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Märkte am Mittag

Die Märkte blicken auf die EZBDie Märkte blicken auf die EZBDie Märkte blieben am Vormittag weiter in Deckung. EURUSD bleibt weiter über der 1,1810, während der Dax mit der Stärke der Gemeinschaftswährung so sein Problem hat. Gegenwärtig sieht der deutsche Leitindex alles andere als freundlich aus. Ein Test der Unterseite des Seitwärtsrange bei 12.845/11 kann nicht ausgeschlossen werden. Vorher dürfte es um 12.985/65 Support geben. 

Ob die EZB den Euro bremsen und den Dax stützen kann, ist nicht sicher, denn eigentlich hat die EZB alles zur Geldpolitik 2018 schon im Oktober gesagt. Es ist eher nicht damit zu rechnen, dass sie sich einer weiteren geldpolitischen Lockerung öffnet. Es gibt fundamental keinen Grund dafür. So könnte der Dax angesichts der Reduzierung des Quantitativ Easings sogar weiter steigen. Auf der anderen Seite sollte der behutsame Ausstieg aus dem Anleihekaufprogramm, der wohl noch bis mindestens 2019 dauert, weitgehend eingepreist sein. 

Die Bank of England hat Ihre Geldpolitik bestätigte. Der MPC bestätigte den Leitzins bei 0,5 % und das Quantitative Easung bei 435 Mrd. GBP wie erwartet mit 9:0 Stimmen. 

EURGBP erholt sich nach der Entscheidung über die 0,88. Cable gibt leicht nach. 

Am Morgen hatte schon die Schweizer Nationalbank ihre Geldpolitik bestätigt. EURCHF zog deutlich bis fast 1,17 an.

Ansonsten kamen von der Datenseite ermutigende Zeichen. Die Einkaufsmanagerindizes in Deutschland und der Eurozone lagen über den Erwartungen und auch die britischen Einzelhandelsumätze überzeugten. 

Während in Spanien der HVPI, also der harmonisierte Verbraucherpreisindex auf 1,8 % zum Vorjahr zulegte, dümpelte er in Frankreich bei 1,2 % und damit noch unter dem Vormonat herum.  Wer also einige Südländer aus dem Euro entfernen will, damit die EZB eine andere Geldpolitik machen kann, muss dann auch Frankreich verabschieden.  Dies dürfte politisch kaum gewollt sein. Deutschland wird wohl noch lange mit Nullzinsen leben müssen. Konjunkturell kann es das auch. Nur für die Sparer ist dies keine gute Nachricht. 

Erschreckendes gibt es vom deutschen Wohnungsmarkt zu berichten. Die Zahl der Baugenehmigungen ist von Januar bis Oktober um 7,3 % zu Vorjahr gesunken. Soviel zu den Sonntagsreden der Politik und deren Umsetzung. 

Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für Deutschland im JAhr 2018 von 2,0 auf 2,6 % angehoben. Deutschland befinde sich auf dem Weg in die Hochkonjuktur, so die Wissenschaftler. 

13.45 Uhr verkündet die EZB ihre geldpolitischen Entscheidungen. Wichtiger dürfte aber die Pressekonferenz mit dem EZB-Präsidenten Mario Draghi ab 14.30 Uhr sein. Ebenfalls 14.30 Uhr melden die USA die Einzelhandelsumsätze

Märkte am Morgen

Janet Yellen bei der letzten Pressekonferenz ihrer Amtszeit - Foto: Federal ReserveJanet Yellen bei der letzten Pressekonferenz ihrer Amtszeit - Foto: Federal ReserveDie Fed hat gestern wie erwartet den Leitzins um 0,25 % angehoben. Aus den Zinsprojektionen geht hervor, dass die Mehrheit der Notenbänker weiter für drei Zinserhöhungen 2018 sehen. Die zuletzt geäußerte Angest der Marktteilnehmer, die Fed könne noch aggressiver agieren war unbegründet, macht sich doch die Notenbank weiter Sorgen um die niedrige Inflation in den USA, die Janet Yellen allerdings temporären Gründen zuschreibt. Trotzdem gab es in der Pressekonferenz Töne Janet Yellens, die darauf hindeuten, dass sich die Fed durchaus etwas mehr Zeit für die Zinserhöhungen nehmen können. So sei der Aktienmarkt sehr hoch bewertet, aber keinesfalls überhitzt. Der Aufschwung in den USA sei nicht durch übertriebene Verschuldung entstanden und auch der Arbeitsmarkt zeige keinerlei Überhitzung, was Yellen am geringen Lohndruck festmachte.

Positive Nachrichten kamen in Sachen Steuerreform. Repräsentantenhaus und Senat haben sich auf einen gemeinsamen Entwurf geeinigt. Einzelheiten soll es in den nächsten Tagen geben. Die Abstimmungen sind für kommende Woche geplant. Bekannt ist, dass die Einkommenssteuer von 39,6 auf 37 % fallen soll. Die Körperschaftssteuer soll mit 21 % etwas mehr betragen als versprochen (20 %).

Einige Marktteilnehmer mussten ihre Fehleinschätzung betreffend des Zinspfades einpreisen, was den US-Dollar deutlich belastete. EURUSD stieg über die 1,1840, kam aber in der Nacht zunächst zurück. Trotzdem ist mit der Überwindung des Widerstandes bei 1,1810 eine weitere Erholung bis 1,1880/95 durchaus möglich,

Der Dax zeigte die für ihn typische Reaktion und kam unter Druck. Der deutsche Leitindex fing sich um 13.080, könnte jetzt aber auch weiter Richtung 12,965 fallen. Generell hat sich aber charttechnisch gar nicht so viel verändert. Der Dax hat sich an der Oberseite der Seitwärtsrange bei 13.190 abgearbeitet. Die Unterseite bei 12.845/11 ist weit. Insgesamt bleibt festzustellen, dass der Startschuss zu Jahresend-Rally noch nicht erfolgte, aber immer noch erfolgen kann.

Heute gibt es eine ganz Reihe von Ereignissen, die die Karten neu mischen können. Am wichtigsten sind dabei die Einkaufsmanagerindizes (Deutschland: 9.30 Uhr, Eurozone 10 Uhr) und die Zinsentscheidung (13.30 Uhr) bzw. die Pressekonferenz der EZB (14.30 Uhr). Allerdings werden von der EZB heute keine überraschenden Nachrichten erwartet. Im Umfeld dieser wichtigen Ereignisse gibt es im Wirtschaftskalender zahlreiche weitere wichtige Termine. Unter anderem gibt es Zinsentscheidungen in der Schweiz und in Großbritannien

Um wieder anzugreifen, müssten die Dax-Bullen jetzt aber schon mal über die 13.160. Dort befindet sich ein aktueller Abwärtstrend, der überwunden werden muss. Solange dieser Trend nicht gebrochen wird, könnte auch die Unterseite der Range wieder eine Rolle spielen. Auf der Unterseite könnte auch ein kurzfristiger Aufwärtstrend knapp unter 13.000 eine wichtige Unterstützung bieten. Der Dax keilt sich also mal wieder ein. Wohin der Ausbruch  erfolgt, muss abgewartet werden. Am Morgen agiert der deutsche Leitindex nahe des Handelsschlusses um 22 Uhr.

Eine überraschende Zinserhöhung gab es in der Nacht in China, wo die People Bank of China die Zinsen für siebentägige Reprogeschäft um 0,05 % angehoben hat. Hang Seng und Shanghai Composite gaben nach.  USDCNH hatte schon infolge der Fed-Entscheidung deutlich verloren und stabilisierte sich. Die chinesischen Wirtschaftsdaten lagen knapp unter den Erwartungen, bewegten den Markt aber kaum.

Der Nikkei litt unter fallenden Bankaktien, was an der fehlenden Aussicht auf steigende Zinsen lag. Dies dürfte die Ertragsaussichten der Banken schmälern. Außerdem geriet USDJPY unter Druck, konnte sich aber über dem Support bei 112,40 zunöchst stabilisieren. 

Der Aussie profitierte von guten Arbeitsmarktdaten und schwang sich auf ein neues Fünf-Wochen-Hoch.

Der Ölpreis stabilisierte sich in der Nacht, bei WTI allerdings unter dem ehemaligen Support 56,90, so dass eine Fortsetzung der Korrektur bis 55,75 nicht ausgeschlossen werden kann.

Gold konnte sich angesichts des wohl flacher als gedachten Zinspfades in den USA deutlich erholen.

Bei den Einzelunternehmen dürfte heute die Übernahme großer Teile von 21st Century Fox durch Walt Disney  im Fokus stehen. Die Transaktion wird für heute erwartet. 

22 Uhr liefert Oracle Quiartalszahlen.

Rund 800.000 Niki Kunden haben seit gestern wertlose Flugtickets. Die Airline hat Insolvenz angemeldet und bleibt ab heute am Boden. Fein raus sind Pauschalreisende, für deren Transport der reiseveranstalter verantwortlich ist.