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Börse am Nachmittag

Mario Draghi - Bild: INSM / FlickrMario Draghi - Bild: INSM / FlickrDie EZB hat die Leitzinsen unverändert gelassen und die Forward Guidance bekräftigt. Demzufolge werden die Zinsen weit über den Zeitraum der Kapitalschaffungen hinaus auf dem heutigen bzw. niedrigerem Nivau verharren. 
Ab Januar wird die EZB die Anleihekäufe auf 30 Mrd. Euro pro Monat verringern (aktuell 60 Mrd. Euro). Diese Maßnahme will sie bis September 2018 fortsetzen oder ggf. länger, wenn dies nötig werden sollte. Tilgungszahlungen werden weit über das Ende des Programmes hinaus reinvestiert. Insgesamt ist das ein Tapering light mit einem nicht definierten Ende, dass aber wohl eher 2019 als 2018 zu erwarten ist. EURUSD gibt nach, aber nicht besonders stark. 

Das wieder um beflügelt den Dax, der es zunächst bis ans Wochenhoch schaffte. 

Ein Hin und Her kommt heute aus Katalonien. Nachdem dortige Medien heute Mittag meldeten, dass die Regionalregierung am 20. Dezember Neuwahlen abhalten will. Diese Nachricht wurde später wieder kassiert. Inzwischen gibt es neue Meldungen um Neuwahlen, die wenig später auch wieder dementiert werden, weil ein normaler Ablauf nicht gesichert wäre. Der Dax schießt auf ein neues Allzeithoch. Es gibt auch Gerüchte, Regierungschef Carles Puigdemont könnte zurücktreten, um den Weg für den Vize Oriol Junqueras freizumachen, der dann die Unabhägigkeit ausruft. Ohne Abstimmung im Parlament? Na ja, das Parlament soll sich um 18 Uhr zusammenfinden. Schauen wir mal, wie sich die Dinge weiterentwickeln. Das Ausrufen der Unabhängigkeit Kataloniens dürfte die Bad-Bullen auf jeden Fall schnell bremsen. Zumindest vorübergehend. Was feststeht: So kurz vor Artikel 155 bekommt die Sache in Katalonien nochmal richtig Dynamik. Eine unberechenbare Situation (Stand 17 Uhr)

Aus den USA gibt es Pressemeldungen, nach denen nun doch nur noch Jerome Powell und John Taylor im Kreis für den möglichen Fed-Chairman ab Februar 2018 sind. Janet Yellen soll endgültig raus sein. Dies war sie aber vor 24 Stunden auch schon mal. 

Derweil soll eine Mehrheit des Repräsentantenhauses für den Haushaltsentwurf 2018 sein, melden US-Medien. Damit wäre der Weg für eine Steuerreform endgültig durch. 

Von der US-Konjunktur gab es stagnierende schwebende Hausverkäufe zu vermelden. Nach den üppigen Neubauverkäufen gestern heute also eher schwache Daten. 

Aus der US-Berichtssaison gibt es weiterhin vor allem positive Zahlen zu vermelden. Am Nachmittag überzeugten unter anderem UPS, Time Warner und American Airlines. 

Die Deutsche Börse muss sich einen neuen Chef suchen. Der eines möglichen Insiderhandels beschuldigte Carsten Kengeter ist heute von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten. Er führt die Geschäfte weiter, bis ein Nachfolger gefunden wurde. Der Aufsichtsrat bedauerte Kengeters Entscheidung.

Börse am Mittag

Steht heute im Fokus: Der EZB-TowerSteht heute im Fokus: Der EZB-TowerVor den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank hat der Dax sich etwas erholt und dabei im Stundenchart sogar den ersten wichtigen Widerstand, den Kijun (orange) gebrochen. Er bleibt damit aber weiter unter bzw. in der Ichimokuwolke und müsste schon die 13.040 überwinden, um wirklich bullisch zu werden. 

Hilfe bekommt der Dax vom EURUSD. Das Paar konnte im ersten Versuch den Abwärtstrend bei 1,1840 nicht überwinden. 

Den weiteren Verlauf dürfte nun die EZB bestimmen. Das Statement (es ist ab 13.45 Uhr hier auch in deutscher Sprache verfügbar) dürfte auch enthalten, wie die Notenbank ab Januar mit den Anleihekäufen verfährt. Der Markt erwartet im Konsens wohl, dass die Anleihekäufe um 20 Mrd. Euro pro Monat auf 40 Mrd. Euro gesenkt werden und so bis Ende Juni 2018 fortgesetzt werden. Es ist aber auch möglich, dass die Anleihekäufe auf 30 Mrd. Euro reduziert werden und die Laufzeit bis September oder gar Dezember 2018 festgelegt wird. Dies ist die große Unbekannte, auf welche der Markt reagieren wird. Reduziert die EZB weniger wird es für den Euro bärisch, reduziert sie mehr, wird des bullisch. Ist der Euro bullisch, wird es für den Dax nach unten gehen, wird er bärisch ist das gut für die Dax-Bullen. Da ich immer gefragt werden, was ich denn erwarte: Ich erwarte ein Ergebnis und eine Reaktion. Auf diese Reaktion kann man dann reagieren oder auch nicht. Manchmal gibt es auch noch bei der Pressekonferenz von Mario Draghi (14.30 Uhr hier) überraschende Wendungen. 

Gute Zahlen kamen aus Italien. Sowohl Verbrauchervertrauen als auch der Konjunkturoptimismus legten im Oktober zu, der Konjunkturoptimismus auf ein 10-Jahres-Hoch.

Am Vormittag gab es bereits zwei Notenbankentscheidungen. In Schweden (-0,5 %) und Norwegen (+0,5 %) wurden die Leitzinsen nicht verändert. Die Schwedische Notenbank erwartet nicht, dass sie bis Mitte 2018 die Zinsen anhebt. EURSEK legte etwas zu.

Erschreckend schwach fiel der britische CBI-Index für die Einzelhandelsumsätze aus. -38 statt +15 kann man dann wirklich nicht schönreden. Cable fiel dann wieder unter die 1,3225. Das Paar bleibt aber zunächst über der Wolke und kann damit die Erholung durchaus fortsetzen. Aber auch Cable wird auf die EZB reagieren. 

Bei den Einzelwerten steht Bayer nach überraschend schwachen Quartalzahlen unter Druck, wärend Beiersdorf von einem guten Ergebnis und einer Erhöhung der Jahresprognose profitiert. 

Anheuser-Busch hat sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Die Aktie konnte davon nicht profitieren und verlor gut 2 %. 

Schwache Zahlen kamen vom K+S-Konkurrenten Potash. Der kanadische Konzern, der ja mal K+S übernehmen wollte, machte im 3. Quartal nur 6 Cent je Aktie Gewinn, die Hälfte der Analystenschätzungen. 

Twitter übertrifft mit 10 Cent je Aktie die Erwartungen (6 Cent), kann aber beim Umsatz mit 590 Mio $ nur Prognosen treffen. 

Ford Motor präsentiert ein gutes Zahlenwerk und erhöht die Jahresprognose. 

In Katalonien will das Regionalparlament heute über die drohende Entmachtung durch die Zentralregierung beraten. Laut Medienberichten sollen für den 20. Dezember Regionalwahlen geplant sein. Die Nachricht wurde später wieder dementiert

Börse am Morgen

Heute werden von der Europäischen Zentralbank wichtige Entscheidungen erwartet.Heute werden von der Europäischen Zentralbank wichtige Entscheidungen erwartet.EURUSD hat im Vorfeld der EZB-Entscheidungen weiter zugelegt und handelt knapp unter der oberen Begrenzung des Abwärtstrends. Allgemein wird angenommen, dass die EZB heute eine Reduzierung des Anleihekaufprogrammes ab Januar von 60 auf 40 oder gar 30 Mrd. Euro beschließt, das Programm aber gleichzeitig um mindestens ein halbes Jahr verlängert. Außerdem wird sie die Forward Guidance bekräftigen und die Zinsen für eine noch sehr lange Zeit auf dem aktuellen Niveau festschreiben.  Die Zinsentscheidung (13.45 Uhr) selbst wird wohl keine Überraschungen bringen. Entscheidende Aufklärung über das Wertpapierkaufprogramm dürfte Mario Draghi während der Pressekonferenz ab 14.30 Uhr präsentieren. Der US-Dollar dürfte dagegen von Äußerungen Donald Trump geschwächt werden. Der US-Präsident äußerte sich in einem Fernsehinterview sehr positiv über Janet Yellen, die offenbar doch noch nicht aus dem Rennen ist. 

Das deutsche GfK Konsumklima trübt sich im November leicht auf 10,7 Punkte ein, 0,1 Punkte weniger als im Oktober, Es ist der zweite leichte Rückgang in Folge, allerdings auch immer noch sehr hohem Niveau. 

Der Dax testete gestern Abend noch die 12.908, konnte die Unterstützung aber verteidigen. Am Morgen gibt er einige Punkte zu gestern Abend, als sich der Markt nochmal etwas erholte, ab. Der Support hält aber weiter. Es ist zu erwarten, dass die Märkte nun erst einmal abwarten, was die EZB beschließt. Ausfühliche Analysen zum Dax gab es wie immer im gestrigen Video

Die Wall Street zeigte gestern Gewinnmitnahmen, nachdem einige Quartalszahlen nicht ganz den Erwartungen der Marktteilnehmer entsprachen. Besonders AMD wurde für ein schwaches Quartal abgestraft. Spannend wird es heute, wenn einige Schwergewichte wie Ford (mittags), Amazon, Alphabet, Microsoft und Intel (am Abend) Zahlen liefern. 

Trotz der schwachen Vorgaben von der Wall Street konnten die Börsen in Asien und Australien meist leicht zulegen. Dabei sind besonders Finanztitel gefragt, weil die Marktteilnehmer mit baldigen weiteren Zinserhöhungen durch die Fed rechnen. Auch in Südkorea rechnet man mit einer baldigen Zinserhöhung, nachdem das koreanische BIP im 3. Quartal mit 1,0 % viel stärker als erwartet gestiegen ist (0,6 %).

Die gestiegenen Rohöl-Lagerbestände in den USA wirkten sich trotz deutlich gesunkener Benzinbestände negativ auf den Ölpreis aus. Das schwarze Gold schaffte es zunächst nicht über den Widerstand um 52,40, was Voraussetzung für eine Fortsetzung der Rally bis 55 $ ist, Die Voraussetzungen stehen nicht schlecht, solange der Markt glaubt, dass OPEC und Russland bereit sind, die Förderung auch im kommenden Jahr zu drosseln. 

Brasiliens Nationalbank hat gestern Abend wie erwartet die Zinsen von 8,25 % auf 7,5 % gesenkt. Dies soll dem Wirtschaftswachstum dienen, das aufgrund der unsicheren politischen Lage infolge der Korruptionsvorwürfe gegen Präsident Michel Temer nur langsam in Fahrt kommt. USDBRL legte schon im Vorfeld deutlich zu. Die Maßnahme der Notenbank wurde schon vor der Entscheidung eingepreist. 

Unternehmensnews:

Schwache Erträge bilanziert die Deutsche Bank für das 3. Quartal. Mit 6,776 Mrd. Euro blieben sie unter den Erwartungen (6,84 Mrd. Euro). Das Nettoergebnis überzeugten mit 649 Mio. Euro (erwartet 245 Mio. Euro) dagegen. Die Kernkapitalquote blieb mit 13,8 % unter den Erwartungen (14,0 %)

Schwache Zahlen gab es von Bayer. Sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz wurden die Prognosen nicht erreicht. Die Jahresprognose wurde unverändert gelassen. 

Beiersdorf hat die Prognose für dieses Jahr von 3 - 4 auf 4- 5 % Umsatzplus angehoben. Bis Ende September stieg der Umsatz zum Vorjahr um 249 Mio. auf 5,281 Mrd. Euro.

Toyota will die Produktion von Autos mit Verbrennungsmotor bis 2040 einstellen. 

Nokia hat im 3. QUartal die Verluste ausgeweitet und eine düstere Zukunft gezeichnet. Man rechnet mit einem weitern Rückgang des Mobil-Netzwerk-Marktes.