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Märkte am 29. November

Veröffentlicht am 29.11.2018

Die freundliche Stimmung nach der gestrigen Rede von Jerome Powell hat nicht lange gehalten. Anleger blieben angesichts des für den G20 Gipfel angekündigten schwer vorhersehbren Handelgespräches zwischen den Präsidenten der USA und China lieber vorsichtig. So wurde jeder Erholungsansatz sofort wieder verkauft. 

Auch der ungewisse Ausgang der für kommende Woche  geplanten Abstimmung über den Brexit -Vertrag im britischen Unterhaus sorgt für Zurückhaltung. 

So gab der Dax seine Gewinne von gestern Abend wieder ab. Die Wall Street hielt ihre Gewinne, fand aber bisher keine Anschlusskäufer.

Am Abend wartet der Markt auf die Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls um 20 Uhr. 

 

00:50    Einzelhandelsumsätze Japan

Die japanischen Einzelhandelsumsätze sind im Oktober überraschend deutlich um 3,5 % zum Vorjahr gestiegen. Erwartet wurden nur 2,7 %. USDJPY gab nach der Rede von Jerome Powell deutlich ab und handelt wieder unter dem ehemaligen Widerstand 113,65. Weitere Supports liegen bei 113,15 und 112,60/30. Der Nikkei kam dagegen nur sehr moderat zurück und bleibt nach Ichimoku im Stundenchart bullisch. Aktuell (10 Uhr) kämpft der Index mit dem Widerstand bei 22.300 Darüber würden 22.550 warten. Support gibt es bei 21.910. Sollte die freundliche Stimmung anhalten, was aufgrund des stärkeren Yen nicht sicher ist, könnte der Nikkei 22.950 anvisieren. Hierfür wäre allerdings die Überwindung von 22.550/640 nötig, denn erst dann wechselt der Dailychart mit dem Bruch der Ichimoku-Wolke in den bullischen Modus.

Dramatische Prognosen hat der IWF über die japanische Wirtschaft veröffentlicht. Demzufolge könnte das BIP aufgrund der überalterten Bevölkerung in den kommenden 40 Jahren um 25 % sinken. 

01:00    Neubauverkäufe Australien

Australiens Neubauverkäufe gingen im Oktober um 0,8 % zurück. Im September waren es +1,1 %

01:00    Unternehmensvertrauen Neuseeland

Das ANZ Unternehmensvertrauen blieb mit -37,1 im November unverändert zum Vormonat. Der Kiwi bleibt nach der Rede von Fed-Chairman Jerome Powell robust und ist beim Versuch den Widerstand 0,6850/75 aus dem Weg zu räumen. Der Ichimoku ist aktuell nicht besonders dynamisch aufgestellt., aber ein Ausbruch Richtung 0,7065/120 bleibt wahrscheinlicher als ein Abverkauf.

01:30    Privatinvestitionen Australien

Ziemlich schwach waren im 3. QUartal die privaten Investitionen, die um 0,5 % sanken. Erwartet wurden +1,1 %. AUDUSD stößt ein zweites Mal bei 0,7340 an und könnte bei einer Überwindung die 0,7460/95 anviseren. Stützend wirken die Rohstoffpreise. Kupfer legte nach der Rede Powells deutlich zu un dkämpft an der 2,802. Können die Bullen das Niveau halten, gäbe es bei 2,87 einen wichtigen Widerstand, dessen Überwindung Chancen auf die 3-$-Marke bringen würde. Rohöl konnte hingegen die Gewinne nur kurz halten. WTI ist unter die 50-&-marke gefallen und setzt seine Talfahrt fort. Unter 49,15 warten 45,50.

Märkte in Asien

Die Märkte in Asien sind angesichts der weiter bestehenden Unsicherheiten in Deckung geblieben. Zwar äußerten Händler weiter die Hoffnung auf die Annäherung der USA und China in Sachen Handel, wenn sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping am Wochenende auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires treffen, aber eine positive Nachricht einzupreisen wagt sich der Markt noch nicht. Die Andeutung Jerome Powells, das Tempo der Zinserhöhungen durch die Fed zu bremsen, sorgten ebenfalls nur für moderate Gewinne. Besonders in Japan erschwert ein dadurch stärkerer Yen die Exportchancen. Der Shanghai Composite startete freunlich, gab im Handelsverlauf aber alle Gewinne, einschließlich der von gestern ab und fiel wieder auf den Support 2.560. Auch in Sydney gaben die Kurse leicht nach. Hier zeigte sich die 5.775 als unüberwindbar für den S&P/ASX. An Unternehmensnachrichten gab es wenig Verwertbares. Rio Tinto will in Australien eine neue Eisenerzmine erschließen und legte in Sydney deutlich zu. Gold setzte seine Erholung in der Nacht fort, hat aber nun bald mit 1.228 $ einen wichtigen Widerstand vor der Brust. Eine Überwindung würde das Ziel 1.240 möglich machen. 

07:45    BIP Schweiz

Das Schweizer BIP ist im 3. Quartal überraschend um 0,2 % gesunken und enttäuschte damit die Markterwartungen (+0,4 %). Auf Jahressicht sank das Wachstum von 3,5 auf 2,4 %. EURCHF konnte sich nach den Abverkäufen der letzten Tage etwas stabilisieren, bleibt aber angeschlagen. Sollte die Wolke des Stundencharts bei 1,1305 nachhaltig überwunden werden, könnte ein Test der 1,1355 erfolgen. Unter 1,1260 droht ein Wiedersehen mit dem Jahrestief bei 1,1185.

08:45    BIP Frankreich

Das BIP wurde in der 2. Vorveröffentlichung mit 0,4 % im 3. Quartal bestätigt. Überraschend deutlich sind im Oktober die Konsumausgaben gestiegen. Sie legten um 0,8 %. Erwartet wurden 0,5 %.

09:55    Arbeitsmarktdaten Deutschland

Die Zahl der Arbeitslosen ist im November in Deutschland saisonbereinigt um 16.000 gesunken. Die Arbeitslosenquote sank von 5,1 auf 5,0 %. 

11:00    Wirtschaftsstimmung Eurozone

Der Index für die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist im November nur leicht von 109,7 auf 109,5 Punkte gefallen. Das Geschäftsklima ist sogar von 1,01 auf 1,09 Punkte gestiegen. Etwas zurückgegangen ist die Infationserwartung der Verbraucher. EURUSD kam schon inVorfeld stark von seinen Hochs zurück und testet erneut die 1,1350. Ein Bruch könnte das Paar zurück in den Abwärtstrend und Richtung 1,1215 führen. Interessant könnte heute Abend das FOMC-Sitzungsprotokoll werden. Es könnte sich in seiner Tonlage deutlich von dem unterschieden, was gestern Jerome Powell sagte.

Der Dax hat alle gestrigen Gewinne wieder abgegeben und bleibt damit in der seit tagen gültigen Seitwärtsrange zwischen 11.260 und 11.400/50.

14:00    Verbraucherpreisindex Deutschland

Der deutsche Verbraucherpreisindex ist im November um 2,3 % gestiegen. Erwartet wurden 2,4 %. EURUSD hat die 1,1350 verteidigt und steht nun wieder an den Hochs des Morgens. Widerstände gibt es weiter bei 1,1430/475/500

14:30    Privatausgaben und -einnahmen USA

Der Inflationsdruck in den USA bleibt gering. Der PCE-Kernrate Preisindex legte im Oktober nur um 1,8 % zum Vorjahr zu und blieb damit unter dem Vormonat und den Erwartungen (je 1,9 %). Positiv entwickelten sich die Privateinkommen, die im Oktober um 0,5 % stiegen (erwartet 0,4 %): Die Privatausgaben stiegen sogar um 0,6 % (erwartet 0,4 %). Der reale Konsum stieg um 0,4 %. Den Verbrauchern geht es also sehr gut, was auch die Konjunktur weiter tragen dürfte. Anders als in Deutschland oder China ist in den USA ja vor allem der private Konsum die Triebfeder für die Konjunktur. 

Der S&P 500 präsentiert sich vor der Markteröffnung an der Wall Street trotz leichter Gewinnmitnahmen im vorbörslichen Handel freundlich. Ein Überwinden der Widerstandszone um 2.750 könnte durchaus die Chance auf 2.820 Punkte eröffnen. 

16:00    Schwebende Hauskäufe USA

Die schwebenden Hausverkäufe sind in den USA mit -2,6 % recht deutlich zurückgegangen. Erwartet wurden +0,7 %. Am Aktienmarkt sieht es aktuell eher nach Vorsicht aus. im Vorfeld des G20 Gipfels will sich offenbar niemand zu eindeutig positionieren. Richtig viel Zuversicht hat US-Präsident Donald Trump für das Treffen seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping bisher auch nicht geäußert. Ob neue Zölle die US-Konjunktur wirklich beleben, ist eine Frage, die von Ökonomen sehr unterschiedlich betrachtet wird. Da ist Zurückhaltung nicht die schlechteste Idee. Der Dow Jones hat es bisher nicht bis an die 25.540 geschafft. Unten wartet weiter der Support bei 25.065/24.920/800

20:00    FOMC Sitzungsprotokoll

Das FOMC Sitzungsprotokoll gab keine grundlegend neuen Erkenntnisse. Die meisten Fed-Mitglieder erwarten eine baldige Zinserhöhung, was wohl nichts anderes bedeutet, als dass der nächste Zinsschritt im Dezember kommt. Diskutiert wurde aber, ob man im Statement die Aussage von  weiteren graduellen Zinserhöhungen ändern sollte. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Fed hier in Zukunft eine zurückhaltendere Formulierung verwenden könnte. In diese Kerbe gehen auch Bemerkungen einiger Notenbänker, die glauben, dass der Zins nahe der Neutralität angekommen wäre und weitere Zinsschritte  die weitere Expansion der Wirtschaft gefährden könnte. Es gibt aber auch Risiken, die ein zügigeres Handeln der Fed erfordern könnten: Die Steuerpolitik und die starken Verbraucher könnten eine schnellere Straffung der Geldpolitik notwendig machen. Viele Fed-Mitglieder wollen beim Ausblick die Datenabhängigkeit mehr betonen. EURUSD ohne große Reaktion. Der S&P 500 legt hingegen deutlich zu und kämpft nun mit dem Widerstand 2.750/55. Kommt es zu einem nachhaltigen Bruch, könnte 2.820 das Ziel sein.

22:05    Quartalszahlen von HP Inc

HP konnte im vierten Quartal mit einem Umsatz von 15,4 Mrd US$ die Erwartungen (15,1 Mrd.)  übertreffen. Der Gewinn trifft mit 54 Cent die Erwartungen.

22:45    Baugenehmigungen Neuseeland

Die Baugenehmigungen legten im Oktober um 1,5 % zu.

Weitere News

Das kanadische Leistungsbilanz-Defizit ist im 3. Quartal von 16,7 auf 10,3 Mrd. CAD gesunken. Erwartet wurden 11,5 Mrd. USDCAD verteidigt auf der Unterseite bisher die Wolkenunterkante im Stundenchart bei 1,3255. Oben ist allerdings auch schon wieder a, Kijun (orange) bei 1,33 Endstation. Ein weiteres Ziel wäre hier 1,3360, unten gibt´s bei 1,3180/25 weitere Unterstützung. Der Dailychart sieht eher bullisch aus. Ein Test des Doppeltopps bei 1,3385 würde demzufolge Sinn machen. 

Bei der Deutschen Bank hat die Polizei heute eine Durchsuchung durchgeführt. Die Bank wird verdächtigt, Kunden dabei geholfen zu haben, sogenannte Off-Shore-Gesellschaften zu gründen, um Steuern zu vermeiden. Die Bank bestätigte inzwischen, dass sich bei der Razzia auf Ermittlungen rund um die "Panama-Papers" handelt. Die ohnehin gebeutelte Aktie verliert bis zu 3 %.

Sixt hat angebliche Übernahmepläne dementiert. Zuvor kamen Marktgerüchte auf, Sixt wolle den Konkurrenten Hertz schlucken. Entgegen des allgemeinen Trend konnte die Aktie am Vormittag zulegen. 

Rheinmetall erwartet bis 2021 einen kontinuierlichen Umsatzanstieg bei etwa gleichbleibender oder etwas steigender Marge von über 7 %. Die Aktie legt leicht zu, ohne, dass sich das angeschlagene Chartbild wirklich nachhaltig aufhellt.

Bayer hat ein Sparprogramm angekündigt, bei dem auch 12.000 Jobs, davon nicht wenige in Deutschland, wegfallen sollen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss das Unternehmen aber bis 2025 für Deutschland aus. Laut Konzern hat das Sparprogramm nichts mit der Übernahme von Glyphosat-Hersteller Monsanto zu tun. Die Sparten Tiermedizin, Teile der nicht verschreibungspflichtigen Gesundheitsprodukte und der Anteil am Chemieparkdienstleister Currenta sollen verkauft werden, um Mittel für Zukunftsinvestitionen freizusetzen. Rund 35 Mrd. Euro will Bayer so gewinnen und zwei Drittel davon in Forschung und Entwicklung stecken. Der Konzernumbau soll zunächst rund 4,4 Mrd. Euro kosten, später aber jährlich 2,6 Mrd. Euro mehr Verdienst bringen. Der Markt reagiert verhalten. Die Aktie gibt rund 1 % nach.

Abercrombie & Fitch haben im dritten Quartal die Analystenschätzungen (20 Cent) mit 33 Cent je Aktie deutlich übertroffen. Auch der Umsatz blieb mit 861 Mio. US$ über den Erwartungen (850 Mio US$).

Was den Handelskonflikt zwischen USA und China betrifft, will das Wall Street Journal erfahren haben, dass die USA und China vereinbaren wollen, neue Zölle bis Frühjahr 2019 auszusetzen. China will im Gegenzug seine Handelspraktiken ändern. Donald Trump zeigte sich vorher über Twitter entschlossen, weiter auf Zölle zu setzen, um die US-Wirtschaft wettbewerbsfähig zu bekommen. An den Märkten spürt man die Unsicherheit, über einen möglichen Deal am Wochenende auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires. 

Nach den Vorfällen in der Straße von Kertsch hat US-Präsident Donald Trump sein auf dem G20-Gipfel geplantes Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin abgesagt.

Die Grünen wollen in Deutschland die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke schon bis Ende 2020 abschalten. Im Jahr 2030 soll die Kohleverstromung ganz beendet werden. Außerdem sollen ab 2030 nur noch abgasfreie Autos zugelassen werden. Daneben wollen die Grünen eine CO2-Steuer. Damit würde der Betrieb schwerer SUVs, die einen hohen Verbrauch haben, verteuert. Während sich der Straßenaufbau auf wenige klimaneutrale Projekte konzentrieren soll, wollen die Grünen öffentlichen Personenverkehr und Radverkehr deutlich ausbauen. 

Vietnam will seinen Bürgern bald Glücksspiel erlauben. Auf der Ferieninsel Phu Quoc wird bald ein Casino- und Resort-Komplex fertiggestellt, in dem dann auch Einheimische zunächst in einer 3-jährigen Pilotphase zocken dürfen. 

Der ukrainische Präsident Pedro Petroschenko hat die NATO um Hilfe gegen eine angebliche Aggression Russland gebeten. Er hoffe, dass die NATO Marine-Schiffe in das Asowsche Meer verlegt. Die aggressive Politik Russland sei nicht hinnehmbar. Besonders auf Hilfe aus Berlin setzt der ukrainische Präsident. Aus Berlin kam aber schon eine Ablehnung. Deutschland werde keine Marine Richtung Krim entsenden. Immer noch völlig unklar ist, war die Ukraine Marine in der Straße von Kertsch geschickt hat. Neutrale Beobachter können sich auf die Vorfälle vom Sonntag in der Straße von Kertsch keinen Reim machen. Besonders vor dem G20 Gipfel in Buenos Aires kann Russlands Präsident Wladimir Putin eigentlich keine Verschärfung der Krise mit der Ukraine gebrauchen. Eine Frage, die bisher nicht beantwortet wurde ist, was die ukrainische Marine überhaupt in der Straße von Kertsch wollte. Dass die Russen die Kontrolle über diesen Zugang u. a. in die wichtige Industriestadt Mariupol haben, war ja bekannt. Richtig ist auch, dass seit der Krim-Annexion durch die Russen offenbar der Warenumschlag im Hafen von Mariupol deutlich zurückgegangen ist. Dass die Russen die Kontrolle der einzigen EInfahrtmöglichkeit ins Asowsche Meer nutzen, um der Ukraine zu schaden, scheint wahrscheinlich. Es dürfte aber eher unwahrscheinlich sein, dass man diesen Zustand militärisch ändern kann. 

Der polnische Energieminister Krzysztof Tchórzewski glaubt nicht, dass man vor 2050 aus der Kohleverstromung aussteigen. 

Die "Gelbwesten", eine Protestbewegung aus Frankreich, finden nun in Deutschland Nachahmer. Die Ziele sind aber andere: Es geht um "Merkel muss weg" oder die Ablehnung des Migrationspakts. Auf der anderen Seite will man auch Cannabis legalisieren. Beobachter verorten die Initiative in Deutschland im rechten Spektrum, das wohl mit der Adaption der in Frankreich populären Organisation weiter in die Gedankenwelt der Mitte der Gesellschaft vorzudringen versucht.

Ausblick auf Freitag:

00:30    Arbeitsmarktdaten Japan

00:50    Industrieproduktion Japan

02:00    ISM Einkaufsmanagerindizes China

08:00    Nationaler Hauspreisindex Großbritannien

08:00    Einzelhandelsumsätze Deutschland

09:00    KOF Frühindikator Schweiz

11:00    Verbraucherpreisindex Eurozone (vorläufig)

11:00    Arbeitslosenquote Eurozone

14:30    BIP Kanada

15:00    Rede von John Williams (NY Fed)

15:45    Chicago Einkaufsmanagerindex

19:00    Baker Hughes-Bohrlöcher

G20-Gipfel in Buenos Aires (bis Samstag)