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Leichte Abgaben vor der Zinsentscheidung der Fed

Veröffentlicht am 08.11.2018

Vor den geldpolitischen Entscheidungen der Fed am Abend gingen die Händler ein wenig aus  dem Risiko heraus und vollzogen Gewinnmitnahmen. DIese blieben aber insgesamt eher zurückhaltend.

Der S&P 500 zeigt sich vor den Fed-Entscheidungen durchaus freundlich, hat aber noch nicht die 2.820 überwunden. Der Sprung über diese Hürde könnte die Jahresendrally auslösen. Es gibt Analysten, die den S&P 500 bereits über 3.000 Punkten sehen. Ausgeschlossen ist dies nicht. 

Die Marktteilnehmer rechnen mit der nächsten Zinserhöhung in den USA im Dezember. Interessanter dürfte für den Markt die Prognose für das kommende Jahr sein. Wird es die Fed dann bei drei Zinserhöhungen belassen oder könnte hier ein weiterer Schritt erfolgen? 

Der Dax führte sein Eigenleben und verlor deutlicher als andere europäische Indizes. Ist es die Angst vor einem sich noch mehr auf die Handelspolitik konzentrierenden US-Präsidenten Donald Trump? Gegen Japans "unfaire" Autoindustrie wütete er schon. Warum nicht auch gegen die aus der EU? Solange Verhandlungen stattfinden soll es ja keine Zollerhöhungen geben, nur aktuell wird nicht verhandelt. Unter 11.430 wird es ungemütlich für den Dax. Dann könnte schnell as jahrestief bei 11.050 im Fokus stehen. Eine Jahresendrally könnte über 11.800 starten. 

EURUSD bricht noch vor dem Statement der Fed um 20 Uhr den kurzfristigen Aufwärtstrend, also bärisch Richtung 1,1301? Oder doch 1,1610? Wenn man die Statements der Notenbänker zusammen nimmt, dürfte am Ende eventuell die Erkenntnis stehen, dass die Konjunktur in den USA weiter exzellent läuft und die Fed genau aus diesem Grund die Zinsen weiter schrittweise erhöhen wird. Werden es 4 Zinserhöhungen 2019. Wenn dies aus dem Statement heraus gelesen werden kann, wird der Dollar zulegen. Ob die Indizes dann wirklich einbrechen muss man mal abwarten, denn die Fed wird der US.Wirtschaft wahrscheinlich ein sehr gutes Zeugnis ausstellen. Der Ichimoku ist bärisch, aber das wird die Fed voraussichtlich nicht stören. 

So könnte nach dem Statement der Startschuss zur Jahresendrally fallen.

Die kanadischen Baubeginne blieben im Oktober mit 205.000 über den Erwartungen (200.000). Allerdings stagnierte der Preisindex für Neubauten. Die könnte auf eine mögliche Marktsättigung hindeuten. In den vergangenen neun Monaten sind die Hauspreise überhaupt nur zweimal gestiegen. USDCAD weiter zwischen 1,3070 und 1,3170. Mal sehen, ob die Fed daran etwas ändern kann. Der Ichimoku bleibt neutral. 

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen gesenkt. Für Deutschland erwartet die Kommission 2018 nur noch ein Wachstum von 1,7 (nach 1,9 ), für 2019 dann 1,8 (nach 1,9) %. Auch in Italien und Spanien wurde die Wachstumsprognose nach unten korrigiert. In Frankreich blieb sie fast unverändert. Insgesamt geht die Kommission für die Eurozone aber für 2018 trotzdem unverändert von einem Wachstum  von 2,1 % aus. 2019 wurde leicht von 2,0 auf 1,9 %. gesenkt.

EZB-Präsident Mario Draghi sieht hingegen die Eurozone weiterhin in einem breitangelegten Aufschwung, wie er im irischen Parlament erklärte. Schwächere Daten einzelner Sektoren und  Umfrageergebnisse änderten an der Sicht der EZB nichts.

EZB-Rat Ewald Nowotny warnte Italien indirekt, den Haushaltsstreit mit der EU eskalieren zu lassen. Sollte die Kreditwürdigkeit auf "Ramsch" abgestuft werden, wäre dies dramatisch, so der Österreicher. Die EZB könne keine "Junk"-Anleihen kaufen.

Zu den Gewinnern gehörte heute HeidelbergCement, obwohl die Quartalszahlen nicht unbedingt berauschend waren. Den Markt überzeugte am Ende, dass der Konzern höhere Preis am Markt durchsetzen konnte. Zumindest zum Handelsstart. Später setzten schnell Gewinnmitnahmen ein. 

ProSiebenSat1 ist dagegen klarer Verlierer und zog andere Medienunternehmen wie RTL gleich mit in den Abgrund. Die Aktie der Luxemburger fiel auf Rekordtief, obwohl die Zahlen ganz passabel waren. Der wichtige deutsche Markt schwächelt aber.

Der Unicredit wurde eine Bankenbeteiligung an der Yepi Kredi in der Türkei zum Verhängnis. Abschreibungen in Höhe von 850 Mio Euro sorgten für einen massiven Gewinneinbruch auf 29 Mio Euro. Analysten erwarteten einen Nettogewinn von 907 Mio Euro. Bereinigt um alle Sondereffekte stieg der Gewinn um rund 5 % auf 875 Mio. Euro. Da müssen Anleger nur noch hoffen, dass es nicht so oft "Sondereffekte" gibt. Die Aktie gibt 4 % ab und bleibt weiter in einem bärischen Fahrwasser

Zu den Gewinnern zählt die Commerzbank, die zwar einen Gewinneinbruch vermelden musste, aber über den Erwartungen der Analysten blieb. Dies galt auch für den Ausblick. Man werde zwar knapp unter den bisherigen Prognosen bleiben, die Erwartungen des Marktes aber übertreffen. Das freut den Markt. Zum wiederholten Mal hat die 7.93 als Unterstützung gehalten. Ichimoku neutral.

Der Tesla-Gründer Elon Musk gibt den Vorsitz des Verwaltungsrates wie mit der SEC vereinbart ab. Nachfolgerin wird Robyn Denholm, die vorher als Finanzchefin beim australischen Telekom-Anbieter Telstra arbeitete. Tesla setzt seine Erholung fort, ist nach Ichimoku aber überkauft. 

Tschechiens Zahl der Arbeitslosen ist mit 215.622 auf den niedrigsten Stand seit 11 Jahren gefallen. EURCZK eher seitwärts.

Die ganz großen Bewegungen fielen heute weitgehend aus. Die Türkische Lira korrigierte den zweiten Ztag in Folge. EURTRY wieder klar über 6,1575 und damit über der Ichimokuwolke. Die Bodenbildung könnte gelingen. Widerstand bei 6,29 und 6,4170.

Die Schwäche der Lira überträgt sich auch auf den BIST100, den türkischen Aktienindex, der gut 2 % verliert. Dramatisch ist dies noch nciht. Die Wolkenunterkante droht erst bei knapp 93.000. Solange haben die Bullen durchaus die Chance, einen neuen Angriff zu starten. Aktuell ist der Ichimoku aber erst einmal neutral.

Schwellenland-Währungen kamen ebenfalls unter Druck. Zum Beispiel USDZAR, wo man Gewinnmitnahmen im Rand sieht. Das Paar erholt sich, ohne dass man schon von iner nachhaltigen Bodenbildung sprechen könnte. Dazu wäre wohl die Überwindung der 14,2570 nötig. Der Ichimoku des Stunden-Charts bleibt zunächst neutral. 

Ripple bleiben volatil. Nach der Erholung vom Wochenende und vom Montag ging es heute wieder um 7,5 % nach unten. Ripple damit wieder unter 0,50 mit der Gefahr auf 0,4775 oder noch tiefer zurückzufallen. Der Ichimoku ist bärisch. 

Die spanische Polizei hat eigenen Angaben zufolge ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Pedro Sanchez vereitelt. 

Die Landtagswahl in Hessen muss in weit größerem Umfang neu ausgezählt werden, werden als bisher bekannt. Betroffen sind laut FAZ zahlreiche Wahlbezirke in Frankfurt/Main. So könnte die SPD dich noch auf Platz zwei hinter der CDU kommen. Um wie viele Stimmen das städtische  Ergebnis korrigiert wurde, will das zuständige Wahlamt nicht mitteilen. Ende nächster Woche soll dann das endgültige Wahlergebnis veröffentlicht werden. Möglicherweise könnte dies noch Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse im Landtag haben. 

Ausstehende Termine

16:20    Rede von EZB-Präsident Mario Draghi in Dublin

20:00    Zinsentscheidung und Statement der Fed

22:05    Quartalszahlen Walt Disney

02:30    Verbraucherpreisindex China

07:00    Quartalszahlen Allianz

10;30    BIP, Industrieproduktion Großbritannien

14:30    Erzeugerpreisindex USA

16:00    Verbraucherstimmung Uni Michigan

19:00    Baker Hughes Plattform-Zählung