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Wachstumssorgen lassen den Markt vorsichtig bleiben

Veröffentlicht am 23.11.2018

Die erwartet dünnen Umsätze waren heute an den Aktienmärkten zu beobachten. Die Einkaufsmanagerindizes deuten auf eine weitere Verlangsamung in Deutschland und der Eurozone hin. Dies drückte den Euro, während der Dax stabil handelte,

Die US-Indizes sanken auch leicht, zeugen aber immer noch von einem soliden Wachstum. 

Übergeordnet äußerten die Anleger weiterhin ihre Skepsis im Handelsstreit zwischen den USA und China. Auch der deutlich unter Druck geratene Ölpreis dürfte nicht zu mehr Risiko am Markt führen. 

Auch beim Brexit bleiben die Marktteilnehmer vorsichtig. Am Sonntag gibt es einen EU-Gipfel. GBP konnte heute von der allgemeinen Euro-Schwäche nicht profitieren. 

Wirtschaftstermine

Feiertag in Japan / In den USA verkürzter Handel bis 19 Uhr

08:00    BIP Deutschland (endgültig) - leichtes Minus im 3. Quartal

Die deutsche Wirtschaft ist im 3. Quartal um 0,2 % geschrumpft. Hauptgrund war, dass die deutsche Autoindustrie aufgrund neuer Abgastest-Regeln viele Autos nicht ausliefern konnte und die Produktion gedrosselt hat. Die endgültige Lesung entsprach der Vorabveröffentlichung, war also keine Überraschung. 

09:30    Einkaufsmanagerindizes Deutschland (vorläufig) - Wachstum schwächt sich weiter ab

Besonders der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe deutet im November nach vorläufiger auf eine schwaches Wachstum hin. Nur noch 51,6 Punkte zeigt der Index für die deutsche Wirtschaft. Erwartet wurden 52,3 Punkte. Schwächer war der Index zuletzt im März 2016. Der Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen fiel von 54,7 auf 53,3 Punkte, Erwartet wurden 54,6. Die Sorge um eine deutliche Abflachung des Wirtschaftswachstums werden damit nicht kleiner. 

10:00    Einkaufsmanagerinidzes Eurozone (vorläufig)

Auch die Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone schwächen sich weiter ab. Das verarbeitende Gewerbe mit 51,5 Punkten unter den Erwartungen (52,0). Das Dienstleistungsgewerbe 53,1 - auch unter den Erwartungen (53,6). EURUSD bricht ein. 

14:30    Verbraucherpreisindex und Einzelhandelsumsätze Kanada - Inflation zieht an

In Kanada ist die Inflation überraschend deutlich gestiegen. Der Verbraucherpreisindex stieg im Oktober um 2,4 % zum Vorjahr (erwartet 2,2 %). Die Kernrate bleibt allerdings mit 1,6 % moderat. Vor einem Monat waren es 1,5 %. Kanadas Einzelhandelsumsätze sind im September um 0,2 % gestiegen (erwartet 0,1 %). allerdings schwächelte die Kernrate mit 0,1 %. Hier wurden 0,3 % prognostiziert. USDCAD volatil. Der Widerstand bei 1,3265 scheint erst einmal zu halten. Bei einem Bruch könnte ein zweiter Versuch eines Tests der 1,3386 erfolgen. Dort liegt das Jahreshoch

15:45    Einkaufsmanagerindizes USA (vorläufig) - insgesamt leicht enttäuschend

Die US-Einkaufsmanagerindizes blieben unter den Erwartungen. Dabei blieb das verarbeitende Gewerbe mit 55,4 (erwartet 55,6) Punkten etwas unter dem Vormonat (55,7). Das Dienstleistungsgewerbe konnte mit 54,4 (Prognose 55,0) ebenfalls nicht vollends überzeugen. Im Vormonat waren es noch 54,8 Punkte. Im Gegensatz zu den Indizes in der Eurozone präsentiert sich die US-Wirtschaft aber weiterhin mit einem soliden Wachstum. Die Wall Street ist ja heute geschlossen. Der Future des S&P500 schiebt sich heute erwartungsgemäß bei dünnen Umsätzen seitwärts

Videoanalyse (gegen 19 Uhr)

News am Abend

Mexikos BIP ist im 3. Quartal um 0,8 % gestiegen und ist damit knapp unter den Erwartungen (0,9 %) geblieben. Das hat USDMXN nicht sonderlich bewegt. Das Paar orientiert sich in ruhigem Handel seitwärts. Unten dürfte es bei 20,08 ziemlich gut unterstützt werden. Oben wartet bei 20,5675 Widerstand. Für die Seitwärtsbewegung innerhalb dieser Range fungiert die Wolke um 20,30 als Wetterscheide: Drüber eher bullische Chancen - drunter eher bärisch. In welche Richtung bricht das Paar aus? Heute wahrscheinlich in keine mehr. 

Der Brent-Öl-Preis ist erstmals seit 13 Monaten wieder unter die 60-$-Marke gefallen. Ein Bruch der 59,50 könnte den Kurs knapp unter 55 $ führen. 

Eine Gruppe von Ökonomen, unter ihnen der Chef des ifo-Institutes, Clemens Fuest, haben die Senkung der Unternehmenssteuern in Deutschland gefordert. Innerhalb der G7-Gruppe seinen die deutschen Unternehmenssteuern inzwischen die zweithöchsten. Man zahle inklusive Gewerbesteuer durchschnittlich 31 % Steuern auf Gewinne. Außerdem haben sich die Wirtschaftsfachleute gegen die Einführung einer Digitalsteuer ausgesprochen, weil sich die USA durch diesen Vorstoß der Europäer provoziert fühlen könnten. 

Auch Finnland stoppt als Reaktion auf den Khashaggi-Mord die Waffenlieferungen an Saudi Arabien. Die Bundesrepublik hat dies ja auch beschlossen, für die Zeit bis Gras über die Sache gewachsen ist, denn der Lieferstopp gilt laut SPIEGEL nur zwei Monate... Glaubwürdige Politik? Nicht in Berlin!

Die spanische Küstenwache hat gestern fast 900 Flüchtlinge aus 18 Booten gerettet

Ausblick 

Am Sonntag: EU-GIpfel zum Thema Brexit

Montag

09:15    Beschäftigungsgrad Schweiz

10:00    ifo Geschäftsklimaindex Deutschland

10:00    Rede von Peter Praet (EZB) auf dem internationalen Zinsforum

13:00    Rede von Ewald Nowotny (Österreichische Nationalbank)

15:00    Rede von Mario Draghi (EZB) vor dem Europäischen Parlament

19:30    Rede von Mark Carney (Bank of England)

Dienstag

CB Verbrauchervertrauen USA

Mittwoch

BIP, Neubauverkäufe USA

Donnerstag

Arbeitsmarkt, Verbraucherpreisindex Deutschland

Wirtschaftsstimmung Eurozone

Schwebende Hausverkäufe, FOMC Sitzungsprotokoll USA

Freitag

ISM Einkaufsmanagerindizes China

EInzelhandelsumsätze Deutschland

Verbraucherpreisindex Eurozone

BIP Kanada

News am Mittag

Das Wall Street Journal berichtet, dass die USA versuchen, ihre ausländischen Verbündeten davon zu überzeugen, dass die Produkte des chinesischen Telekommunikationsanbieters Huawei Sicherheitslücken aufweisen. Deshalb drängt man besonders Länder mit US-Militärbasen, darunter Italien, Deutschland und Japan, auf Produkte des Herstellers zu verzichten. Die Erwartungen an ein Treffen von US-Präsident Donald Trump und den chinesischen Präsidenten Xi Jinping sinken dagegen. Inzwischen wären Beobachter schon glücklich, wenn beide Staatsmänner auf dem in der kommenden Woche stattfindenden G20-Gipfel wenigstens vereinbaren, die Gespräche über den handel fortzusetzen. 

Im Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU steht der italienische Europa-Minister angeblich vor seinem Rücktritt. Paolo Savona ist in der Haushaltsfrage gegen die Herausforderung der EU. 

Stephan Harbarth wurde heute im Bundesrat einstimmig zum neuen Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes gewählt. Die Personalie ist pikant, weil Harbarth bisher Fraktionsvize in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war und so eine dem Bundesverfassungsgericht eher nicht dienliche Nähe zur aktiven Politik besteht. Wenn Politik aktuell bestrebt ist, Vertrauen in die demokratischen Instanzen der Bundesrepublik zu zerstören, ist sie heute ein gutes Stück vorangekommen.

In Tschechien muss sich die Regierung einer Misstrauensabstimmung unterziehen. EURCZK beeindruckt dies nicht. Die Krone verlor aufgrund der mysteriösen Verdächtigungen, Ministerpräsident Andrej Babis habe seinen eigenen Sohn entführen lassen, schon in den vergangenen Wochen an Wert.

Aktualisierung vom Abend: Die Regierung überstand am Nachmittag diese Abstimmung und bleibt im Amt.

News am Morgen

Das externe Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England, Michael Saunders, rechnet damit, dass die Notenbank die Zinsen schneller anheben muss, sollte ein geordneter Brexit erreicht werden. Heute hat dies zunächst keine Auswirkungen. EURGBP legt leicht zu und verteidigt den Support bei 0,8850. 

Ob ein geordneter Brexit erreicht wird, bleibt aber ungewiss. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez sieht im Thema Gibraltar die  Positionen seines Landes und die von Premierministerin Theresa May noch weit auseinander.

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet zeigt sich über die Finanzierungsbedingungen in Italien besorgt. Sie seien viel zu straff für ein Land mit schwachem Wachstum und niedriger Inflation. Der Anstieg langfristiger Zinsen und die Kursverluste bei den Banken machen Sorgen. Praet geht davon aus, dass die Geldhäuser ihre Belastungen an die Kunden weitergeben werden und sich so die Turbulenzen an den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft durchschlagen. Mit anderen Worten: Auch der EZB-Wirtschaftsexperte sieht die italienische Steuerpolitik eher als der Wirtschaft nicht förderlich.

In Asien gab es meist Abgaben. In Japan wurde nicht gehandelt. Händler rechnen in diesem Jahr mit einem schwachen Black Friday in den USA. Dies hätte auch negative Auswirkungen auf die vielen Zulieferer aus Asien. Der Shanghai Composite verlor stolze 2,5 % und kämpft mit dem Support bei 2.563.

Die japanische Regierung soll Medienberichten zufolge planen, das Rentenalter von 65 auf 70 Jahre anzuheben. 

Vom chinesischen Apple-Zulieferer Foxconn wurde bekannt, dass das Unternehmen massiv Stellen streichen will. Für das kommende Jahr sollen die Kosten um 2,9 Mrd. US-Dollar sinken. Das Unternehmen baut für Apple u. a. iPhones zusammen. 

Im Gegensatz zu gestrigen Meldungen hat die deutsche Autoindustrie eigenen Angaben zufolge bisher kein keine Einladung ins Weiße Haus bekommen. Reuters meldete später, es gäbe nun eine Einladung. Das Treffen mit US-Präsident Donald Trump soll demnach Mitte kommender Woche stattfinden

Am dem Devisen Märkten gibt es kaum Bewegung. Die Indische Rupie setzt ihre Erholung weiter fort. 

Weiter Unter Druck stand in der Nacht Rohöl, das sich ein weiteres Prozent verbilligt und das Verlaufstief bei 52,75 wiedersieht. Ein Bruch dürfte WTI den Weg zur 50-Dollar-Marke ebnen. 

Donald Trump will weiterhin einen Gouvernment Shutdown provozieren, sollte der Kongress nicht mehr Mittel für den Bau der Mauer nach Mexiko bereitstellen. 

Der Iran will mit den USA kein neues Atomabkommen schließen. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erinnerte an das G7 Treffen im Sommer in Kanada, als Donald Trump auf dem Rückflug die Unterschrift unter das Abschlussdokument wieder zurückzog.