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Märkte am 26. November

Veröffentlicht am 26.11.2018

Der Markt hat die Einigung der 27 EU-MItglieder über den Brexit-Vertrag zunächst positive bewertet. Auch dass Italien im Haushaltsstreit mit der EU zumindest ein wenig Kompromissbereitschaft zeigt, wird positiv gewertet,

Die meisten Probleme bleiben aber bestehen: Theresa May werden wenig Chancen eingeräumt, den Brexit-Deal durch das Parlament in London zu bekommen und ob der Handelsstreit zwischen USA und China in dieser Woche beim G20-Gipfel in Buenos Aires (29 und 30. November) Fortschritte bringt, ist nicht sicher. Dazu kommt eine Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland

Die Daten aus dem Wirtschaftkalender konnten keine Impulse setzen. 

Der S&P 500 startete nach freundlichen Vorgaben aus Europa deutlich im Plus, konnte aber die Hürde bei 2.670 bisher nicht überwinden. darüber stünde gleich die nächste Widerstandszone bei 2.690/710 bereit. Bei 2.626 könnte sich ein solider Boden bilden. Noch fehlt zur Bestätigung aber der Sprung über die 2.670.

So tat sich auch der Dax schwer und fand am Abwärtstrend bei rund 11.400 keine Anschlusskäufer. Charttechnisch ist somit zunächst nicht viel gewonnen. Über 11.400/50 könnten die Bullen die 11.690/800 zum Ziel machen. Unten wartet bei 11.300/235 eine erste Unterstützung.

EURUSD konnte am Vormittag etwas zulegen, fiel aber am Nachmittag wieder unter die 1,1350. nach Ichimoku bleibt das Chartbild eher bärisch. Weitere Unterstützungen bei 1,1300/215.

Wirtschaftstermine

09:15    Beschäftigungsgrad Schweiz - Beschäftigung legt in Q3 zu

Die Zahl der Beschäftigten ist im 3. Quartal weiter gestiegen. 5,07 Mio. Menschen waren in Schweizer Betrieben angestellt. Im Vorquartal waren es 5,05 Mio. EURCHF profitiert von einem allgemein freundlichen Handel des Euro. Damit stabilisiert sich das Paar über 1,13. Erster wichtiger Widerstand bei 1,1350

10:00    ifo Geschäftsklimaindex Deutschland - trübt sich weiter ein

Das Geschäftklima trübt sich in Deutschland weiter ein. Der ifo Geschäftsklimaindex fiel von 102,9 auf 102 Punkte. Erwartet wurden 102,3. Bei der aktuellen Lageeinschätzung zeigten sich die Manager mit 105,4 (nach 106,1) Punkten skeptischer. Die Geschäftserwartung fiel von 99,7 auf 98,7 Punkte. Der Dax legte zum Start des Computerhandels weiter zu und könnte im Bereich 11.400 den ersten Abwärtstrend testen.

10:00    Rede von Peter Praet (EZB) auf dem internationalen Zinsforum

Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank sagte, die Europäische Zentralbank wolle sich im Dezember zur Dauer des Reinvestitionsprogramms äußern. Die EZB beendet zum Jahresende ihre Neueinkäufe von Wertpapieren, will aber für eine bisher nicht definierte Zeitspanne gekaufte Papiere bei Fälligkeit reinvestieren. Außerdem denke die EZB über ein neues langfristiges Refinanzierungsgeschäft (TLTRO) nach. Ohne würde die Überschussliquidität fallen, was die Kreditvergabe erschwert. Eine Ansteckungsgefahr durch Italien ist für andere Eurozonen-Länder nach Ansicht des Notenbänkers sehr gering. EURUSD tangierte dies nicht. Die Erholung kam am Kijun des Stundencharts (orange) zum Stoppen. 

14:30    Chicago Fed National Activity Index

Der Chicago Fed National Activity Index ist im Oktober von 0,14 auf 0,24 Punkte gestiegen. Der S&P 500 steht vorbörslich deutlich im Plus. Gestützt wird der Markt von Online-Händlern wie Amazon und Alibaba. Am Freitag startete mit dem Black Friday die Weihnachtssaison. Der S&P 500 scheiterte allerdings am Vormittag am Widerstand 2.670. Darüber kämen 2.690/710 in den Fokus. Unten könnte sich ein Boden um 2.626 etablieren. 

15:00    Rede von Mario Draghi (EZB) vor dem Europäischen Parlament

In der Rede vor dem Europapalament hat sich EZB-Präsident Mario Draghi für ein Eurozonen-Budget ausgesprochen. Mit der Konjunktur ist der Italiener nicht ganz zufrieden. Die jüngsten Wirtschaftsdaten seien schwächer als erwartet. Weitergehende Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik der EZB gab er nicht. 

19:30    Rede von Mark Carney (Bank of England)

News vom US-Handel

US-Präsident Donald Trump drohte heute per Twitter die US-Grenze zu Mexiko dauerhaft zu schließen, wenn Mexiko die Migranten nicht zurück in ihre Länder schicke. Unter den Migranten seien viele Schwerverbrecher. Woher diese schon öfter geäußerten Behauptungen stammen, bleibt weiter unklar.

Unter Druck steht nach dem Konflikt mit der Ukraine der Russische Rubel. USDRUB schließt mit dem nachhaltigen Bruch der 66,45 die Bodenbildung ab. Über 67,45 ist bei 68,30 noch einmal Widerstand auszumachen. Darüber könnte ein Retest der 70 möglich werden. 

General Motors hat einen regelrechten Kahlschlag angekündigt. Der US-Autokonzern will ab kommendem Jahr 5 Werke in Nordamerika schließen und die Gehälter der verbliebenen Belegschaft kürzen. Am Markt kommt so etwas immer klasse an. So auch diesmal: +7 %. 

Ausblick auf den Dienstag

ACHTUNG! aus terminlichen Gründen gibt es morgen von mir keine Verichterstattung!

14:30    Rede von Richard Clarida (Fed)

15:00    Case/Shiller Hauspreisindex USA

17:00    Rede von Yves Mersch (EZB)

20:30    Reden von Raphael Bstic (Atlanta Fed), Charles Evans (Chicago Fed) und Esther George (Kansas City)

22:30    API Rohöl-Bericht USA

23:00    Rede von Gouverneur Adrian Orr (Reserve Bank of New Zealand)

News vom europäischen Handel

In den Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU könnte Bewegung kommen. Laut Bloomberg ist Italien zu Nachbesserungen bereit. Aus dem Umfeld der regierenden Lega war zu erfahren, dass Italien bereit sei, die Neuverschuldung auf 2,0 bis 2,1 % zu senken. Bisher waren 2,4 % geplant. Auch der Vizepremier Luigi di Maio (5 Sterne) signalisiert, dass eine Reduzierung des geplanten Defizits möglich sein. Der Zins für Italiens 10-Jahres-Anleihe fällt deutlich. Der FTSE-MIB legt um fast 3 % zu. 

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger glaubt, dass es die erste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im Sommer oder Herbst 2019 geben wird. Wann genau hänge von den dann aktuellen Konjunkturdaten ab. 

Medienberichten zufolge will das britische Parlament in der übernächsten Woche über den Brexit-Vertrag abstimmen. Die Billigung des Vertrages durch den EU-Gipfel am Sonntag war für die Märkte das erwartete Non-Event. EURGBP startete zwar mit leichten gewinnen, droht aber inzwischen die Korrektur von der vergangenen Woche fortzusetzen. 

Für die Krypto-Bullen war der Sonntag kein guter Tag. Bitcoin fielen unter 4.000 Dollar und haben es bisher nicht nachhaltig über die wichtige Marke zurückgeschafft. Es wird langsam schwer, neue Tiefs zu finden. Bei 3.000 ist im Dailychart ein markanter Support auszumachen. Das wären allerdings nochmal 25 % Minus. Angesichts der Tatsache, dass wir gestern schon mal bei 3.457 waren, ist dies aber wohl nicht unrealistisch. 

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat zur übermorgen stattfindenden Islam-Konferenz auch liberale Vertreter der Religion eingeladen. Bisher haben nur sehr konservative Verbände teilnehmen dürfen. 

Bei der Österreichischen Bundesbahn standen heute von 12 bis 14 Uhr alle Räder still. Grund ist ein Tarifkonflikt. Insgesamt 670 Züge, davon 70 im Fernverkehr, waren betroffen. Die Bahn sah sich zur Maßnahme, alle Züge zu stoppen genötigt, weil die Gewerkschaft vorher nicht erklärte, in welchem Umfang gestreikt werden soll. Die Bahn sah damit die Sicherheit für die Kunden gefährdet. Auf jeden Fall wird der Tarifstreit auf dem Rücken der Kunden ausgetragen. Verkehrsminister  Norbert Hofer hält die Gewerkschaftsforderungen für überzogen. 

News vom Morgen

Der Dax startete am morgen an der Widerstandsmarke 11.300. Bei einem Bruch könnte er  die 11.400 und damit den kurzfristigen Abwärtstrend anvisieren. Ob er mehr schafft, ist angesichts der Vorgaben aus den USA eher unwahrscheinlich. Dazu kommt eine Eskalation der Lage im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, die der Markt bisher ignoriert. Die Vorgaben aus Asien waren allerdings nicht schlecht. Hier erholten sich die Tech-Werte. Auf der Unterseite wird der Dax bei 11.135/095/050/016 unterstützt. Über 11.400/50 warten 11565/690800 als Widerstand. Angesichts der geopolitischen Lage bin ich da skeptisch.

EURUSD verhält sich angesichts der Zustimmung der EU27 zum Brexitdeal leicht freundlich. Aktuell versuchen die Bullen über die 1,1350 zu kommen. Gelingt dies nachhaltig, wären 1,1430/475/500 die weiteren Ziele. Support bei 1,1300/215.

Ein bisschen zur Stabilisierung könnte der Märkte könnte der Ölpreis beitragen, der sich knapp über der 50-$-Marke etwas stabilisiert hat (WTI). Wirklich nachhaltig sieht die Erholung aber nicht aus, so dass eine weitere Abwärtswelle nicht ausgeschlossen werden kann. Ziel wären 45,50/42,25. Viel Stützung haben die Ankündigungen der OPEC, bei weitere fallendem Ölpreis die Förderung zu reduzieren, nicht gebracht.

Trotz einer Eskalation des Russland-Ukraine Konflikts, zeigt sich Gold nur leicht erholt. Die 1.228 bleibt ein hartnäckiger Widerstand. 

Der sichere Hafen Yen wird aktuell nicht gesucht. USDJPY legt in der Nacht und am Morgen deutlich zu. Widerstand warten bei 113,65 und 114,25. Supports bei 112,90/60.

Der Nikkei kann vor allem von zulegenden Einzelhandelsaktien profitieren und überwindet nachbörslich die 21.900. 

Japans Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist im November nach vorläufiger Lesung deutlich von 52,9 auf 51,8 Punkte gefallen. Erwartet wurden 53,0.

In China sieht das Bild sehr gemischt aus. Der Shanghai Composite konnte sich nach den Verlusten von Donnerstag von Donnerstag und Freitag nicht erholen, stoppte aber erst einmal den heftigen Ausverkauf. Unter 2.560 könnte wieder die 2.450 zum Ziel werden. Eine wirklich überzeugende Erholungsbewegung ist aktuell nicht zu sehen. 

Der Hang Seng erholte sich dagegen, bleibt aber unter dem Widerstand 26.525.

Die Börse in Sydney stand angesichts schwacher Rohstoff-Werte zunächst unter Druck, konnte sich aber im späten Handelsverlauf und nachbörslich deutlich erholen. 

Zu den Gewinner gehört heute Zalando. Das Unternehmen lieferte glänzende Zahlen vom "Black Friday". Rund 2 Mio. Bestellungen sollen eingegangen sein. Über 220.000 neue Kunden wurden gewonnen. Vor einem Jahr war es nur die Hälfte. 

BASF-CEO Martin Brudermüller vertraut darauf, dass Deutschland auch in diesem Jahr eine stabile Gasversorgung haben wird und setzt dabei auf den russischen Lieferanten Gazprom. Die Russen seien seit 30 Jahren zuverlässig und in der Vergangenheit die einzigen, die einen größeren Bedarf schnell sicherstellen konnten. Sicher ein wichtiger Grund, weshalb die deutschen Versorger amerikanisches Flüssiggas nicht unbedingt auf ihrem Einkaufszettel haben. 

Nach Medienberichten will General Motors die Kosten weiter senken und ein Werk nahe der kanadischen Metropole Toronto schließen. 2.800 Jobs sollen betroffen sein. 

Am Sonntag kam es in der Straße von Kertsch zu einem schweren militärischen Zwischenfall zwischen Russland und der Ukraine. Dabei hinderten russische Grenzboote ukrainische Marineschiffe an der Weiterfahrt ins Asowsche Meer. Die Schiffe sollen beschossen und gerammt worden sein. Danach wurden sie beschlagnahmt. Mehrere Matrosen seien verletzt worden. Russland wirft der Ukraine die Verletzung russischer Hoheitsgewässer vor. Die Straße von Kertsch ist die Meerenge zwischen der von Russland völkerrechtswidrig besetzten Halbinsel Krim und dem russischen Festland. Am Asowschen Meer liegt die letzte von der Ukraine im Osten kontrollierte Großstadt Mariupol. Seit dem Morgen soll die Straße von Kertsch wieder passierbar sein. Mit der Vorfall soll sich noch heute der UN-Sicherheitsrat beschäftigen. Die Ukraine hat den Kriegszustand für den 28. November, 9 Uhr, erklärt und versetzt die gesamte Armee in Kampfbereitschaft. Frankreich sieht die Gewaltanwendung Russlands als nicht gerechtfertigt an. 

China erschließt sich weitere Rohstoffreserven in Afrika. Die Gesellschaft China National Uranium kaufte eine namibische Uranmine von Rio Tinto.

Der Chef des Bundeskanleramts, Helge Braun, hält ein flächendeckendes 5G netzt für nicht notwendig. Dafür reiche auch das 4G Netz. Was Braun bei seinem Statement ganz vergisst ist, dass für flächendeckendes 4G auch Mobilfunkmasten gebaut werden müssten. Es gibt ja in Deutschland Regionen, in denen gibt es heute gar kein Mobilnetz. Wenn man sich außerdem vor Augen hält, dass die Bundesregierung durch das Grundgesetz verpflichtet ist, annähernd gleiche Lebensbedingungen in Deutschland zu garantieren, ist die Bemerkung von Herrn Braun bedenklich. 

Die Weltausstellung 2025 wird im japanischen Osaka stattfinden.