Indonesien: Außerehelicher Sex verboten – was bedeutet das für Touristen?

Indonesien, Bali

Zu Jahresbeginn trat in Indonesien ein Gesetz in Kraft, das auch in Deutschland diskutiert wird. Im überwiegend islamischen Land wird außerehelicher Sex zukünftig bestraft. Touristen müssen jedoch keine Angst haben.

Überschaubare Konsequenzen für Touristen in Indonesien

Das neue Gesetz sieht vor, dass außerehelicher Sex mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr belegt werden kann. Das Gesetz gilt für Indonesier und Ausländer. Diese Tatsache verunsichert einige Europäer, die in diesem Jahr beabsichtigen, in das Inselparadies zu reisen. Die meisten Ängste dürften jedoch unbegründet sein.

Die indonesische Polizei darf nicht im Schlafzimmer vorbeischauen, sodass das Schäferstündchen weiterhin Privatsache bleibt. Allerdings ist  auch das Zusammenleben von unehelichen Paaren verboten. Die Verfolgung solcher „Straftaten“ kann jedoch nur erfolgen, wenn nahe Familienangehörige eine Anzeige erstatten. Dazu gehören, Ehegatten, Eltern oder Kinder. Dies zeigt, dass eine Strafverfolgung gegen Touristen nicht zu befürchten ist. 

Gemeinsame Zimmer könnten verweigert werden

Eine andere Unannehmlichkeit könnte jedoch drohen. Hoteliers könnten unehelichen Paaren ein gemeinsames Zimmer verweigern. Hier könnte es von der Region abhängen, wie streng die Regeln gehandhabt werden. Aktuelle Recherchen zeigen, dass Urlauber auf Bali mit keinen Unannehmlichkeiten rechnen müssen. Hier gilt eine laxe Auslegung der Regeln, die laut Angaben der Regionalregierung mit der Zentrale abgestimmt seien. 

Anders verhält es sich auf Inseln, auf denen der Islam konservativ ausgelegt wird. Aus Sumatra und in Aceh sollen es Medienberichten zufolge bereits ehelosen Paaren gemeinsame Zimmer verweigert worden sein. Reisende müssen also damit rechnen, dass sie separate Zimmer buchen müssen. Da die Umsetzung des Gesetzes regional variiert, sollten sich Betroffene vor der Buchung über die Praxis im gewünschten Hotel erkundigen. 

Übrigens: Gleichgeschlechtlicher Sex ist in Indonesien weiterhin nicht strafbar.

Präsidentenkritik und Gotteslästerung

Ein weiterer Teil beschäftigt sich mit der Meinungsfreiheit. Die Beleidigung des Präsidenten kann demnach mit bis zu drei Jahren Haft bestraft werden. Auch diese Regelung dürfte Touristen nicht tangieren, weil das Staatsoberhaupt die Beleidigung selbst anzeigen muss. 

Vorsichtig sollten Urlauber dagegen sein, Religionen zu kritisieren. Die bereits bestehenden Gesetze gegen Gotteslästerung wurden mit dem neuen Strafgesetzpaket verschärft. Strafbar ist nicht nur Kritik am Islam, sondern auch am Katholizismus, Protestantismus, Hinduismus und Buddhismus. 

Fazit

Die neuen Strafgesetze in Indonesien wirken sich auf Touristen kaum aus. Reiseveranstalter akzeptieren deshalb keine außerordentlichen, kostenfreien Stornierungen von Reisebuchungen.

Titelbild: KI-generiert

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Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.

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