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Führungkrise in den USA sorgt für Verunsicherung am Markt

Wie handlungsfähig ist Trumps Regierung noch? Und wie gefährlich ist der angeschlagene Präsident?Wie handlungsfähig ist Trumps Regierung noch? Und wie gefährlich ist der angeschlagene Präsident?Was sich am Mittwochabend schon angedeutet hat, entfaltete sich am Donnerstag richtig. Donald Trumps Administration löst sich so langsam auf, was an den Märkten die Sorge verstärkt hat, dass die versprochenen Reformen so schnell nicht kommen werden. 

Nach Trumps ungeheuerlicher Verharmlosung des schrecklichen rechten Attentats mit einem Auto, bei dem es eine tote Frau um viele Verletzte gegeben hat, haben sich viele Unternehmer aus dem Beratergremium Trumps verabschiedet. Den Rest machte Trump dann gleich selbst und löste den Wirtschaftsrat gleich ganz auf.

Am Markt machte sich am Donnerstag die Befürchtung breit, dass auch Wirtschaftsberater Gary Cohn den Dienst quittieren könnte. Er wird als der wichtigste mann beim Zustandekommen einer Steuerreform gesehen. 

Dass die Fed in Sachen Zinserhöhung im FOMC-Sitzungsprotokoll vom Mittwochabend eher taubenhafte Töne anschlug, ging dabei unter.

Wie gering das Vertrauen in die Trump-Regierung ist, zeigte sich daran, dass das taubenhafte EZB-Ratsprotokoll den Euro nur sehr kurz unter Druck hielt. Nach einem kurzen Fall auf 1,1663, erholte sich EURUSD schnell wieder deutlich über die 1,17. Ein deutliches Zeichen der Märkte, wie wenig Vertrauen man aktuell in die US-Regierung hat. 

Die Aktienmärkte gerieten unter Druck. Der Dow Jones verlor zwischenzeitlich über 300 Punkte. Auch der Nasdaq 100 gab deutlich ab, auch weil Cisco Systems nach schwachen Quartalszahlen um 4 % einbrach. Damit war die Aktie aber noch bei weitem nicht am Tabellenende. Technologiewerte liefen insgesamt richtig schlecht. Gute Zahlen lieferte  Wal Mart. Das Unternehmen konnte sich entgegen des Markttrends über wachsende Umsätze freuen. Auf Rekordhoch stieg Alibaba. Die Chinesen haben die Zahl der Kunden deutlich gesteigert und auch im Gewinn über den Erwartungen gelegen. 

Die Daten vom Donnerstag waren nicht schlecht. Dass die US-Industrie enttäuschte, fällt nicht so stark ins Gewicht. Die Industrie spielt für die US-Gesamtwirtschaft eher eine untergeordnete Rolle.

Der Dow Jones konnte sich nach dem scharfen Abverkauf gestern in der Nacht stabilisieren, ohne dass der sich entscheiden von seinen Tiefs absetzen konnte. Kurzfristig ist der Index überverkauft, was eine kurze Erholung möglich macht. Im Dailychart ist der Kurs unter den Kijun gerutscht. Ein erstes Zeichen, dass auch der Wall Street eine größere Korrektur bevorstehen könnte. Außerdem ist der Aufwärtstrendkanal nach unten gebrochen.

In Spanien gab es zwei terroristische Anschläge, die einen erneut fassungslos machen. Offenbar hatten beide Anschläge islamistische Hintergründe. Mir scheint allerdings wichtiger, warum sich Menschen radikalisieren. Der Koran ist meist nicht der Auslöser. Was ist es, dass sich so viele Menschen von der Gesellschaft abwenden und so grausame Taten begehen? Mit einer Anti-Islam-Haltung wird man solche Terroranschläge eher häufiger bekommen als weniger. Aus meiner Sicht ist der IS eine antiislamische Bewegung. Er schadet vor allem den Muslimen. Am Markt wurden die Anschläge durchaus belastend wahrgenommen, hatten aber insgesamt auf die Märkte nur geringe Auswirkungen. Um so größer ist das menschliche Leid der Opfer und ihrer Angehörigen.

Der Dax startet knapp über dem Schlusskurs des Future. Insgesamt Der Dax sieht sehr angeschlagen aus, ist aber im Stundenchart noch nicht durch die unterstützende Wolke gefallen. Support erhält der Dax bei 12.083. Ein Bruch würde den Index wohl schnell wieder Richtung Monatstief bei 11.936 bringen. Schwieriger wird es für die Bären, wenn der Dax eine Erholung über den Kijun (orange) bei 12.212 Punkten schaffen würde.

EURUSD handelt nahezu unverändert zu gestern Abend bei 1,1740. Die unsichere Lage im Weißen Haus könnte den Dollar weiter belasten. 

Dass die Stimmung der Märkte nicht besonders gut ist, zeigt auch der sichere Hafen Yen. USDJPY setzt die gestrige Korrektur ungebremst fort. Support ist bei 108,80 zu erwarten. 

Gold hält sich nahe seiner Verlaufshochs. Rohöl (WTI) versucht sich zu stabiliseren. Noch ist aber nicht einmal die Wolke nach oben durchbrochen. Ein weiterer Sturz bis 45,50 ist nicht auszuschließen.

Wichtige Termine sind heute Mangelware. 

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