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Märkte am Mittag

Und plötzlich steht der Bär im Weg!Und plötzlich steht der Bär im Weg!Gestern hatte ich es ja im Video nochmal explizit angesprochen: Es gibt kein Gesetz, das vor Weihnachten immer steigende Kurse vorschreibt. Was sich am Montagabend schon andeutete und gestern begann, setzte sich heute fort: Der Dax korrigiert, und zwar recht deutlich. Inzwischen tendiert das deutsche Aktien Barometer sogar unter die Wolke des Stundencharts bei 13.170 Punkten. Damit könnte der Bereich 13.090/65 in den Fokus rücken und damit der kurzfristige Dezember-Aufwärtstrend. Ein Bruch wäre dann das Ende aller Bullenträume, zumindest bis 12.845/11. Diese Supportzone könnte dann ein wichtiger Auffang-Bereich werden.

Dass der Dax so deutlich korrigiert, könnte daran liegen, dass den Marktteilnehmern mehr und mehr dämmert, dass die Steuerreform weder ein großes Konjunkturprogramnm werden wird, noch Anlegern außerhalb der USA auch nur einen kleinen Gewinn verspricht. Wer von der zweifelsohne durch die Steuerreform geschaffene Liquidität profitieren möchte, muss in den USA investieren. "America first" eben. Das ist ziemlich blöd für deutsche Exporteure. Es gibt natürlich auch Unternehmen, die Töchter in den USA haben und indirekt von sinkenden Steuern profitieren werden, aber insgesamt wird das Programm außerhalb der USA eher nicht zu großer Freude führen. 

EURUSD handelt stabil bei knapp 1,1850 und hat damit weiter die 1,1880 fest im Blick. Zwar muss man sich, um in den USA zu investieren, Dollar beschaffen, aber die Segnungen der Steuerreform wirken ja nicht sofort, weshalb es durchaus sein kann, dass sich Marktteilnehmer erst einmal Cash besorgen. Das gibt es preiswert bei der EZB und bei der Bank of Japan, weshalb zunächst Euro und Yen vorn der Steuerreform "profitieren könnten. Auch nicht schön für Dax und Nikkei. Ob es überhaupt zu einer Dollarstärke kommt, muss man mal abwarten, denn die durch die Reform entstehende noch größere Verschuldung der USA könnte das Vertrauen in die US-Anleihen senken. Schon jetzt steigen die Zinsen für US-Anleihen, auch ganz ohne Zutun der Fed. Das wiederum könnte für die Fed schwierig werden, denn steigende Zinsen könnten die Chance auf das Erreichen des Inflationsziels schmälern. Schon bei der letzten Zinserhöhung votierten zwei der neun FOMC-Mitglieder gegen die Zinserhöhung.

Bitcoin haben offenbar bei 16.200 erst einmal einen Boden gefunden und sich leicht erholt. Nichts gegen Bitcoin cash, die heute knapp 18 % im Plus stehen. 

Die schwedische Riksbank hat den Leitzins bei -0,5 % gelassen, was die Anleger nicht daran hinderte, die Schwedenkrone zu kaufen. EURSEK gab 0,5 % nach. Die Notenbänker halten laut Statement ab Mitte 2018 Zinserhöhungen für möglich.

Gute Quartalszahlen lieferte BlackBerry, Der Gewinn von 3 ct. je Aktie und Umsätze von 235 Mio. $ übertrafen die Anlaystenschätzungen.

16 Uhr veröffentlichen die USA die Verkäufe bestehender Häuser, Eine halbe Stunde später dann die Rohöl-Lagerbestände. Die API-Daten zeigten um 5,82 Mrd. Barrel gesunkene Bestände, was mehr war als erwartet. WTI tut sich an der 57,85/95 weiter schwer.

Märkte am Morgen

Das Repräsentantenhaus muss heute nochmal über die Steurreform abstimmen. Dies gilt als FormsacheDas Repräsentantenhaus muss heute nochmal über die Steurreform abstimmen. Dies gilt als FormsacheDer US-Senat hat in der Nacht mit 51:48 Stimmen für die Steuerreform gestimmt. Vorher musste der Gesetzestext nochmal geändert werden, weil einige Verfahrensfehler enthalten waren. So muss das Repräsentantenhaus heute nochmal abstimmen. Da die Republikaner hier im Gegensatz zum Senat eine satte Mehrheit haben, wird damit gerechnet, dass diese Abstimmung eine Formsache ist.

Nach den Verlusten der Wall Street neigten auch asiatischen Märkte anfangs zu Gewinnmitnahmen, ohne dass das Gesamtbild an den Börsen wirklich bedrohlich wurde. Im Handelsverlauf legte der Nikkei sogar leicht zu. USDJPY wurde bei 112,80 unterstützt und sorgte so am Tokioter Aktienmarkt für Entspannung. Die Anleger rechnen damit, dass die Bank of Japan ihre expansive Geldpolitik unverändert fortsetzt. Trotzdem können auch Finanzwerte profitieren. Die Fed dürfte ihren Zinserhöhungserhöhungzyklus wie geplant umsetzen. Dazu kommen die Effekte der Steuerreform, die an steigenden Renditen der US-.Anleihen zu sehen sind. In Shanghai und Hongkong konnten die Indizes wichtige Marken nicht überwinden und handelten leicht im Minus

Der Dax startet leicht erholt in den Handel. Unter der 13.244, um die der deutsche Leitindex vor dem Beginn des Computerhandels noch kämpft, steht noch die 13.190 als Unterstützung bereit. Darunter wäre die Jahresendrally endgültig vorbei. Schafft es der Dax über die 13.278, könnte die Rally noch fortgesetzt werden. 

EURUSD korrigiert am Morgen etwas, handelt aber weiter über 1,1815. Somit ist eine weitere Erholung bis 1,1880 nicht vom Tisch. Für die Korrektur dürften die schwachen Erzeugerpreise in Deutschland verantwortlich sein. Der Erzeugerpreisindex stieg im November nur um 0,1 %.

Der US-Dollar stand insgesamt unter Druck und konnte sich erst gegen Morgen etwas erholen. Aktuell könnte sich die Schwäche weiter ausdehnen und die Unterstützung 93,40 brechen. 

Charttechnisch sehr ungünstig waren Bitcoin unterwegs. Sie fielen in der Nacht unter das alte Allzeithoch 16.666. Damit haben Bitcoin schon 50 % das Anstiegs seit dem letzten Rücksetzer verloren. Ein Fall auf 15.380 ist wohl nicht auszuschließen. Über die Gründe gibt es unterschiedliche Meinungen. Zum einen könnten Bitcoin Cash Kapital ziehen. Die Konkurrenz-Währung hat den Wert seit ihrer Einführung verzehnfacht und kann seit heute auch bei Coinbase gehandelt werden. Andere Analysten verweisen auf einen ausgedünnten Handel vor den Feiertagen.

Rohöl profitiert vom schwachen US-Dollar und setzt seine Erholung fort. WTI hat es aber noch nicht über die 57,85/95 geschafft.

An Daten gibt es heute, 16 Uhr, die Verkäufe bestehender Häuser in den USA und 16.30 Uhr die Rohöl-Lagerbestände