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Zuversicht nach Midterms

Veröffentlicht am 07.11.2018

Nach den Midterms rechnen die Händler wohl eher nicht mit gravierenden Änderungen in der Wirtschaftspolitik des Weißen Hauses. Dass eine weitere Steuerreform wohl nicht kommen, scheint den Markt dabei ebenso wenig zu stören wie eine mögliche Verschärfung des Handelsstreits mit China und wohl auch mit der Eurozone. 

Die Wall Street zeigt sich in den ersten Handelsstunden freundlich in den Handel und übernimmt damit die gute Stimmung aus Europa.

Morgen blickt der Markt auf die geldpolitischen Entscheidungen der Fed.

Der Dax startete freundlich, konnte dann aber keine Anschlusskäufer finden. So bewegte sich der Index seitwärts um die 11.600. Widerstand ist bei 11.690 aufzumachen. Wichtiger als Ziel ist für die Bullen aber die 11.800. Darüber könnte durchaus noch einmal ein Angriff in den Bereich 12.320  erfolgen. Auf der Unterseite bleibt die 11.430 eine wichtige Unterstützung. Ein Bruch könnte ein Widersehen mit der 11250 oder gar 11.050 ermöglichen. 

Anders läuft es bei den US-Indizes in den USA. Der S&P 500 gewinnt deutlich über ein Prozent und ist damit auf dem Weg zum wichtigen Widerstand 2.820. Sollte dieser überwunden werden, könnte sich der Index auf eine Jahresendrally begeben. 

Noch stärker legte der Nasdaq 100 zu. Auch hier deutet sich ebenfalls eine Fortsetzung der Erholung an. Über 7.200 könnte die 7.405 winken. Die zwischenzeitliche Schwäche bei den Techs scheint erst einmal vorbei zu sein. 

EURUSD profitierte lange von der Dollarschwäche, scheiterte letztendlich aber am Widerstand 1,1495. Solange das Paar nicht unter die 1.1450 fällt, bleibt aber eine Fortsetzung der Rally möglich. Andernfalls droht der Bruch der Wolke bei 1,14 und das Wiedersehen der 1,1301.

Donald Trump wird wahrscheinlich alles daran setzen auf Felder Erfolge zu verbuchen, bei denen er nicht auf die Demokraten im Repräsentantenhaus angewiesen ist. Die Außen- und Handelspolitik könnte dadurch eine wesentlich größere Rolle spielen. Ob das wirklich ein Gewinn für die US-Wirtschaft ist, bleibt umstritten. kleine und mittlere Stahlunternehmen melden bereits Auftragseinbrüche, weil die Stahlimporte deutlich teurer geworden sind. Dies kostet bereits Arbeitsplätze. Die Frage ist, ob sich dieser Trend bald auch auf andere Branchen überträgt.

Goldman Sachs rechnet aufgrund der neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress nicht mehr mit einer zweiten Stufe der Steuerreform. Handelspolitik und Haushaltsplan werden sich voraussichtlich nicht ändern. Dem Anheben der Schulden-Obergrenze dürften in Zukunft aber harte Verhandlungen vorausgehen. Die Chance, dass die Demokraten den nächsten Präsidenten stellen, sind nach Ansicht der Analysten bei Goldman Sachs gesunken. Die Zugewinne der Republikaner im Senat stützen die Chancen Donald Trumps auf eine Wiederwahl. 

Andere Stimmen warnen davor, dass Donald Trump bei den Handelsstreitigkeiten härter agieren könnte, um mit Außenpolitik von innenpolitischen Akzenten der Demokraten abzulenken. 

Überraschend stark präsentierte sich der kanadische Ivey Einkaufmsangerindex. Er legte im Oktober von 50,8 Punkten im Vormonat auf 61,8 Punkte zu. USDCAD reagiert darauf kaum, ist aber vorher schon zurückgekommen und handelt an der Wolkenunterkante bei 1.3070. Ein nachhaltiger Bruch könnte das Paar bis knapp 1,30 oder 1,2915/885 zurückführen. Oben dürfte um 1,3170/230 der Widerstand recht massiv sein. 

Die Rohöl-Lagerbestände sind in den USA um 5,78 Mio. Barrel gestiegen. Erwartet wurden 2,43 Mio. Barrel. WTI gibt seine zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab. Die 60-Dollar-Marke bleibt weiter ein Thema. Die Erholung dürfte mit Meldungen zusammenhängen, nach denen die OPEC über eine Drosselung der Förderung nachdenkt. Ein solcher Schritt könnte die Preise stabilisieren, hat aber auch den Nachteil, dass die Marktanteile der US-Fracker zunehmen würden. 

Die polnische Zentralbank hat die Zinsen unverändert bei 1,5 % gelassen. Dies entsprach den Erwartungen des Marktes. EURPLN gab heute schon vor der Veröffentlichung nach und brach die 4,2970. Unter 4,2810 wartet der wichtige Support 4,2635, der von den Bullen schon zweimal verteidigt wurde. Der Ichimoku des 4-Stunden-Charts ist ziemlich bärisch.

Zu den Gewinnern zählte heute auch der FTSE-MIB. Der Mailänder Index legte 1,4 % zu. Allerdings wurde der Widerstand bei 19.700 noch nicht überwunden. Eine Überwindung könnte die Erholung über die 20.000 führen. Insgesamt verfestigt sich der Eindruck, dass sich die Lage in Italien etwas beruhigt hat, obwohl der Haushaltsstreit mit der EU weiter schwelt. 

Ein starkes Starkes Comeback gab es bei Palladium, das denn gestrigen Absturz komplett kompensiert hat. Und schon gibt es wieder Chancen auf eine neue Rekordjagd. 

Die Kryptos werden entwickelten sich unterschiedlich. Während Bitcoin die 6.500 knapp überwand, mussten Ripple 3 % abgeben. Letzteres hatte charttechnisch keine großen Auswirkungen. Solange die Kunstwährung die 0,51 (Wolkenunterkante) verteidigt, könnte die Erholung fortgesetzt werden. 

Bei den Währungspaaren gab es die meiste Bewegung bei USDZAR. Das Paar setzte die Korrektur fort und brach nun auch die 14. Ziele auf der Unterseite könnten 13,6365 und 13,0765. Der Ichimoku bleibt im 4-Stunden-Chart bärisch.

Bundesinnenminister Horst Seehofer will laut der Wochenzeitung "Die Zeit" am Wochenende sein Amt als CSU-Vorsitzender zur Verfügungstellen. Innenminister wolle er bleiben. 

Die AfD will die als moderat geltende Mariana Harder-Kühnel als Bundestag-Vizepräsidentin vorschlagen. Der Platz der AfD ist bisher vakant, weil der bisherige Kandidat Alfred Glaser wegen islamfeindlicher Äußerungen von der Bundestagsmehrheit abgelehnt wurde. Generell ist es üblich, dass jede Partei einen Bundestags-Vizepräsidenten stellt. Harder-Kühnel ist eine aus Hessen kommende Juristin, die bisher nicht durch radikale Äußerungen aufgefallen ist. Trotzdem will die SPD die Kandidatin ablehnen. Da darf man schon mal auf die Begründung gespannt sein. 

Die NATO hat ein weiteres Militärmanöver im Baltikum und Polen gestartet. 17.500 Soldaten über dort die Abwehr eines Angriffs von Russland. Man übt ja auch in Norwegen, dort ist der Gegner allerdings ein imaginärer. Böse Zungen behaupten freilich, auch dort steht der Gegner im Osten. 

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