseits sorgte die Industrieproduktion mit einem Plus von 5,2 Prozent für positive Nachrichten. Die Einzelhandelsumsätze blieben deutlich unter den Erwartungen. Sehr schwach waren zudem die Investitionen, die im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent zurückgegangen sind. Bedenklich ist, dass sich der Rückgang im Vergleich zum November weiter beschleunigt hat.
Konjunkturschwäche ist auch in Japan zu beobachten,. Die Kernrate der Maschinenbestellungen brach im November um elf Prozent ein. Im Vergleich zum Vorjahr lag das Minus bei 6,4 Prozent.
Blick auf die Daten der Vorwoche
Die US-Inflation bleibt hartnäckig bei 2,7 Prozent. Die Fed steht also weiter vor der Frage, wie sie ihr Mandat und die Wünsche von Donald Trump in Einklang bringt. Nur noch um 2,8 Prozent stiegen die Erzeugerpreise im Oktober, was nach 3,0 Prozent im September ein kleiner Lichtblick ist. Die Einzelhandelsumsätze übertrafen die Erwartungen der Analysten leicht. Etwas besser als erwartet fielen die Neubauverkäufe im Oktober aus. Auch die wichtigeren Verkäufe bestehender Häuser wussten zu überzeugen. Überraschend niedrig fiel das US-Haushaltsdefizit aus. Es lag im Dezember nach offiziellen Angaben bei 145 Milliarden US-Dollar.
Jeweils in den positiven Bereich drehten der Philly-Fed-Herstellungsindex und der NY-Empire-State-Herstellungsindex. Die Philly Fed meldete für ihren Distrikt deutlich gestiegene Neuaufträge, aber ein gesunkenes Geschäftsklima. Die Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung in den USA übertrafen die Markterwartungen.
China konnte im Dezember seine Exporte um 6,6 Prozent steigern. Auch die Importe legten mit 5,7 Prozent ordentlich zu.
In Großbritannien überzeugte das BIP mit plus 0,3 Prozent im November. Sehr stark präsentierte sich die Industrie mit plus 1,1 Prozent.
In Neuseeland präsentiert sich das Unternehmensvertrauen im vierten Quartal erstaunlich stark. Beim Nachbarn Australien verbesserte sich das Konsumklima.
Rohöl droht neuer Preisverfall
Die Rohöllagerbestände sind in den USA in der vergangenen Woche deutlich gestiegen, was den Ölpreis deutlich drückte. Nachdem das schwarze Gold kurzzeitig mehr als 62 US-Dollar gekostet hatte, liegt der Preis nun wieder unter der 60er-Marke. Der Bruch der Unterstützung bei 58,70 US-Dollar löst eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf und könnte den Ölpreis (WTI) auf 56 Dollar verbilligen.

Einen neuen Schub erhielten die Edelmetalle, nachdem Donald Trump Strafzölle gegen acht europäische Länder ankündigte.

Bitcoin profitieren wie immer von Unsicherheit nicht. Die kurzzeitige Erholung ist schon wieder passé. Support könnte um 90.000 US-Dollar liegen.

Termine
| Tag | Zeit | Land | Ereignis |
|---|---|---|---|
| Montag | 14:30 | CAN | Verbraucherpreisindex |
| Dienstag | 08:00 | D | Verzeugerpreisindex |
| UK | Arbeitsmarktdaten | ||
| 08:30 | SUI | Weltwirtscahftsforum in Davos | |
| 10:45 | UK | Rede von BoE-Gouverneur Andrew Bailey | |
| 11:00 | D | ZEW-Konjunkturerwartungen | |
| EUR | ZEW-Konjunkturerwartungen | ||
| Mittwoch | 08:00 | UK | Verbraucherpreisindex |
| Erzeugerpreisindex | |||
| 08:30 | EUR | Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde | |
| 14:30 | USA | Rede von US-Präsident Donald Trump | |
| 16:00 | USA | Schwebende Hausverkäufe | |
| 19:30 | D | Bundesbank-Präsiden Joachim Nagel spricht | |
| Donnerstag | 00:50 | JAP | Handelsbilanz |
| 01:30 | AUS | Arbeitsmarktdaten | |
| 12:00 | D | Bundesbank-Monatsbericht | |
| 14:30 | USA | PCE-Kernrate-Preisindex | |
| BIP (endgültig) | |||
| Unternehmensgewinne | |||
| persönliche Einkommen und Ausgaben | |||
| 18:00 | USA | Rohöl-Lagerbestände | |
| 22:45 | NZL | Verbraucherpreisindex | |
| 23:00 | AUS | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| Freitag | 00:30 | JAP | Verbraucherpreisindex |
| 01:30 | JAP | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| 04:00 | JAP | Zinsentscheidung | |
| 08:00 | UK | Einzelhandelsumsätze | |
| 09:30 | D | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| 10:00 | EUR | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| 10:30 | UK | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| 11:00 | EUR | Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde | |
| 14:30 | CAN | Einzelhandelsumsätze | |
| 15:45 | USA | Einkaufsmanagerindizes (vorläufig) | |
| 16:00 | USA | Konsumstimmung Uni Michigan | |
| 18:00 | EUR | Verbrauchervertrauen | |
| Montag | Feiertag in Australien | ||
| 10:00 | D | Ifo-Geschäftsklimaindex | |
| 14:30 | USA | Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter (vorläufig) |
Dieser Börsenbericht stellt keine Handelsempfehlung dar.
Titelbild: KI-generiert.
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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