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Brexit-Einigung in Sicht - wenn die Briten Theresa May folgen

Veröffentlicht am 22.11.2018

Die großen Impulse aus dem Wirtschaftskalender waren heute ja nicht zu erwarten, aber es gibt Fortschritte im Brexit-Poker. Sowohl Theresa May als auch die EU-Führung vermeldeten am Vormittag einen Durchbruch. 

Bleibt nur noch die Frage, ob davon auch die Skeptiker in Mays Konservativer Partei überzeugt werden können und ob wirklich alle EU-Länder zustimmen. Spanien hat ja beispielsweise noch ein Problem mit dem Status von Gibraltar.

Wirtschaftstermine

Feiertag in den USA (Thanksginving)

00:30    Verbraucherpreisindex Japan

Der japanische nationale Verbraucherpreisindex stieg im Oktober um 1,4 % zum Vorjahr und damit dynamischer als im September (1,2 %). Angesichts der wieder sinkenden Ölpreise, dürfte dies aber vorübergehendes Ereignis sein. Die Kernrate verharrte bei 1,0 %. USDJPY konnte sich nicht nachhaltig von   112.95 anstoßen. So könnte auch ein Wiedersehen mit dem Verlaufstief 112,30 geben.  Der Nikkei lief vor dem morgigen Feiertag in Japan seitwärts. Unten hat die 21.500 gehalten. Oben fehlte den Bullen die Kraft, eine weitere Attacke auf den starken Widerstand bei 21.910 zu reiten. 

18:00    Rede von Yves Mersch (EZB)

Videoanalyse (gegen 19 Uhr)

News am Abend

In der Sitzung vom 26. September hat der EZB-Rat die Wachstumsrisiken diskutiert. man einigte sich darauf, die Risiken als "weitgehend ausgeglichen" zu werten. Dem ging allerdings eine kontroverse Diskussion voraus. So wurde angemerkt, dass die Projektionen des Wachstums schon mehrfach nach unten korrigiert wurden und auch zum Zeitpunkt der Sitzung einiges dafür sprach, dass weitere Risiken nach unten bestehen. Analysten erwarten für den Dezember das formelle Ende der Anleihekäufe. Gleichzeitig wird die EZB wohl ihre Wachstumsprognose, die 2019 nach bisheriger Schätzung etwas über der dem diesjährigen Zuwachs liegen soll, überprüfen müssen.

Das europäische Verbrauchervertrauen hat sich im November überraschend eingetrübt. Nach -2,7 waren es nun nur -3,9 Punkte. Erwartet wurden -3,0 Punkte.

In Kanada sind die Unternehmensgewinne in Q3 um 3,9 % gestiegen. Im Vorquartal waren es nur 1,0 %. USDCAD kam gestern Abend von seinen Hochs  wieder zurück unter den Widersand bei 1,3265 und file auch knapp unter die Wolke. Allerdings fehlt den Bären offenbar ein klarer Plan. Zur Zeit zumindest ist nicht sicher, ob der nach Ichimoku durchaus denkbare Test der 1,3125 wirklich erfolgt. Bei dünnem Handel ist aber nicht viel nötig, um einen neuen Impuls zu setzen. Unter 1,3210/00 sollte das Ziel anvisiert werden. 

Die Zentralbank Südafrikas hat die Zinsen um 0,25 auf 6,75 % angehoben. USDZAR gab danach nach und handelt nun unter dem wichtigen Support 13,86. Mögliches Ziel könnte 13,09 sein. Der Dailychart zeigt einen intakten Abwärtstrend. 

Die Welthandelsorganisation hat zwischen Mai und Oktober 40 von den G20-Staaten neu installierte Handelsrestriktionen gezählt. Sie betreffen ein Handelsvolumen von fast einer halben Billion US-Dollar.

Ein Sprecher der britischen Premierministerin Theresa May hat ein zweites Brexit-Referendum in der Amtszeit Mays ausgeschlossen.

Nach 68 Jahren ist Schluss! Otto bringt am 4. Dezember zum letzten Mal einen Katalog heraus. Danach gibt es die Angebote des zweitgrößten Onlinehändlers in Europa nur noch im Internet.

Die mysteriösen "Cum-Fake-Deals" beschäftigen den Bundestag. Die Opposition will im Finanzausschuss klären, wann das Finanzministerium erstmals von den krummen Geschäften im Rahmen einer Betriebsprüfung einer Bank erfahren hat. Bei den "Phantom-Papieren handelt es sich um American Depositary Receipts (ADR), die von Banken ausgestellt werden und dann in den USA anstelle der ausländischen Aktie gehandelt werden. Jedem ADR-Papier müsste eigentlich eine echte Aktie zuordenbar sein. Da sind deutsche Banken aber offensichtlich findiger und veranstalteten wieder einmal Luftbuchungen in schwindelerregenden Größenordnungen. Millionen ADR sollen laut WDR und Süddeutscher Zeitung keine Aktien zugeordnet worden sein. Mit diesen Scheinpapieren sollen sich die Akteure dann noch Steuererstattungen organisiert haben. Da kann man wieder mal sagen Betrug wird vom Staat belohnt. Man muss nur eine Bank sein...

Laut Internationaler Atomenergiebehörde hält der Iran die Auflagen des Atomabkommens auch nach der Verhängung neuer US-Sanktionen weiterhin ein. Darum geht es den USA allerdings auch gar nicht. Es geht darum, den Widersacher Saudi Arabiens klein zu halten. Dafür ist halt jedes Mittel recht, auch wenn das Mittel nicht rechtens ist. Seit Donald Trump Politik macht, sind internationale Abkommen leider nichts mehr wert. 

Termine am Freitag

Feiertag in Japan / In den USA verkürzter Handel bis 19 Uhr

08:00    BIP Deutschland (endgültig)

09:30    Einkaufsmanagerindizes Deutschland (vorläufig)

10:00    Einkaufsmanagerinidzes Eurozone (vorläufig)

14:30    Verbraucherpreisindex und Einzelhandelsumsätze Kanada

15:45    Einkaufsmanagerindizes USA (vorläufig)

19:00    Baker-Hughes-Plattformzählung USA

Außerdem: Finanzstabilitätsbericht der Banca d´Italia

News am Mittag

Beim Treffen von Großbritanniens Premierministerin Theresa May und dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker scheint doch Bewegung in noch strittige Brexit-Fragen gekommen zu sein. So wird heute unter Berufung auf informierte Kreise gemeldet, dass sich EU und Großbritannien auf eine Brexit-Erklärung geeinigt hätten. Danach wollen beide Seiten eine Freihandelszone schaffen und regulatorisch zusammenarbeiten. Ausdrücklich hat die EU das Recht Großbritanniens anerkannt, eine eigene Handelspolitik betreiben zu dürfen. Wie die neuen Nachrichten bei den innerparteilichen Kritikern Theresa Mays ankommen, wird man abwarten müssen. Die Nachrichten waren besonders für das Britische Pfund sehr bullisch. EURGBP gab deutlich nach und fiel kurzzeitig unter die 0,8855. Weiterer Support wäre bei 0,8810 und 0,8770 zu erwarten. Oben haben die Bären den Widerstand bei 0,8925/40 verteidigt. Schaut man sich den Dailychart an, sind die Bullen letztendlich an der Wolke gescheitert. Das Chartbild ist neutral zu bewerten. Unter 0,8810 überwiegen wieder bärische Elemente. GBPUSD schoss bis an die 1,29 und scheiterte an dieser durch die Wolke des Stunden-Ichimoku gekennzeichneten wichtigen Widerstandmarke deutlich. 

Nicht profitieren konnte von den Meldungen der FTSE100. Das starke Pfund drückte den Londoner Index unter die 6.980. Weitere Untersützung vor allem bei 6.850. Über der Wolke bei 7.000 würde die 7.100  warten. 

Der Dax konnte immerhin seine Korrektur vom Morgen stoppen und die 11.140 zunächst verteidigen. Darunter würde die 11.050/10 wieder in den Fokus rücken. Aktuell ist der Ichimoku des Stundenchart aber eher neutral. Freundlicher wird es wohl erst über 11.300. Dann könnte der kurzfristige Abwärtstrend im Bereich 11.400/50 in den Fokus rücken. Dass dies heute oder morgen geschieht, ist aufgrund des sehr dünnen Handels eher unwahrscheinlich. Händler sehen die Kursabgaben nicht als echten Verkaufsdruck. Es fehlen vor allem Käufer, was die Preise drückt. Als Grund wird der dünne Handel, der uns bis zum Wochenende begleiten dürfte, angeführt.

EURUSD erholte sich nach den Brexit-Meldungen auch, kam aber nicht über den Widerstand bei 1,1430 hinaus. Darüber gäbe es weiteren Widerstand bei 1,1475/95. Unten wird der Aufwärtstrend weiter verteidigt. Außerdem steht 1,1350 als Unterstützung zur Verfügung. 

Bei einer Umfrage des Dachverbands der europäischen Handwerkskammern blickt die Mehrheit der befragten 45.000 Betriebe aus 26 Ländern skeptischer in die Zukunft. Die Handelspolitik der USA und die Schwächung der Welthandelsorganisation sorgen für Verunsicherung bei vielen Unternehmern. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt, dass der Aufbau eines 5G-Netztes Zeit hat. Fünf Jahre fpr den Ausbau zu veranschlagen wäre kein Drama. 

Italien hat eine "Patrioten-Anleihe" ausgegeben, die aber auf wenig Interesse gestoßen ist. 2,16 Mrd. Euro wurden eingesammelt. Das Ziel soll bei 7 bis 8 Mrd. Euro gelegen haben. 

News am Morgen

EU-Kommissionspräsident Jen-Claude Jucker und Großbritanniens Premierministerin Theresa May haben am Mittwoch gut 2 Stunden gesprochen. Der große Wurf gelang noch nicht, aber die britische Regierungschefin blieb optimistisch. Der Rahmen sei so abgesteckt, dass die Unterhändler nun bis Samstag selbstständig weiter verhandeln können. Am Samstag wolle May dann wieder in Brüssel sein. Das dürfte für den Markt zunächst optimistisch klingen. Die Kuh ist zwar noch nicht am Eis, aber noch ist noch alles verloren.

Der für nächste Woche angesetzte Dieselgipfel in Brüssel ist abgesagt worden. Nach der Absage des deutschen Verkehrsministers Andreas Scheuer mache ein solches Treffen ohne den größten Europäischen Autohersteller keinen Sinn, so EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska. Die Kommissarin zeigte sich enttäuscht, dass der deutsche Minister das Treffen von 13 Ministern aus den wichtigsten EU-Autoländern platzen lässt, habe doch gerade Deutschland nach dem Dieselskandal am entschiedensten reagiert. Die Kommissarin wollte den Erfahrungsaustausch auf hochrangiger Ebene und auch die Weiterentwicklung alternativer Antriebe auf europäischer Ebene abstimmen. 

Die Autowerte verteidigen aber die Gewinne von gestern. Für kommende Woche steht ein Treffen der Chefs der drei großen deutschen Autohersteller mit US-Präsident Donald Trump auf dem Programm. Es solll um die Ausweitung der Produktion in den USA gehen und "nebenbei" auch um mögliche Zölle, welche die die Deutschen gern verhindern wollen. Volkswagen heute nahezu unverändert. Die drei von Trump umgarnten Autohersteller  bleiben aber zurückhaltend. Für Zölle sei die EU zuständig, war von VW, BMW und Daimler zu hören.

Italiens Ministerpräsident Matteo Salvini ist wegen des Zinsspreads  am Anleihemarkt besorgt. Italien könnte den Zins nicht kontrollieren. Doch, könnte das Land schon, in dem es das Vertrauen in die Finanzpolitik des Landes wieder herstellt.

In den USA passierte gestern Abend noch das gestern im Video vermutete: Der korrektive Aufwärtstrend des S&P 500 brach nach unten. Die Erholung bei den Tech-Werten erwies sich als Strohfeuer. So sind die US-Vorgaben also eher bescheiden. 

Auch der kurzzeitige Anstieg des Ölpreises hatte keine längerfristige Substanz und fiel wieder zurück. Am Widerstand 55,90 ging es für WTI nicht weiter. Support gibt es bei 53,95 und 52,75, Darunter wartet die 50-Dollar-Marke.

Die asiatischen Märkte waren von einer Stabilisierung geprägt. Entsprechende Vorgaben kamen vom Nasdaq 100, der nach Tagen des Abverkaufs mal eine Pause einlegte. Die eichte Erholung hielt allerdings nicht lange. Der Hang Seng konnte trotzdem ein kleines Plus ins Ziel retten. Es ist charttechnisch allerdings ohne große Bedeutung. Der Shanghai Composite erhärtet den Endruck dass den Bullen der Widerstand 2.677/700 zu stark war. 

Unter Polizeischutz beginnt heute RWE mit der Räumung der Barrikaden im Hambacher Forst.

Nach einem Bericht des ARD-Magazins Kontraste sollen viele ICE-Züge der Deutschen Bahn nur beschränkt einsatzfähig sein. Nur 20 % der Züge seien voll einsatzfähig. Außerdem fehle der Bahn Personal. 

Bundesgesundheitsminister und Kandidat auf den Vorsitz der CDU Jens Spahn hat sich zum Grundrecht auf Asyl bekannt. Es sei Ergebnis des Zweiten Weltkrieges und Erfahrung aus großem Leid und Vertreibung. Das Grundrecht auf Asyl sei eine "große Errungenschaft". Konkurrent Friedrich Merz stellte dieses Grundrecht vorher infrage.