Freundlicher Jahresauftakt an den Börsen – aber wie geht es weiter?
Der erste Handelstag war an den westlichen Börsen von Gewinnen geprägt. Der freundliche Jahresauftakt bekam jedoch schon in der zweiten Hälfte des US-Handels Risse.
Technologieaktien gerieten zum Jahresauftakt unter Druck
Während der Dow Jones mit einem Plus aus dem Handel ging, geriet der Nasdaq 100 unter Druck und beendete den ersten Handelstag im neuen Jahr im Minus. Starke Gewinne verzeichneten in den USA Caterpillar, Boeing und Goldman Sachs. Besonders der Kursanstieg des Baumaschinenherstellers dürfte für die Zuversicht sprechen, dass die Konjunktur 2026 anzieht. Dass diese Hoffnung nicht auf Sand gebaut ist, zeigen optimistische Prognosen führender Ökonomen. Der Dow Jones verteidigte am Freitag den Support bei 47.820 Punkten. Die anschließende Erholung führte ihn über Tenkan (blaue Linie) und Kijun (orange), womit der Index als neutral betrachtet werden kann. Der Kurs bleibt jedoch unter der Wolke, was eher für eine bearishe Tendenz spricht.

Bei den Technologieaktien zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar scheint die Zuversicht im KI-Sektor zum Jahresauftakt weiterhin ungebrochen zu sein, aber ein anderes Schwergewicht verlor am Freitag 2,6 Prozent. Anleger begründeten die Entwicklung mit der Meldung, dass der chinesische Autokonzern BYD 2025 erstmals weltweit mehr Elektroautos verkauft hat als das Unternehmen von Elon Musk. Der Ichimoku im Nasdaq 100 präsentiert sich nach dem Bruch der Unterstützung bei 25.390 Punkten bearish. Weitere Supports sind bei 24.938/650 zu erkennen.

DAX mit stabilem Jahresauftakt
Der deutsche Leitindex markierte ein erstes Jahreshoch bei 24.671 Punkten, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Nachnörslich ging es sogar leicht ins Minus. Der vom Ichimoku signalisierte Support bei 24.450 Punkten hielt jedoch. Ein Bruch könnte den Index auf 24.020/23.865 zurückführen. Der Ichimoku des Stundencharts droht zum Handelsauftakt bearish zu werden.

Für Zuversicht sorgen die Einkaufsmanagerindizes aus China. Das verarbeitende Gewerbe signalisierte erstmals seit März 2025 wieder Wachstum. Marktbeobachter wiesen jedoch auf eine steigende Volatilität hin, die im DAX auf Korrekturen hinweisen könnte. Somit könnte ein neues Allzeithoch am Montag nicht anstehen. Dafür müsste der DAX auf 24.777 Punkte steigen.

EUR/USD kam zum Jahresauftakt unter Druck. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes fielen schwächer als angenommen aus. Es bleibt dabei, dass Europa im Vergleich zu anderen Wirtschaftsgebieten am stärksten von der aktuellen Konjunkturflaute betroffen ist. EUR/USD testete bisher die Unterstützung bei 1,1705 nicht. Dies könnte jedoch noch passieren, denn der Ichimoku ging bearish ins Wochenende.

Edelmetalle bleiben gefragt
Ein Grund ist die unverändert vorhandene Unsicherheit am Markt. Gold profitierte davon jedoch nur kurzfristig und gab dann wieder nach. Der Ichimoku verhält sich aktuell neutral, wobei ich einen Test des Supports bei 4.263 Dollar nicht ausschließen würde. Für neue Rekorde müsste das Geld Metall über die 4.400/25.

Stärker präsentiert sich Silber, das von einer hohen Nachfrage der Zukunftstechnologien profitiert. Wichtiger Support ist bei 70 Dollar zu erkennen. Darunter dürfte bei 67 Dollar weitere Unterstützung zu finden sein.

Bitcoin mit ruhigem Handel
Nach der hohen Volatilität am Ende des alten Jahres, gestaltete sich der Jahresauftakt im Bitcoin ruhig. Die Kryptowährung konnte sich etwas von der Korrektur erholen, ohne eine Bodenbildung schon bestätigt zu haben. Bullish wird es nach Ichimoku erst über 99.000 Dollar. Support ist bei 84.325 und 74.500 zu finden.

Venezuela spielt wohl keine Rolle für den Markt
Die Militärintervention der USA in Venezuela wird wohl ohne schwerwiegende Konsequenzen für den Markt bleiben. Möglicherweise könnte es eine leichte Volatilität im Rohöl geben. Übergeordnet ist jedoch nicht mit deutlichen Preisanstiegen zu rechnen. Venezolanisches Öl war auf dem freien Markt aufgrund von Sanktionen ohnehin nicht verfügbar. Wenn die USA das schwarze Gold, wie von einigen politischen Beobachtern vermutet, für den eigenen Bedarf nutzen sollten, würde der Ölpreis vermutlich sogar sinken. Öl bildete in der vergangenen Woche einen Doppelboden bei 56,60 Dollar. Bullish wird es wohl bei 58,75. Aktuell geht der Markt eher von einem Überangebot aus.

Die Termine
Am wichtigsten dürften die Arbeitsmarktdaten aus den USA sein. Die Non-Farm-Payrolls erscheinen am Freitag.
| Tag | Zeit | Ereignis |
|---|---|---|
| Montag | 02:45 | Caixin Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen |
| 10:30 | Sentix-Investorenvertrauen Eurozone | |
| 16:00 | ISM Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe USA | |
| Dienstag | 09:55 | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Deutschland |
| 10:00 | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone | |
| 10:30 | Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Großbritannien | |
| 14:00 | Verbraucherpreisindex Deutschland | |
| Mittwoch | 01:30 | Baugenehmigungen, Verbraucherpreisindex Australien |
| Einkaufsmanangerindex Japan | ||
| 08:00 | Einzelhandelsumsätze Deutschland | |
| 09:55 | Arbeitsmarktdaten Deutschland | |
| 11:00 | Verbraucherpreisindex Eurozone | |
| 14:15 | ADP-Arbeitsmarktdaten | |
| 16:00 | ISM Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen USA | |
| JOLTS – offene Stellen USA | ||
| Auftragseingänge USA | ||
| Ivey Einkaufsmanagerindex Kanada | ||
| 16:30 | Rohöl-Lagerbestände USA | |
| Donnerstag | 01:30 | Handelsbilanz Australien |
| 08:00 | Industrieaufträge Deutschland | |
| 08:45 | Handelsbilanz Frankreich | |
| 09:30 | geldpolitischer Lagebericht der Schweizer Nationalbank | |
| 11:00 | Erzeugerpreisindex Eurozone | |
| Arbeitslosenquote Eurozone | ||
| Geschäftsklima Eurozone | ||
| 14:30 | Handelsbilanz USA und Kanada | |
| Produktivität außerhalb der Landwirtschaft USA | ||
| Lohnstückkosten USA | ||
| Freitag | 02:30 | Verbraucherpreisindex China |
| 06:00 | Frühindikatoren Japan | |
| 08:00 | Handelsbilanz Deutschland | |
| Industrieproduktion Deutschland | ||
| 08:45 | Industrieproduktion Frankreich | |
| Konsumausgaben Frankreich | ||
| 09:00 | Arbeitsmarktdaten Schweiz | |
| SECO-Konsumklima Schweiz | ||
| 11:00 | Einzelhandelsumsätze Eurozone | |
| 14:30 | Arbeitsmarktdaten USA | |
| Arbeitsmarktdaten Kanada | ||
| 16:00 | Konsumstimmung der Uni Michigan |
Dieser Bericht dient der Information und ist nicht als Handelsempfehlung zu verstehen.
Titelbild: KI-generiert
Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.



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