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Märkte am 3. Dezember

Veröffentlicht am 03.12.2018

Die Euphorie über den Handelsdeal war am Ende doch ein bisschen übertreiben. Das merkte dann auch die Wall Street und preiste einen Teil der Gewinne wieder aus. Zwar haben die USA und China vereinbart, sich die kommenden 90 Tage nicht mit neuen Zöllen  zu überziehen, aber die schon eingeführten Handelsbarrieren bleiben bestehen. 

Ob es am Ende wirklich einen Deal gibt, ist nicht sicher, auch wenn sich Donald Trump bemüht, viel Optimismus zu versprühen. 

Die Daten waren heute meist freundlich, sieht man mal von Australien ab.

Der Dax verteidigt nach einer Korrektur geradeso die 11.450. Wird spannend morgen.

Marktnews vom Wochenende

Der G20-Gipfel in Buenos Aires war aus Marktsicht am Ende so erfolgreich, wie es viele wohl nicht erwarten konnten. Neue Zölle verhängen die USA und China gegenseitig zunächst nicht. US-Präsident Donald Trump glaubt sogar, dass es noch in diesem Jahr einen "großartigen" Handelsdeal zwischen beiden Ländern geben wird. Auch bei einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel klang der US-Präsident eher zuversichtlich. Das Handelsungleichgewicht sei enorm, aber es werde geändert, es werde besser und besser werden. Gleichzeitig lobte er die militärische Zusammenarbeit mit Deutschland. Der Präsident auf einer Charme-Offensive. Keinen Durchbruch erzielte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch  mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Putin zeigt Merkel, wie seiner Meinung nach die russisch-ukrainische Grenze verläuft und scheint aktuell wenig Interesse daran zu haben, dass Handelsschiffe die ukrainische Hafenstadt am Asowschen Meer, Mariupol, erreichen. 

Die G20-Staatschefs verabredeten, eine Reform der Welthandelsorganisation WTO voranzutreiben. Man darf also darauf hoffen, dass es auch in Zukunft ein globales Regelwerk für Handel gibt. 

Am Wochenende ist der frühere US-Präsident George H. W. Bush verstorben. Zu seinen Ehren bleiben die New York Stock Exchange und die Nasdaq am Mittwoch geschlossen. 

Der Kandidat auf den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, will Aktienkäufe als Form der Altersvorsorge von Steuern befreien. Da fragt man sich wie er Altersvorsorge im Zweifel von reiner Spekulation unterscheiden will. Am Ende würde wohl ein ohnehin geringer als Arbeit besteuertes Einkommen gar nicht mehr besteuert werden. Profiteure wären voraussichtlich besonders die, die es nicht benötigen. Ehrliche Arbeit würde  sich noch weniger lohnen. BlackRock und andere Vermögensverwalter wären die Gewinner dieser Idee. Da darf man mal aufhorchen, wenn man bedenkt, dass Merz Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland ist.

Laut deutschem Handelsverband hat das Weihnachtsgeschäft in Deutschland verhalten begonnen. Die Einzelhändler sind zwar nicht unzufrieden, hatten aber mehr erwartet. 

22:30    AIG Produktionsindex Australien

Der australische EProduktionsindex ist im November stark eingebrochen. Er fiel nach 58,3 Punkten im Vormonat nun auf 51,3 Punkte gefallen. Dies ist ein 13-Monats-Tief. Der Aussie präsentiert zum Handelsauftakt trotzdem einen Freudensprung und springt über die 0,7340. Ziel könnte nun 0,7465/95 werden. 

S&P/ASX erholt sich ebenfalls deutlich. Wohl weniger wegen der australischen, als viel mehr wegen der Ergebnisse des G20-Gipfels. Darauf hatten die Märkte gehofft. Nun freuen sie sich erst einmal. Überwinder der Index die 5.775, wäre ein Test der der 5.860 denkbar.

00:50    Investitionstätigkeit Japan

Japans Investoren waren im 3. Quartal ziemlich zurückhaltend. Die Investitionstätigkeit stieg in Q3 um 4,5 % erwartet wurden 8,6. Der Nikkei schießt trotzdem über die 22.550 - danke Buenos Aires. Ziel könnte nun 23.100 sein. Der S&P 500 lässt auch darauf schließen dass auch der Dax am Morgen ordentlich loslegt. USDJPY unterstützt dies, wenn auch nur zaghaft, zumindest im Vergleich zu den Indizes. Erstaunlich für mich ist, dass der Dollar auf den G20-Gipfel offenbar bärisch reagiert. EURUSD zwar auch nur leicht bullisch, aber immerhin +0,15 %. Charttechisch ist aber noch nicht viel passiert. Für die Bullen wird es an 1,14 interessant. Support bei 1,1300/265/215.

01:30    Bruttogewinne der Unternehmen, Baugenehmigungen Australien

Die Unternehmensgewinne sind in Australien im 3. Quartal um magere 1,9 % gestiegen (erwartet +2,9). Auch die Baugenehmigungen bleiben mit -1,5 % im Oktober unter den Erwartungen (-1,4 %). Die Bauleistung nahm hingegen im 3. QUartal um 2,7 % zu (erwartet 1,0 %)

02:45    Caixin Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe China

Der Index legte im November von 50,1 auf 50,2 Punkte zu. Erwartet wurden 50,1. Damit blieb der Einkaufsmanagerindex für das mittelständische verarbeitende Gewerbe in China geradeso auf Wachstumskurs. 

Der Shanghai Composite konnte sich in der Nacht um knapp 2,6 % erholen, bleibt aber unter dem Widerstand 2.677/700. Unter hielt der Support bei 2.560.

Märkte am Morgen

Wie schon die Märkte in Asien wird auch der Dax von der beim G20 Gipfel in Buenos Aires zwischen China und den USA gestützt. Der deutsche Leitindex schießt deutlich über 11.450 Punkte und testet am Morgen den Widerstand bei 11.565/80. Die Erholung könnte sich in den Bereich 11,690/800 fortsetzen. Erster wichtiger Support im Bereich 11.450/00. 

EURUSD sprang in der Nacht über 1,1350, ohne aber der 1,14 einen ernsthaften Besuch abzustatten. Erst über diesem Widerstand dürfte das Paar eine Chance auf eine Fortsetzung der Erholung Richtung 1,15 haben. Unten bleiben 1,1300/265/215 die Unterstützungen. 

Wie erleichternd die Nachrichten aus Argentinien waten, zeigt sich am Ölpreis, der zum Wochenstart um über 5,5 % zulegt und mit der Überwindung der 52,50 im WTi eine Bodenbildung abgeschlossen haben könnte. nächstes Ziel ist die 55,90.

Die Annäherung zwischen China und den USA bedeuten übrigens noch nicht das Ende des Handelskonflikts. Aber schon allein, dass es keine weiteren Zölle gibt und dass die beiden Länder ernsthaft über einen Deal verhandeln reicht, damit der Markt optimistisch auf die Konjunkturentwicklung im  1. Quartal 2019 schaut. 

Ökonomen warnen allerdings vor zu viele Euphorie. Die bisher beschlossenen Zölle bleiben bestehen. Der Handelskonflikt wird auch nach der jetzt vereinbarten Pause von 90 Tagen, in der es keine neuen Zölle geben soll, nicht beendet sein. 

Japan ist offen dafür, Großbritannien nach seinem Austritt aus der EU in das transpazifische Handelsbündnis TPP aufzunehmen. 

Katar will Anfang 2019 aus der OPEC austreten. Das von anderen Golfstaaten und Saudi Arabien aktuell diplomatisch isolierte Land zieht damit wohl die Konsequenzen aus der Übermacht der Saudis in dieser Organisation. 

Der Chef der People Bank of China, Yi Gang, hat das Ende des Kampfes gegen die extreme Verschuldung in China verkündet. Nicht das die Schuldenkrise bewältigt werde, aber die Maßnahmen der Notenbank verursachten einen Rückgang der Kredite, was das Wirtschaftswachstum einschränkt und somit mutmaßlich der Kommunistischen Partei des Landes eher nicht gefallen dürften. So wird die Schuldenblase also weiter aufgeblasen, als gäbe es kein Morgen. Die Gefahr, dass alles unkontrolliert platz, steigt weiter. 

Frankreich und Deutschland unternehmen einen weiteren Versuch der Einführung einer EU-weiten Finanz-Transaktionssteuer. Sie könnte in ein geplantes Eurozonen-Budget fließen.  Dann wird es wohl nur eine Eurozonen-Finanztransaktionsteuer. 

Unter den Gewinnern bei den Einzelwerten heute K+S. Das Unternehmen erklärte, dass die Produktion an der Werra trotz Trockenheit bis Weihnachten gesichert ist. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr blieb stabil. 

09:15    Einzelhandelsumsätze Schweiz

Die Schweizer Einzelhandelsumsätze sind im Oktober um 0,8 % zum Vorjahr gestiegen. Erwartet wurde ein Rückgang von 0,7 %. 

09:30    SVME Einkaufsmanagerindex Schweiz

Auch der Einkaufsmanagerindex für das Gesamtgewerbe präsentierte sich im November mit 57,7 Punkten freundlich erwartet wurden nur 56,3 Punkte. Damit konnte sich der Index etwas stabilisieren, markierte aber trotzdem den zweitniedrigsten Wert der letzten 15 Monate.

EURCHF fand nach seiner Korrektur am Freitag bei 1,1295 Unterstützung. Nachhaltig wird die Erholung aber erst über dem Widerstand 1,1355. 

09:55    Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Deutschland

Mit 51,8 Punkten blieb der Index im November knapp über dem Wert der ersten Veröffentlichung (51,6). Trotzdem wurde ein 2 1/2-Jahres-Tief markiert.

10:00    Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Eurozone

Auch der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone präsentiert sich mit 51,8 Punkten über der Vorabschätzung (51,5).

10:30    Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Großbritannien

In Großbritannien ist die Zuversicht der Manager wieder deutlich gestiegen nach 51,1 Punkten im Oktober gab es im November 53,1 Punkte. Erwartet wurden 51,6 Punkte.  Cable hält sich weiter über 1,2730, ohne einen wirklich bullischen Ausbruch zu schaffen. Dazu müsste die 1,29 überwunden werden. 

Die DZ Bank hat ihre Dax-Prognose für Ende 2019 radikal gesenkt: von 13.300 auf 12.000.  

Österreich will den Fachkräfte-Arbeitsmarkt künftig stärker auch für Fachleute außerhalb der EU öffnen.

Deutlich nach oben geht es heute bei den Autobauern. Die Atempause im Zollstreit zwischen USA und China sorgt für Aufatmen bei den Anlegern. Die global vernetzte Autoindustrie ist eine der Branchen die am meisten unter den Zöllen zu leiden hat. 

Märkte am Mittag

Insgesamt reagieren die Märkte mit deutlichen Aufschlägen auf die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Dax startete fulminant in die Woche, fand aber am Widerstand 11.590 keine Anschlusskäufer und konsolidierte erst einmal an die 11.500. Die Chance, die Rally fortzusetzen ist damit aber noch nicht vertan. Schön wäre für die Bullen, wenn die 11.500 einigermaßen hält. Unfreundlich wird es bei einem Rückfall unter die 11.450. Über 11.590 stehen die 11.690 und 11.800 im Fokus. 

Insgesamt muss man die Ergebnisse der Unterredung zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping wohl positiv sehen, auch  wenn es Skeptiker gibt, die daran erinnern, dass bisher kein Deal zustand gekommen ist. Sicher, aber immerhin reden beide länder miteinander. Dazu kommt, dass Donald Trump darüber sprach, dass China Importzölle auf Autos aus den USA komplett streichen will. Da darf man dann schon mal von Bewegung in der Sachse sprechen. 

So steigt auch die Hoffnung der deutschen Autobauer, dass sich Zölle doch noch umgehen können. Allerdings setzt Donald Trump hier offenbar auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen den USA und Deutschland, was nicht funktionieren wird, denn Handelsfragen werden in Brüssel entscheiden.  Trotzdem legen vor allem Daimler und BMW deutlich zu. Es benötigt aber mehr, um beide Aktien aus der Krise zu tragen. 

Deutlich profitieren tun auch die Rohstoffe. Kupfer versucht, die wichtige Marke bei 2,87 anzulaufen. Ein Sprung über den Widerstand wäre ziemlich bullish.

Die für mich immer noch eher überraschende Dollar-Schwäche stützte sogar Gold. Nachhaltig ist der Ausflug über die 1.228 aber noch nicht. 

EURUSD konnte die Gewinne vom Morgen auch nicht verteidgen und fällt wieder unter 1,1350. Weitere Supports bei 1,1300/265/215. Die 1,14 präsentiert sich als hartnäckiger Widerstand. 

Der S&P 500 handelt knapp unter 2.800 Hier muss die 2.820 überwunden werden, um doch noch die Jahresendrally starten zu können. 

16:00    ISM Einkufsmanagerindex USA

In den US-Chefetagen herrscht weiter gute Stimmung. Der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im November von 57,7 auf 59,3 Punkte. erwartet wurden 57,6. Die US-Indizes haben zum Start nach einem Aufwärts-Gap der Wall Street zunächst mit Gewinnmitnahmen zu tun. Der Dow Jones verteidigt zunächst die Untersützung bei 25.790. Weiterer Support wäre bei 25.540, der Widerstand aus der letzten Woche. Oben ist bei 26.225/360 Widerstand auszumachen.

Ein Grund für die Zurückhaltung der US-Anleger könnte sein, dass Fed-Gouverneur Randel Quarles keinen Grund sieht, von der aktuellen Geldpolitik abzuweichen. Die Strategie der Fed sollte weiter von den Daten abhängig bleiben, meinte Quarles. 

Darüberhinaus kommt an der Wall Street eine Meldung des "Wall Street Journal" nicht gut an, nach der die Handelsgespräche zwischen den USA und China vom Handelsbeauftragten Robert Lighthizer geführt werden sollen. Lighthizer gilt als unnachgiebig gegenüber China, was die Verhandlungen belasten könnte.

Deutlich unter Druck stand heute GlaxoSmithKline. Der Konzern kauft Tesaro für 75 $ je Aktie, was den Anlegern wohl zu teuer ist. Die Aktie gibt um 7 % nach. Dass der Preis sehr hoch ist, sieht man daran, dass Tesaro heute um fast 60 % auf gut 73 $ anzieht.

BMW kommt etwas von seinen Hoch zurück, nachdem Finanz-Vorstand  Nicolas Peter die Erwartungen für das 4. QUartal 2018 und für 2019 dämpfte.

Russland ist im Vorfeld des nächsten OPEC-Treffens in Wien nur zu minimalen Fördermengen-Reduzierungen beim Rohöl bereit. Mehr als um 150.000 Barrel pro Tag wollen die Russen die Rohöl-Produtkion nicht drosseln. Der Rohölpreis (WTI) kommt von seinen Tageshochs etwas zurück, verteiigt aber noch die 52,50.

Aufgrund des Trauertages für den verstorbenen ehemaligen US-Präsidenten George Bush wurde die Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor dem Kongress von Mittwoch auf Donnerstag verlegt.

Großbritanniens Premier-Ministerin Theresa May teilte heute mit, dass sie in Buenos Aires Handels-Deals mit verschiedenen Ländern diskutiert habe. Darunter waren Japan, Kanada und Australien. Das hilft GBP erstmal nicht. EURGBP legt heute leicht zu, schafft es aber nicht über den Widerstand 0,8925/40.

Die Hamas hat im Gazastreifen sechs Palästinenser zum Tode verurteilen lassen. Ihre Schuld: angebliche Kollaboration mit Israel.

Video am Abend

Ausblick auf Dienstag

04:30    Zinsentscheidung Australien

09:15    Verbraucherpreisindex Schweiz

10:15    Rede von BoE-Gouverneur Mark Carney

10:30    Baugewerbe-Einkaufsmanagerindex Großbritannien

14:30    Arbeitsproduktivität Kanada

16:00    Rede von John Willims (NY Fed)

22:30    API Rohöl-Lagerbestand