Börse: Die Lage im Nahen Osten sorgt für keine Zuversicht

Krieg im Nahen Osten sorgt für Skepsis an der Börse

Im Nahen Osten herrscht weiter Krieg. Die Händler wagen sich bisher nicht aus der Deckung. Ein Kriegsende ist aktuell nicht absehbar.

Die Lage im Nahen Osten bleibt für die Händler schwer einschätzbar

Auch die dritte Woche Krieg im Nahen Osten belastete die Wirtschaft schwer. Die Energiepreise stiegen deutlich und noch ist nicht absehbar, ob der Iran bald seine militärischen Fähigkeiten wirklich signifikant einbüßt. Die USA und Israel melden zwar täglich Erfolge, aber bisher kontrolliert der Iran die Straße von Hormuz. Hinzukommen Schläge auf die Öl- und Gasindustrie der Golfstaaten.

Vermient scheint die Meerenge nicht zu sein, denn der Iran hat Schiffen unter indischer Flagge die Passage erlaubt. Dies nährt zugleich die Hoffnung, dass der Schifffahrtsweg schnell wieder freigegeben werden kann, wenn das Bedrohungspotential des Iran beseitigt wäre. Aktuell scheinen die USA und Israel jedoch andere militärische Ziele zu verfolgen. 

Trumps Idee wohl keine Lösung

US-Präsident Donald Trump sieht das Problem der blockierten Straße von Hormuz und schlug vor, dass andere Nationen die Schifffahrt in der Meerenge schützen. Aktuell ist nicht klar, welche Länder sich in den Krieg der USA und Israels hineinziehen lassen wollen. Laut Medienberichten griff der Iran bis gestern Abend 16 Handelsschiffe an. Offenbar sind die Briten bereit, Abfangdrohnen zur Verfügung zu stellen.

Auch die EU wollte sich mit den ohnehin im Roten Meer operierenden Kriegsschiffen an einer Sicherung der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormuz beteiligen. Sie vergaß dabei jedoch, dass sie gar nicht über Kriegsschiffe verfügt. Aus Deutschland kam schnell eine Absage zu diesen Plänen. Neben der NATO haben auch Australien und Japan eine Beteiligung an der Mission abgelehnt.

Keine Entspannung in Sicht

Für die Händler an der Börse bleibt die Lage im Nahen Osten weiterhin das Thema, das alles andere überdeckt. Der Ölpreis sank zwar am Vormittag leicht, bleibt jedoch auf hohem Niveau. Im Stundenchart von Brent bei knapp 102 Dollar eine Unterstützung sehen, die bisher nicht gebrochen wurde. Wichtiger erscheint mir jedoch die 94,25. Hier müsste ein Gap geschlossen werden. Erst ein nachhaltiger Bruch  dieser Marke würde charttechnisch eine mögliche Trendwende signalisieren. 

Rohöl, Sorte Brent – Stundenchart

Die US-Sorte WTI ist günstiger, sieht jedoch charttechnisch nicht besser aus. Hier dürfte die 90-Dollar-Marke eine wichtige Unterstützung sein. 

Rohöl (WTI) – Stundenchart

Der Krieg im Nahen Osten trifft die Wirtschaft

Mehrere Länder (auch Deutschland) beteiligen sich an der Freigabe von Ölreserven. Diese Bereitschaft sorgte jedoch nur dafür, dass der Ölpreis nicht noch weiter stieg. Jeder weitere Kriegstag im Nahen Osten dürfte die Lage für die Unternehmen verschärfen. Die Folge sind eine steigende Inflation, ein erneutes Sinken des Verbrauchervertrauens und die Abschwächung des Wirtschaftswachstums.

Die Höhe der Verluste lässt sich erst nach dem Ende des Krieges beziffern. Klar ist, dass jeder weitere Kriegstag die Lieferketten und die Produktion beeinträchtigt.

Dies erklärt, warum die Händler im Aktenmarkt weiterhin zögerlich agieren. Im DAX sehen wir eine wichtige Unterstützung bei 23.000 Punkten. Auf der Oberseite könnte ein Sprung über die 23.700 einen gestiegenen Optimismus signalisieren. Eine echte Trendumkehr sehen wir wohl erst, wenn der DAX nachhaltig über die 24.025 springt. Davon ist er aktuell weit entfernt.

DAX – Stundenchart

Der S&P 500 befindet sich aktuell in einem stabilen Abwärtstrend. Ein Bruch im heutigen US-Handel könnte erfolgen, ist jedoch alles andere als sicher. Eine echte Trendumkehr signalisiert der Ichimoku wohl erst über 6.772 Punkten. 

S&P 500 – Stundenchart

Die Wolke im Dailychart liegt sogar bei etwa 6.800 Punkten, ist jedoch sehr dünn. Dies signalisiert, dass der Widerstand gering ist. Der Index müsste jedoch erst einmal bis an diese Marke kommen. Die Lage im Nahen Osten bietet für ein solches Szenario wenige Argumente.

S&P 500 – Dailychart

Sichere Häfen weiter gefragt

Der Goldpreis sank zwar zuletzt etwas, aber eine Trendumkehr signalisiert der Dailychart nicht. Der Preis liegt weiterhin über 5.000 US-Dollar. Erste Sorgen müssten sich die Bullen wohl erst unter 4.885 US-Dollar machen.

Gold – Dailychart

EUR/USD fiel am Freitag unter die Marke von 1,1450, erholt sich heute jedoch wieder. Immerhin: Der von mir prognostizierte Unterstützungsbereich 1,1450/390 funktionierte. Der Ichimoku favorisiert weiterhin die Unterseite. 

EUR/USD – Dailychart

Meine Börsenberichte dienen ausschließlich der Information. Sie stellen keine Anlegerberatung dar.

Titelbild: KI-generiert

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Journalismus und Reisen – meine Passion In der Schulzeit begann ich, Gedichte zu verfassen. Später interessierte mich der Journalismus, der mich zu einem regionalen Radiosender führte. Hier lernte ich, kurze, prägnante Sätze zu bilden. Die längste Zeit meines Lebens habe ich mich mit dem Tourismus beschäftigt. Reisekaufleute sehen nicht nur viel von der Welt. Das Gesehene muss in einen zum Reisen motivierenden Text gegossen werden. Nach der letztendlich erfolglosen Beteiligung an der Entwicklung eines Reiseportals bin ich seit 2019 freiberuflicher Autor.

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