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Märkte am 28. November

Veröffentlicht am 28.11.2018

GM Zentrale in DetroitGM Zentrale in Detroit

Fed-Chairman Jerome Powell hat sich generell für weitere Zinsschritte ausgesprochen, gleichzeitig aber betont, dass die Fed sehr wohl darauf achte, die Expansion der Wirtschaft nicht durch zu schnelle Zinserhöhungen zu gefährden. Marktteilnehmer sahen darin offenbar die Bestätigung, dass die Fed beim Tempo der Zinsschritte im kommenden Jahr deutlich auf die Bremse treten könnte.

Hoffnungen auf eine Annäherung der USA und China im Handelsstreit stützen die Märkte über den Tag. Die Marktteilnehmer spekulieren auf ein geplantes Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping. 

Auf der anderen Seite bleibt die Gefahr zunehmenden Protektionismus weiter bestehen. Donald Trump glaubt, dass GM bei Einführung von Importzöllen für Autos weniger Stellen in den USA streicht.

Die Wirtschaftsdaten lagen unter den Erwartungen, tangierten die Märkte aber kaum. 

Wirtschaftstermine

08:00    GfK Konsumklima Deutschland

Das GfK Konsumklima für Deutschland ist für Dezember von 10,6 auf 10,4 Punkte gefallen. Erwartet wurden 10,5 Punkte

14:30    BIP USA

Das US-BIP ist im 3. Quartal nach zweiter Lesung um 3,5 % gestiegen. Nach der ersten Schätzung im Oktober warten es noch 3,6 %. 

16:00    Neubauverkäufe

Die Neubauverkäufe in den USA sind im Oktober auf ein 22-Monats-Tief gefallen. mit 544.000 Häusern wurden die Erwartungen (585k) deutlich unterschritten.

16:30    Rohöl-Lagerbestände USA

Die Rohöl-Lagerbestände sind in der vergangenen Woche um 3,577 Mio. Barrel gestiegen. Erwartet wurden nur 0,77 Mio Barrel Zuwachs. Der Rohölpreis (WTI) reagiert darauf wenig. Der gab nach dem gescheiterten Test der 52 nach und verharrt in der Range 50,10 - 52,00. Brent rutschte wieder unter die 60-$-Marke. Support gibt es hier bei 58,40. Bei 61,45 hat sich ein robuster Widerstand entwickelt. 

Der Markt im Video

News vom US-geprägten Handel

Der Richmond Fed Herstellungsindex bliebt mit 14 Punkten knapp unter den Erwartungen (15). Vo reinem Monat waren es noch 16 Punkte. 

Das US-Warenhandelsbilanz-Defizit ist im Oktober von 76,25 Mrd. US$ gestiegen. 

US-Präsident Donald Trump hat das Thema "Autozölle" offenbar ganz oben auf der Agenda. Trump glaubt, dass General Motors nicht so viele Arbeitsplätze in den USA abbauen würde, wenn Auto-Importe genauso wie Pick-ups besteuert würden.  Selbst US-Autohersteller glauben dagegen nicht an Wettbewerbsvorteile duch steigende Zölle. 

Die Auswirkungen der US-Strafzölle gehen immer mehr zulasten der chinesischen Unternehmen. Die US-Einzelhändler setzen chinesische Händler unter Druck und verlangen niedrigere Preise. Außerdem werden die Bestellungen gekürzt. Bei Amazon soll es vor allem in China produzierte Eigenmarken betreffen, die nicht mehr rentabel unter dem Preis vergleichbarer anderer Marken anzubieten sind. 

Alle sieben britischen Großbanken haben den Stresstest der Bank of England bestanden. Dabei ging es darum, ob die Finanzinstitute einen ungeordneten Brexit überstehen würden. 

Ausblick auf Donnerstag

00:50    Einzelhandelsumsätze Japan

01:00    Neubauverkäufe Australien

01:30    Privatinvestitionen Australien

07:45    BIP Schweiz

08:45    BIP Frankreich

09:55    Arbeitsmarktdaten Deutschland

10:00    Anhörung Premierministerin Theresa May vor dem Unterhaus, London

11:00    Wirtschaftsstimmung Eurozone

14:00    Verbraucherpreisindex Deutschland

14:30    Privatausgaben und -einnahmen USA

16:00    Schwebende Hauskäufe USA

20:00    FOMC Sitzungsprotokoll

20:00    Rede von Loretta Mester (Cleveland Fed) bei einer Veranstaltung der Boston Fed

22:05    Quartalszahlen von HP Inc

22:45    Baugenehmigungen Neuseeland

News vom europäisch geprägten Handel

Der S&P500 zeigt sich vor dem Handelsstart an der Wall Street nicht unfreundlich und handelt im Widerstandsbereich 2.690 bis 2.710 Punkte. Darüber fallen vor allen bei 2.748/55/90 und 2.820 ins Auge. Händler zeigen sich optimistisch, dass US-Präsident Donald Trump vor dem am Wochenende stattfindenen G20-Gipfel noch einen Optimismus versprühenden Tweet sendet und verweisen darauf, dass er dies immer vor solchen Ereignissen tut. Mit Spannung wartet der Markt auf eine Rede von Fed-Chairman Jerome Powell (18 Uhr).

Der Dax handelte in einer schmalen Range, der Ausbruchsversuch über den Abwärtstrend konnte zunächst nicht nachhaltig bestätigt werden. Unterstützung findet der deutsche Leitindex bei 11.260. Darunter könnte es zu einem Widersehen des bisherigen Verlaufsties bei 11.0/15 kommen. Oben müssen die Bullen über 11.450 kommen, um Chancen auf eine Fortsetzung der Erholung Richtung 11.800 zu haben.

EURUSD bleibt unter 1,13, handelt aber in einer sehr engen Range, was auf die von Jerome Powell geplante Rede am Abend (europäische Zeit) zurückzuführen sein könnte. Wichtiger Support bleibt die 1,1215. Über 1,1350 würde es um die Überwindung des kurzfristigen Abwärtstrends gehen. 

Der Rohölpreis bleibt im Handelsverlauf niedrig. WTI scheiterte am Widerstand 52 $ und ist wieder auf dem Weg zur 50,10. Eine mögliche Bodenbildung konnte damit nicht bestätigt werden. 

Bei den Einzelwerten steht Continental unter Druck, nachdem Händler den Autozulieferer als Übernahmekandidaten von Osram ausgemacht haben. 

Vapiano leidet unter einer erneuten Gewinnwarnung und verliert fast 10 %. Die Aktie dürfte ein drittes Ma die 6.45 testen. Tiefere Kurse sind nicht ausgeschlossen. Dabei befindet sich die Aktie schon auf historischen Tiefs.

Der VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat die Politik aufgefordert, die Klimaziele nicht weiter zu verschärfen. Wer eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um mehr als 30 % verlange, müsse mit unplanbaren Arbeitsplatzverlusten rechnen. Hm, ob dafür das Klima auch Verständnis hat, bleibt wohl die entscheidende Frage. Die US-Klimabehörde hat gerade gestern eine Untersuchung veröffentlicht, nach der der Klimawandel in den USA ein erhebliche wirtschaftliche Belastung darstellen wird und radikale Schritte verlangt, um den Klimawandel zu verlangsamen. Es könnte sein, dass der Verlust von sowieso nicht zukunftsfähigen Arbeitsplätzen schon in zwanzig Jahren ein kleines Problem sein könnte. Leider muss sich die deutsche Autoindustrie, die deutsche Regierung und die EU vorwerfen lassen, die emissionsfreie Zukunft im Individualverkehr verschlafen zu haben. 

Die Bundesrepublik Deutschland hat in der Bevölkerung zwischen 20 und 64 Jahre mit 77 % die zweithöchste Erwerbstätigenquote der EU. Nur Schweden ist 82 % noch besser.

Das Beschäftigungsbarometer des Ifo-Institutes ist allerdings im November in Deutschland von 104,6 auf 103,5 Punkte gefallen. Trotzdem: die Zahl der Arbeitnehmer wird weiter wachsen, auch wenn sich der Jobaufbau verlangsamt, stellen die Ökonomen fest. Der Stellenindex der Bundesanstalt für Arbeit stieg im November dagegen von 249 auf 252 Punkte.

Euro-Kommissar Valdis Dombrovskis hat im Handelsblatt Italien aufgefordert, den Haushalt "substanziell" zu ändern.

Die Nachrichtenagentur DPA hat unter Berufung auf Unternehmenskreise gemeldet, dass die IT-Messe Cebit in Hannover eingestellt werden soll. 

Die abgestürzte Lion Air-Maschine wies gravierende technische Mängel auf. Sie hätte nach Angaben der Behörden in Indonesien nicht starten dürfen. Am Unglück der fast fabrikneuen Boeing 737 MAX soll ein Sensor für die Messung des Anströmwinkel verantwortlich gewesen sein. Der Sensor meldete der Bordelektronik falsche Daten und sorgte so dafür, dass der Bordcomputer die Flugzeugnase immer wieder steil nach unten zog, um das Abreißen des Strömungsfilms zu verhindern. 26 Mal haben die Piloten die Entscheidung korrigiert, aber nicht erkannt, was sie eigentlich ausgelöst hat. Das fatale: Der Defekt war bereits vom Flug am Vortag bekannt. Damals hatten die Passagiere Glück, weil sich ihre Piloten dazu entschieden, das verantwortliche System auszuschalten. Offenbar versäumte der Pilot aber, dem verantwortlichen Techniker die Probleme zu schildern. Letztendlich kostete dies 189 Menschen das Leben. 

Der US-Sonderbeauftragte für die Ukraine hat erklärt, die USA wollten angesichts der Ereignisse in der Straße von Kertsch die europäischen Partner "ermutigen" gegen Russland weitere Sanktionen zu verhängen. 

Märkte am Morgen

Die Nachrichten von Dienstag waren nicht wirklich freundlich für die Märkte. Die Hauptrolle spielte wieder einmal US-Präsident Donald Trump, dem das Sparprogramm bei General Motors auf den Magen geschlagen ist. So droht er, dem Konzern sämtliche Subventionen zu streichen und Zölle auf Autoimporte zu verhängen. Auch im Handelskrieg mit China soll es wenig Hoffnung geben, dass die Erhöhung der Schutzzölle von 10 auf 25 % verhindert werden kann. Lawrence Kudlow bemerkte am Dienstag, dass es in den Gesprächen mit dem Reich der Mitte im Vorfeld des beim G20-Gipfel geplanten Treffens von US-Präsident Donald Trump  mit Chinas Präsidenten Xi Jinping keine Fortschritte gäbe.  Die trübe Stimmung hellte sich aber im Laufe des Handels wieder auf, was am Ende zu einem freundlichen Handel in Asien führte.

Der Dax startet heute freundlich in den Tag. Die 11.400 bleibt aber weiter als wichtiger Widerstand bestehen. Erst über 11.450 dürfte sich der deutsche Leitindex etwas befreien können. Neben 11.565 sind dann 11.690/800 Ziele. Supports sind bei 11.260/200/095/050/015 auszumachen. Der Ichimoku des Stundenchart sieht nicht unfreundlich aus. Der kurzfristige Abwärtstrend wurde gebrochen. Dies könnten Indizen sein, dass dem Dax zumindest bis zur Veröffentlichung der US-Daten ein freundlicher Tag bevorsteht.

Erneut Kritik erntete der Chairman der Fed Jerome Powell, der mit den schrittweisen Zinserhöhungen nach dem Geschmack Donald Trumps viel zu forsch umgeht. Heute Abend hat der Notenbankchef die Gelegenheit, die weitere Zinspolitik zu erläutern. zuletzt sah es so aus, als ob einige Fed-Mitglieder das Tempo der Zinserhöhungen reduzieren wollten. EURUSD fiel gestern unter die 1,13, ließ aber bisher Nachhaltigkeit vermissen. Weiterer Support liegt bei 1,1215. Über 1,13 gibt es bei 1,1350/430/475/500 Widerstand. Bei 1,1350 bleibt das Bild aber eher bärisch.

Dafür hielt sich der asiatische Markt am Mittwoch ziemlich gut. Der Shanghai Composite verteidigte die 2.560. Für Entwarnung ist es aber noch zu früh. Ziemlich schwach zeit sich auch USDCNH. Das Paar bleibt nahe der magischen 7er Marke.

Der Nikkei setzt seine Erholung fort und nähert sich dem nächsten Widerstand bei 22.300. Grund dürfte der weiterhin recht schwache Yen sein. USDJPY bleibt über der 113,80. Die Bullen haben damit weiter die Chance auf 114,25.

In Australien enttäuschten die Bauleistungen im 3. Quartal mit -2,8 % (erwartet 0,9 %). AUDUSD trotzdem mit freundlicher Tendenz, auch wenn das Paar aktuell ein einer ziemlich breiten Seitwärtsränge gefangen ist. Aktuell bewegt es sich immer um die Wolke des Stundencharts um 0,7240. Support gibt es bei 0,7180/65, Widerstand bei 0,7300/40. Der relativ starke Aussie und schwache Rohstoffpreise drücken auf die Aktien in Sydney. Der S&P/ASX schaffte es bisher nicht nachhaltig über 5.725.

Unter Druck geriet zwischenzeitlich auch Apple, nach dem US-Präsident Doanld Trump mit Zöllen auf in China produzierte Apple-Produkte drohte. Und weil Trump gerade so schön in Fahrt war, gab es gleich noch eine Breitseite gegen Jerome Powell, denn der Notenbankchef dreht für den Geschmack des US-Prasidenten zu stark an der Zinsschraube.

Das CB-Verbrauchervertrauen blieb mit im November mit 135,7 leicht unter den Erwartungen (135,9) und recht deutlich unter dem Vormonat. Dies wurde von der Wall Street aber weitgehend ignoriert. 

Fed Gouverneur  Richard Clarida klang nach zuletzt eher taubenhaften Äußerungen diesmal eher hawkish und stellte robuste Fundamentaldaten und eine gesunden Arbeitsmarkt heraus, was gestern den US-Dollar stützte. Zuletzt rechnete der Markt aufgrund eher nicht so überzeugender Daten und einiger vorsichtigerer Äußerungen aus der Fed damit, dass sich das Tempo der Zinserhöhungen im Jahr 2019 verlangsamen wird.

Die API-Rohöldaten wiesen um 3,45 Mio. Barrel gestiegene Lagerbestände auf. Dies beeiflusste den sich seitwärts bewegenden Ölpreis jedoch nicht. WTI am Widerstand 52,50. Ein Bruch könnte die Bodenbildung bei gut 50 $ bestätigen.