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Märkte am Morgen

Deutschlands Zukunft liegt im NebelDeutschlands Zukunft liegt im NebelDeutschland droht nach dem Platzen der Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen politischer Stillstand bis weit ins kommende Jahr hinein. Zu unvereinbar waren die Positionen der einzelnen Parteien. Dass die geschäftsführende Regierung solange das Land gut regiert, ist eher nicht zu erwarten. Am Ende werden wir wohl zunächst Wahlkampf bis weit über Weihnachten erleben, um irgendwann Neuwahlen zu haben und danach einen neuen Versuch der Regierungsbildung. Nach der SPD dürften sich nun auch die Unionsparteien neu aufstellen müssten. Die Kanzlerin dürfte auf Abruf stehen. 

Der Dax regierte am Morgen schon mal entsprechend un verlost wieder die 12.910, aber noch nicht das Tief der letzten Woche bei 12.847. Passiert dies, könnte die 12.650 das nächste Ziel sein.

EURUSD gibt im ersten Moment auch deutlich nach, bleibt zwar über dem Ausbruchsniveau der letzten Woche, kämpft aber nun mit einem ziemlich bärischen Ichimoku im Stundenchart. Die Frage ist, wie nachhaltig die Nachrichten aus Deutschland den Markt beeinflussen. Deutschland wird als eines der führenden Länder der freien Welt für längere Zeit ausfallen. Viele Projekte, darunter das zur Reformation der EU, werden zunächst schwer zu gestalten sein, denn es ist eher nicht damit zu rechnen, dass die geschäftsführende GroKo jetzt harmonisch weiterregiert. Es wird wohl eher ein Profilierungskampf zwischen CDU/CSU und der SPD zu erleben sein. 

Generell haben politische Börsen eher kurze Beine. Ob dies auch diesmal so ist, wird man sehen müssen. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind vorläufig nicht erheblich, aber die lange Zeit der ungewissen Zukunft über den weiteren Weg Deutschlands könnten Investoren verschrecken. So kann ich mir zur Zeit zumindest keine neuen Allzeithochs im Dax vorstellen. 

Konjunkturell gab es in der Nacht die Handelsbilanz aus Japan, aus der hervorgeht, dass die Exporte mit 14 % zum Vorjahr nicht ganz so stark gestiegen sind wie erhofft. Weiter unter Druck blieb USDJPY, der auch die aktuelle Erholung des Dax nicht mitmacht. Auch der Nikkei startet rot in die neue Woche. 

Gold gibt leicht nach, was zeigt, dass der Markt jetzt nicht vollends verunsichert ist. Rohöl kaum verändert.

Auf hohem Niveau handeln weiter Bitcoin. Der Kurs hat sich am Wochenende bei 8.000 $ eingepegelt. Ein weiterer bullischer Schub ist denkbar.

Mal von Reden von Mario Draghi abgesehen, ist der Wirtschaftskalender heute leer.