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Märkte am 6. Dezember

Veröffentlicht am 06.12.2018

Die Fed hat im Beige Book deutlicher als bisher Wachstumssorgen geäußert. Grund ist unter anderem ein sich zunehmend verengender Arbeitsmarkt, dem nicht mehr genug Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Zu den Wachstumssorgen kam die Verhaftung der Finanzchefin von Huawei, die asiatischen Märkte wieder deutlich unter Druck. Der Dax und die anderen europäischen Märkte nahmen die Bewegung auf und drücken ebenfalls den Sell-Knopf. Auch in den USA bliebt man risikoscheu.

Bei der OPEC scheint es bisher keine Einigung auf eine Produktionskürzung gegeben haben. Da halfen am Ende auch die deutlich gesunkenen Lagerbestände nicht, Der Ölpreis fand bisher keine Unterstützung.

20:00    Beige Book

Die Fed hat in ihren zwölf Distrikten meist ein moderates Wachstum festgestellt. Allerdings zeigen einige Distrikte doch, dass sich auch in den USA das Wachstum langsam abschwächt. So stellte die regionalen Feds in Dallas und Phaladelphia fest, dass sich das Wachstum verlangsamt hat. In St. Louis und Dallas gab es nur noch ein marginales Wachstum. Da darf man gespannt sein wie die US-Märkte nach der eintägigen Pause zurückkommen. Ein Teil des Wachstumspotentials konnte nicht ausgenutzt werden, weil in der Hälfte der Distrikte nicht genug Fachkräfte zu finden waren. Das Lohnwachstum präsentierte sich dadurch auch im hohen moderaten Bereich. Die höheren Zölle dürften sich langsam auf die Inflation auszuwirken, denn die Zölle belasten nicht mehr nur die Einkaufspreise der Hersteller, sondern auch der Händler und Restaurants. Die Hauspreise stiegen weiter an.

Im großen und ganzen gibt es keinen Anlass daran zu zweifeln, dass die Fed am 19. Dezember die Zinsen anhebt

01:30    Einzelhandelsumsätze Australien

Australien Einzelhandelsumsätze legten im Oktober im Rahmen der Erwartungen um 0,3 % zu, AUDUSD setzt seine Korrektur fort, was wohl weniger an den australischen Daten  liegt, als vielmehr dar. dass der US-Dollar weiter als sicherer Hafen gesucht wird. Unterstützung ist bei 0,7200/165/150 zu erwarten. Risiko-Aversion prägt auch den S&P/ASX, der die gestriger Erholung komplett wieder abgibt. Ein Bruch der 5.590 könnte den Index bis 5.515 führen. Im Wochenchart sieht man dass der übergeordnete Aufwärtstrend bei ca. 5.390 brechen würde. Ausdruck der aktuellen Schwäche sind Konjunktursorgen. Das sieht man sehr schön am Kupferpreis, der ebenfalls weiter deutlich nachgibt. 2,705 ist hier der nächste Unterstützungsbereich. Auch Rohöl gerät wieder unter Druck- 

08:00    Industrieaufträge Deutschland

Die deutschen Industrieaufträge sind im Oktober um 0,3 % gestiegen. Analysten hatten -0,4 % erwartet. Gleichzeitig wurde allerdings der September von 0,3 auf 0,1 % revidiert.

Märkte am Morgen

Deutliche Verluste hat es in der Nacht an den Aktienmärkten gegeben, die auch in Europa nachvollzogen wurden. Grund war die Festnahme der Finanzchefin von Huawei, Meng Wanzhou, in Kanada. Das kanadische Justizministerium erklärte, die USA hätten die Auslieferung Mengs verlangt. Was ihr vorgeworfen wird, wurde nicht mitgeteilt. Weder die chinesische Botschaft in Kanada noch Huawei kennen den Grund der Festnahme. Die chinesische Botschaft spricht von einer schweren Verletzung der Menschenrechte. Nachrichtenagenturen berichten, Im Dax starten 28 von 30 Aktien im Minus. Nur Vonovia und die Deutsche Telekom können positive Vorzeichen verzeichnen. Der deutsche Leitindex fällt auch neue Jahrestiefs und handelte schon unter der 11.000 Punkten. Aktuell befindet er sich an der Marke. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Festnahme Mengs, die Beziehungen der USA und Chinas belasten, was für die Handelsstreitigkeiten nicht dienlich sein dürfte. Huawei wird vorgeworfen mit seinen Mobilfunk-Produkten Spionage betreiben zu können. Neben den USA verzichten Großbritannien und Australien auf die Nutzung von Huawei-Produkten in sicherheitsrelevanten bereichen. Weshalb die USA ihre Verbündeten seit einiger Zeit bitten, keine Huawei-Produkte zu verwenden. Die USA werfen Huawei außerdem vor, gegen Sanktionen zu verstoßen. Nächste große Unterstützung im Dax wäre bei 10.800 zu finden. Der Index ist außerdem gerade dabei, den seit Herbst 2011 laufenden langfristigen Aufwärtstrend zu brechen.

EURUSD schafft es in der Nacht nicht über 1,1350. Widerstände waren außerdem bei 1,1400/435/475/500 zu finden. Support gibt es bei 1,1300/265/215.

Zusätzlich zur Entwicklung im Streit zwischen den USA und China, der über einfache Handelsfragen hinaus geht, hat die Fed sich gestern Abend im Beige Book deutlich zurückhaltender zum Wachstum in den USA geäußert auch dies dürfte ein Grund für den neuerlichen Abverkauf sein. 

Japans Notenbankchef Hirohiko Kuroda sieht die Bank of Japan weiter auf einem guten Weg das Inflationsziel von 2 % zu erreichen. Große Risiken sieht Kuroda aber für die Weltwirtschaft.

Der Yen wird aktuell als sicherer Hafen gesucht. Die Yen-Stärke ist nicht nur für den Nikkei gift. Er scheiterte in der Nacht mit einem Erholungsversuch am Kijun bei 21.600 Punkten. Unter 21.180 dürfte ein Widersehen mit der 20.815 erfolgen. 

Um sich vor Strafzöllen der USA zu schützen, will der Apple-Zulieferer aus Taiwan, Pegatron, seine Produktion aus China nach Indonesien verlagern.

Der britische Mobile-Anbieter BT Mobile will alle Huawei-Komponenten aus seinem 4G-Netz entfernen. 

Die Geopolitik bietet auch keine schönen Nachrichten. Die USA haben einen Zerstörer ins Japanische Meer geschickt. Dort erhebt Russland Gebietsansprüche. In Nordkorea haben US-Aufklärungssatelliten erspät, dass die Raketenbasis Yeongjeo-Dong ausgebaut wurde. Ein Statement aus den USA ist bisher nicht erfolgt.

In Wien hat das Treffen der OPEC begonnen. Dort könnte eine Produktionskürzung um 1 Mio. Barrel beschlossen werden. Es ist allerdings nicht klar, ob neben Saudi Arabien andere Länder bereit sind, die Produktion zu drosseln. WTI brach am Morgen aufgrund der zunehmenden Wachstumssorgen die 52,50/10 und ist damit auf dem Weg zur runden 50er Marke. 

In China versucht man kein weiteres Öl ins Feuer zu gießen. Das Handelsministerium zeit Zuversicht, den Handelskonflikt mit den USA innerhalb von 90 Tagen beizulegen. Angesichts der Wachstumsdaten in China steht die Regierung unter Druck, ein Ergebnis zu erzielen. Der Shanghai-Composite gab in der Nacht nach, verteidigte aber die 2.560.

14:15    ADP-Arbeitsmarktdaten USA

Die ADP-Arbeitsmarktdaten blieben mit 179.000 neuen Stellen unter den Erwartungen (196.000). Besorgen dürfte dies aber die Märkte nicht. Der Stellenaufbau ist weiter robust, obwohl die Betriebe Probleme bekommen Fachpersonal zu finden. Der S&P 500 wird deutlich tiefer in den Wall Street-Handel einsteigen. Aktuell handelt der Future unter 2.670 Punkten. Solange nicht wenigstens die 2.695 zurückerobert wird, muss damit gerechnet werden, dass zumindest mal die 2.626 erneut getestet werden könnte. 

14:30    Produktivität außerhalb der Landwirtschaft, Lohnstückkosten, Handelsbilanz USA

Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft wurde in der 2. Lesung wie erwartet von 2,2 auf 2,3 % nach oben revidiert. Erstaunlich ist, dass die Lohnstückkosten trotz sich verengendem Arbeitsmarkt von 1,2 auf 0,9 % Wachstum in Q3 revidiert werden musste. Nach -1,0 % in Q2 zeugt dies nicht von besonders hohem Lohnkostendruck. Das US-Handelsdefizit hat mit 55,5 Mrd. US% ein 6-Monats-Tief erreicht. Vor der Trump-Ära gab es ein größeres Defizit zuletzt im Jahr 2009. Bisher hat Donald Trump also ein zentrales Wahlkampfthema, nämlich das Handelsdefizit zu reduzieren trotz massiver Zollerhöhungen, die die Konjunktur der Weltwirtschaft gefährden, nicht erreicht. 

14:30    Handelsbilanz Kanada

Die kanadische Handelsbilanz weist mit 1,17 Mrd. CAD ebenfalls ein gestiegenes Defizit auf. Erwartet wurden 0,7 Mrd. CAD. USDCAD ist nach der gestrigen Zinsentscheidung der Bank of Canada wwiter gestiegen und hat die 1,3385 überwunden. Können die Bullen diese Marke verteidigen, sind nun 1,3555 möglich. 

Weitere Marktnews

Bei der OPEC gibt es zum Thema der Produktionskürzung von Rohöl wilde Gerüchte. Sie reichen von einem Konsens , der noch heute nicht kommuniziert werden soll bis dahin, dass heute kein Konsens erzielt werden konnte. So gibt der Ölpreis nach kurzer Erholung wieder nach. Bei WTI ist die runde 50, nicht weit entfernt. 

16:00    ISM Dienstleistungsindex, Industrieaufträge USA

Der ISM Dienstleistungsindex überzeugt mit 60,7 Punkten. Erwartet wurden für den November 59,3 Punkte, Der S&P 500 kann nicht wirklich davon profitieren und nähert sich weiter der 2.626.  Weitere Supports gibt es bei 2.600/550/530.

16:00    Ivey Einkaufsmanagerindex Kanada

Der Ivey Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft ist im November deutlich von 61,8 auf ber immer noch solide 57,2 Punkte gefalen. Allerdings erwartete der Markt 60,3 Punkte. USDCAD stabilisiert sich über der 61,8.

17:00    Rohöl-Lagerbestände

 Sehr stark sind  die Rohöl-Lagerbestände in den USA gesunken: um 7,323 Mio. Barrel (erwartet -0,942 Mio). Mal von einer kurzen Zuckung abgesehen wird dies vom Markt ignoriert. WTI weiter auf dem Weg zur 50 $-Marke. Derweil ist das OPEC-Treffen in Wien ergebnislos beendet worden. Morgen soll weiter verhandelt werden. 

18:15    Rede von Raphael Bostic (Boston Fed)

Der Notenbänker sieht den neutralen Zinssatz in "Rufdistanz". Dies könnte alle bestätigen, die glauben, dass die Fed ihren Zinserhöhungszyklus bald beenden oder zumindest pausieren lassen wird.

Video am Abend

 

Ausbick auf Freitag

00:30    Privatausgaben Japan

00:45    Rede von Jerome Powell 

08:00    Industrieproduktion Deutschland

09:30    Halifax-Hauspreisindex Großbritannien

11:00    BIP Eurozone

14:30    Non Farm Payrolls/Große Arbeitsmarktdaten USA

14:30    Arbeitsmarktdaten Kanada

16:00    Uni Michigan

18:00    Rede von Lael Brainard (Fed)

19:00    Baker-Hughes-Plattform-Zählung