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Börsengeschehen, 22. Juni 

Stand 16.00 Uhr

In den USA gibt es ähnliche Einkaufsmanagerindizes wie in Europa. Das verarbeitende Gewerbefällt deutlich von 56,4 auf 54,6. Dienstleistungen dagegen 56,5 nach 56,8. Erwartet wurden 56,3 und 56,4. Gut ist anders.

SPX500 gibt einige seiner vorbörslichen Gewinne wieder ab. 2.757/48/37 dürfte die Supportzone sein. Darunter geht es dann Richtung 2700/675. Oben würden sich 2.780/90 anbieten, aber irgendwie fehlt den Bullen jede Dynamik.

Laut Saudi Arabiens Ölminister Khalid A. Al-Falih hat sich die OPEC auf eine Erhöhung der Erdölförderung um 1 Mio. Barrel geeinigt. WTI bleibt teuer und handelt um 67,20. In der Spitze waren es heute schon 67,88 $. Widerstände warten bei 68,65 und 69,50. Brent gibt dagegen wieder nach, wird aber von der Wolke bei 74,40 gestützt. Spätestens unter 73,60 dürfte ein Test des Monatstiefs bei 72,45 in den Fokus rücken.

Stand 15.15 Uhr

Da schießt USDCAD mal kurz bis 1,3380! Der kanadische Verbraucherpreisindex blieb im Mai mit 2,2 % zum Vorjahr unter den Erwartungen. Das klingt ganz gut, aber die Kernrate bleibt mit 1,3 % schwach. Erwartet wurden 2,5 und 1,4 %.

Auch bei den Einzehandelsumsätzen gab es keine guten Daten. Sie fielen im April um 1,2 %. Erwartet wurde eine Stagnation. Die Kernrate ging um 0,1 % nach unten, erwartet +0,5 %.

Kann USDCAD sich über 1,3340 halten, wäre 1,3540 das Ziel. Bisher hat es das Paar aber noch nciht nachhaltig über den Widerstand geschafft. Erster Support bei 1,3260.

Interessant wird an der Wall Street, wie der Markt auf den Banken-Stresstest reagiert. Zwar haben alle Banken ihre Widerstandsfähigkeit bei Krisen unter beweis gestellt, aber bei Goldman Sachs und Morgan Stanley war es bei der ungewichteten Eigenkapitalquote knapp.

Marktgerüchten zufolge hat sich die OPEC prinzipiell über eine Erhöhung der Fördermenge geeinigt. WTI zieht trotzdem weiter an. 

Die EU hat das Defizitverfahren gegen Frankreich eingestellt.

Nach Informationen des SPIEGEL hat die SPD bereits erste Vorbereitungen zu möglichen Neuwahlen unternommen. 

Stand 11.15 Uhr

Die Einkaufsmanagerindizes zeigten ein gemischtes Bild.
In Deutschland wurden für das verarbeitende Gewerbe wurden 55,9 Punkte gemessen. Keine schlechte Zahl, aber doch unter den Erwartungen (56,3) und der schwächste Wert seit Dezember 2016.
Dienstleistungen legen dagegen überraschend von 52,1 auf 53,9 Punkte zu. Klar, auf Dienstleistungen kann man keine Zölle legen.
In der Eurozone gibt das verarbeitende Gewerbe wie erwartet von 55,5 auf 55,0 Punkte nach. Die Dienstleistungen erleben einen überraschenden Aufschwung von 52,1 auf 53,9.
Klingt gut, man sollte aber nicht vergessen, dass Entwicklungen, die in der Produktion zu beobachten sind, meist mit Zeitverzögerung auch die Dienstleistungen treffen.

Der Dax erholt sich weiter zaghaft, bleibt aber unter dem Widerstand 12.570/600.

Die USA haben gegenüber der EU im 1. Quartal 2018 einen Leistungsbilanzüberschuss in Höhe von 2,4 Mrd. US-Dollar erzielt, berichtet das ifo-Institut. ifo-Außenhandelsexperte Gabriel Felbermayr sieht die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen EU und USA relativ ausgeglichen. Das ist bereits seit rund 10 Jahren so, mit leichtem Plus bei den Amerikanern, die seit 2008 eine Überschuss von 115 Mrd. US-Dollar erzielt haben. Der ifo-Experte schließt daraus, "dass die USA in einem Handelskonflikt nicht weniger verletzbar ist als die EU". Der Leistungsüberschuss der USA sei im 1. Quartal aber gesunken und wird in diesem Jahr voraussichtlich unter dem Ergebnis für 2017 liegen. 

Die EU-FInanzminister haben Griechenland die letzte Rate in Höhe von 15 Mrd. Euro aus dem Hilfsfonds bewilligt. Außerdem bekommt das immer noch hoch verschuldete Land (178 % des BIP) einen Aufschub der Kredittilgung um 10 Jahre gewährt. Mit der letzten Rate endet das Hilfsprogramm für Griechenland, dass sich nun wieder am Kapitalmarkt Geld besorgen kann.

Wie China und die EU führt auch Indien Zölle auf ausgewählte US-Waren ein. Sie sollen Anfang August in Kraft treten. 

Nord- und Südkorea haben den 15. August zum gemeinsamen Feiertag erklärt. An diesem Tag sollen Familien ihre Verwandten der jeweils anderen Seite treffen können.

Laut dem UN-Hochkommissariats für Menschenrechte haben venezuelanische Sicherheitskröfte zwischen 2015 und 2017 mindestens 505 Menschen ohne Rechtsgrundlage getötet.

Börse am Morgen, 22. Juni

Die Einkaufsmanagerindizes könnten heute im Mittelpunkt stehen. Liegen sie deutlich unter dem Vormonat, könnte dies ein weitere Beleg dafür sein, dass die Manager die weitere wirtschaftliche Entwicklung auf grund der Handelsschranken skeptisch sehen. 

Die asiatischen Vorgaben sind leicht positiv, was auch dem Dax eine Verschnaufpause gibt. Der deutsche Leitindex startet über 12.500, was charttechnisch aber keine besondere Glanzleistung ist. Wichtiger Widerstand wartet bei 12.570/600. Erst darüber könnte es wirklich Entspannung und eine Gegenbewegung bis 12.775/800 geben. Auf der Unterseite ist die 12.400 interessant. Ein Bruch des Supports könnte den Dax bis 12.170 führen. 

EURUSD setzt seine Erholung fort und handelt am Morgen im Widerstandsbereich 1,1620/50. Weitere Ziele könnten 1,1700/35 sein.

Die Termine:

09.30 Einkaufsmanagerindex produzierendes Gewerbe und für Diensteistungen in Deutschand (vorläufig)

10.00 Einkaufsmanagerindex produzierendes Gewerbe und für Diensteistungen in der Eurozone (vorläufig)

14:30 Verbraucherpreisindex und Einzelhandelsumsätze Kanada

15.45 Einkaufsmanagerindex produzierendes Gewerbe und für Dienstleistungen in den USA (vorläufig)

Heute treten die Gegenzölle der EU auf US-Waren in Kraft. Betroffen sind Whiskey, Jeans, Motorräder und Erdnussbutter. Der Außenhandelsvereinigung des deutschen Einzelhandels rechnet schon bald mit steigenden Preisen bei Lebensmitteln. Auch Mode könnte später teurer werden. Hier seien die Preissteigerungen aber später zu erwarten, weil die Kollektionen langfristig vereinbart sind. Fakt ist: Die eigentlichen Opfer des Machtspiels der Politik sind die Verbraucher und im Anschuss die Arbeitnehmer. Die EU beginnt mit den Zöllen zurückhaltend. US-Waren im Wert von 2,8 Mrd. Euro sind betroffen. Nun ist die Frage, ob Donald Trump seine Drohung wahr macht, und Zölle auf europäische Autos und Autoteile legt. Die Frage ist wohl eher: warum sollte er es nicht tun?

Die 35 größten US-Banken haben den Stresstest der Fed sicher bestanden. Die US-Tochter der Deutschen Bank konnte mit einer überdurchschnittlichen Eigenkapitalquote punkten. Nächste Woche gibt es noch einen zweiten Teil des Stresstests. 

Der Einkaufsmanagerindex für das produzierende Gewerbe in Japan ist mit 53,1 Punkten überraschend gut ausgefallen (erwartet wurden 52,6). Der Nikkei zeigte in der NNcht eine zaghafte Erholung, ohne dass man aus dem Kursverlauf eine nachhaltige Erholungsbewegung ableiten könnte. USDJPY nahezu unverändert. Nach dem Abverkauf gestern Nachmittag im Stundenchart überverkauft. Die bärischen Elemente überwiegen. Der sichere Hafen bleibt also durchaus gefragt. Japans Verbraucherpreisindex legte im Mai überraschend auf 0,7 % zum Vorjahr zu. Das ist freilich noch weit vom Inflationsziel 2 % entfernt.

Der US-Dollar gab insgesamt weiter nach. Der schwache Philly Fed Herstellungsindex zeigt, dass der Handelskrieg auch bei den US-Unternehmen angekommen ist. Interessant ist, dass in Peking der Yuan trotzdem leicht abgewertet wurde. Versucht China die Nachteile aus den Handelsstreitigkeiten mit einer Abwertung der eigenen Währung auszugleichen? Das wäre gegen die G7-Regeln, aber Protektionismus a la Donald Trump ist halt auch nicht vorgesehen. Und so stürzt jeden Tag ein bisschen mehr jener Weltordnung ein, die einen großen Teil der Welt zu einem größeren Wohlstand verholfen hat.

Leichte Erholungsbewegungen waren in China zu sehen. Der Shanghai Composite konnte sich im Laufe der Nacht von seinem Tief erholen.. Allerdings fehlt auch hier jegliche Nachhaltigkeit. Anleger begründen die Gewinne dann auch mit einer technischen Gegenbewegung. 

Vor den Entscheidungen der OPEC geht der Markt davon aus, dass Produktionssteigerungen vereinbart werden. WTI legte in der Nacht über die 66 $-Marke zu. Ziel könnte die 67,10 sein. 

Der Goldpreis konnte sich aufgrund der Dollar-Schwäche leicht erholen. Über 1.275 $ konnte die Erholungsbewegung etwas Nachhaltigkeit gewinnen.