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Märkte am Mittag

Die Steuersenkung in den USA wird voraussichtlich kein Segen für die WeltwirtschaftDie Steuersenkung in den USA wird voraussichtlich kein Segen für die WeltwirtschaftDer Dax macht heute das, was sich gestern schon aus der Bewegung des Dow Jones ableiten ließ. Er konsolidiert. Dabei sieht das Chartbild nicht wirklich unfreundlich aus, aber der nächste Impuls für eine Attacke auf das Allzeithoch ist aktuell nicht vorhanden. 

Der ifo-Geschäftsklimaindex blieb zwar leicht unter den Erwartungen, aber das war nicht der Grund. Die Frage ist allerdings, ob der Auslöser für die weltweit deutlichen Kursgewinne wirklich so positiv für alle Weltmärkte ist. Die US-Steuerreform bevorteilt ja ausschließlich Unternehmen und Investitionen in den USA. Der Mehrwert für Investitionen im Ausland dürfte dagegen überschaubar bleiben.

Die Wirtschaft läuft weltweit eh auf Hochtouren. Experten bezweifeln, dass das Wirtschaftswachstum selbst in den USA nicht wesentlich angekurbelt wird. Die zusätzlichen Unternehmensgewinne werden Unternehmen vor allem in Aktienrückkäufe und Dividenden-Erhöhungen stecken. Es ist eher nicht damit zu rechnen, dass es Investitionen in neue Projekte und in neue Arbeitsplätze gibt. Es ist ja nicht so, als ob die Unternehmen nicht schon heute unglaubliche Gewinne einstreichen. Neue Investitionen resultieren daraus selten. 

Wer von den Segnungen der Steuerreform profitieren will., muss also in den USA investieren. Blöd, für alle Investoren im Dax oder Nikkei. Da wird es voraussichtlich nicht viel mehr zu verteilen geben, es sei denn die Deutschland und Japan nehmen die Herausforderung der USA an und begeben sich in einen Steuerwettstreit, bei dem die Allgemeinheit auf der Strecke bleibt. Denn für Projekte zum Allgemeinwohl oder für Soziales wird dann das Geld fehlen. Gesellschaften könnten irgendwann erodieren. 

Der Dax wird weiter bei 13.278/44 unterstützt. Oben müsste er per Stundenschluss über die 13.325/30 steigen. 

Für EURUSD könnte die Steuerreform bedeuten, dass die US-Staatsverschulden dermaßen extrem steigt, dass das Vertrauen in den US-Dollar erschüttert wird. So könnten selbst Zinserhöhungen der Fed nicht dazu führen, dass der Dollar nachhaltig anzieht. Wer Aktien kaufen will borgt sich ja dafür oft das Geld. Dabei kauft man zinsgünstige Währungen auf. Warum also sollte sich der Investor US-Dollar zu hohen Zinsen leihen, wenn er Euro und Yen zum Null-Tarif bekommt? Diese Entwicklung würde die Exportchancen Deutschlands und Japans deutlich drosseln. Es ist also nicht ausgeschlossen, das die US-Märkte zunächst noch steigen, die Weltmärkte aber langsam abschmieren und in eine Rezession driften, die eher oder später aber auch die USA erreichen. Aktuell scheint EURUSD die 1,1815 endgültig zu überwinden. Wichtiges Ziel dürfte die 1,1880 sein. Bricht dieser Widerstand, ist die Rally im Dax so schnell vorbei wie sie begonnen hat. 

Ansonsten hat sich Bundesbankchef Jens Weidmann bei einem Pressetermin für ein klar definiertes Ende der Anleihkäufe durch die EZB ausgesprochen und nochmal seine grundsätzliche Skepsis gegenüber dieser Maßnahme zum Ausdruck gebracht. 

14.30 Uhr erscheinen die Baubeginne und -genehmigungen aus den USA

Märkte am Morgen

Nach der gestrigen Rally scheint sich der Dax heute eine Verschnaufpause zu gönnenNach der gestrigen Rally scheint sich der Dax heute eine Verschnaufpause zu gönnenNach den starken gestrigen Gewinnen tritt der Dax heute Morgen auf der Stelle. Zum Handelsauftakt schafft es der deutsche Leitindex noch nicht, den Widerstand bei 13.325 zu überwinden. Gut möglich, dass der deutsche Leitindex nach der beeindruckenden Vorstellung gestern heute ein wenig verschnauft. Der Stundenchart ist auf jeden Fall überkauft. Supports liegen bei 13278/44. Auf der Oberseite wären bei einem Ausbruch die 13.410 und das Allzeithoch bei 13.535 die nächsten Ziele.

EURUSD erholte sich in der Nacht nach seiner Korrektur gestern Nachmittag wieder etwas, notiert aber noch unter 1,1815. Darüber bleibt die 1.1880 ein wichtiger Widerstand.

Aus dem Wirtschaftskalender könnte mit dem ifo-Geschäftsklimaindex um 10 Uhr ein wichtiger Impuls kommen. Außerdem werden 14.30 Uhr in den USA Baugenehmigungen und -beginne veröffentlicht. 

Am Abend konnte es heute nochmal eine Erleichterungsrally geben, wenn US-Repräsentantenhaus und Senat der Steuererklärung ihr ok geben.  Spannend wird aber, wie es dann weitergeht, wenn die Reform verabschiedet ist. Weitere neue fundamentale Impulse für die Fortsetzung der Jahresendrally gibt es nicht. Die Schulden in den USA werden in astronomische Höhen steigen und dass die Steuerreform für Wirtschaftsräume außerhalb der USA eine belebende Wirkung hat, wird sich erst zeigen müssen. Der US-Dollar könnte darunter leiden, was im Umkehrschluss keine gute Nachricht für die Wirtschaftsräume außerhalb der USA wäre.

Die US-Märkte konnten gestern im Computerhandel keinen neuen Impuls setzen. Sie verteidigten allerdings das hohe Niveau der Future. Der Dow Jones hat nun die 25.000-Punkte-Marke im Blick. 

Die asiatischen Märkte zeigten sich uneinheitlich. In China und Australien legten die Märkte weiter zu, wobei dem S&P/ASX in Sydney nach dem bullischen Handelsstart mit 10-Jahres-Hoch die Puste ausging.  In Japan richten sich die Blicke auf die Zinsentscheidung, welche am Donnerstag ansteht. Der Nikkei gibt im Vorfeld nach und scheitert zum wiederholten Mal an der 23.000. USDJPY handeln fast unverändert um 112,50.

Die in den USA wohl anstehende Explosion der Staatsverschuldung lässt Gold weiter erholen. Das gelbe Metall hat die Hürde bei 1.261 $ erfolgreich genommen. Nächstes Ziel dürfte bei 1.270 liegen.

Rohöl (WTI) präsentiert sich volatil und konnte den Support bei 56,90 verteidigen. Eine Attacke auf den Widerstandsbereich 57,85/95 war gestern zu zaghaft.

Pfizer könnte heute von einer angekündigten Erhöhung der Quartalsdividenden profitieren. Außerdem will das Unternehmen ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm starten. Klar. Die gesparten Steuermilliarden müssen ja irgendwo hin... Dies könnte die Richtung für das nächste Jahr sein. Dass die Wirtschaft durch Trumps Steuergeschenke deutlich wächst wird wohl unrecht von Experten eher bezweifelt.